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Mettlacher Keramikkonzern steigert Umsatz und Gewinn – Höhere Dividende





Frankfurt/Mettlach
V&B zeigt Passion für gute Zahlen
Mettlacher Keramikkonzern steigert Umsatz und Gewinn – Höhere Dividende

12. Februar 2016, 02:00 Uhr
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Passion, Leidenschaft, heißt eine Keramik-Linie, die V&B jetzt auf der Messe „Ambiente“ in Frankfurt zeigt. Hier ein Teller für Leute mit Passion für Pizza. Foto: V&B Foto: V&B
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Frank Göring
Die Geschäfte des Keramikherstellers Villeroy & Boch mit Badmöbeln und Geschirr laufen offenbar gut. Fast fünf Prozent mehr Umsatz machte das Unternehmen 2015. Und im Saarland wurde kräftig investiert.
Der Mettlacher Keramik-Konzern Villeroy & Boch (V&B) hat die Leidenschaft, die Passion, entdeckt. Zum einen die Leidenschaft für gute Zahlen: „Wir werden von Jahr zu Jahr profi tabler“, sagte gestern Vorstandschef Frank Göring auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. Des weiteren dominiert auch auf der weltgrößten Konsumgütermesse Ambiente, die heute in der Mainmetropole startet, am V&B-Stand die Passion. Nämlich mit Kollektionen wie BBQ Passion für den sommerlichen Grillabend oder Pasta-Passion. Bei letzterem ist in die Spaghetti-Teller eine Mulde eingeformt, die beim Aufrollen der Nudeln auf die Gabel den Löffel ersetzen soll. Bei Pizza Passion ist es der viergeteilte Teller, der es leicht macht, den Teig gerecht aufzuteilen.

Nebenan präsentierten Göring und Finanzvorstand Markus Warncke ein aus ihrer Sicht erfolgreiches Jahr 2015. „Unsere drei wichtigsten Steuerungs-Kennzahlen des Konzerns entwickeln sich positiv“, sagte Warncke: Das V&B-Dreigestirn besteht aus Umsatz, operativem Gewinn von Zinsen und Steuern (Ebit) sowie Nettovermögensrendite. Diese Kennziffer errechnet sich aus dem Ebit im Verhältnis zum bilanzierten Vermögen. Der Umsatz wuchs im vergangenen Jahr gegenüber 2014 um 4,9 Prozent auf 803,8 Millionen Euro, das Ebit kletterte von 38,4 auf 42,1 Millionen Euro, und die Nettovermögensrendite erreichte 13,6 Prozent nach 13 Prozent ein Jahr zuvor.

Von den beiden V&B-Unternehmensbereichen „Tischkultur“ sowie „Bad und Wellness“ entwickelte sich letzterer besonders gut. Der Umsatz stieg hier um 5,9 Prozent auf 496,9 Millionen Euro. „Wachstumstreiber waren vor allem unsere innovativen Produkte wie zum Beispiel der Direct-Flush-WC“, erläuterte Göring. Hierbei wird die Toilettenschüssel nach der „Sitzung“ von allen Seiten umspült. Dadurch soll Wasser gespart und die Hygiene verbessert werden.

Die verbesserte Rendite werde durch einen „erhöhten Umsatz mit Produkten im oberen Preissegment erreicht, bei denen wir auch bessere Margen erzielen können“. Daneben habe V&B auch die Produktionskosten gesenkt, indem der Fertigungsprozess im Sanitärkeramik-Werk in Mettlach verbessert wurde. Dorthin seien im vergangenen Jahr auch die meisten Investitionen geflossen – rund 21,8 von insgesamt 29,1 Millionen Euro.

In der Sparte „Tischkultur“ kletterten die Umsatzerlöse um 3,3 Prozent auf 306,9 Millionen Euro. „Treiber war unter anderem das gute Projektgeschäft mit Hotels und Restaurants“, sagte Vorstandschef Göring. Aber auch der Online-Handel werde immer wichtiger.

Die insgesamt gute Geschäftsentwicklung, die sich nach dem Willen der Vorstände auch in diesem Jahr fortsetzen soll, schlägt sich in der Dividende nieder. Die Vorzugs-Aktionäre erhalten 49 Cent pro Aktie, fünf Cent mehr als im Vorjahr, die Inhaber der Stamm-Aktien 44 Cent. Die Zahl der Mitarbeiter ist in etwa gleich geblieben. Weltweit sind knapp 7400 Frauen und Männer bei Villeroy & Boch beschäftigt, davon rund 1870 im Saarland.

Meinung:

Ein Händchen für den Erfolg

Von SZ-RedakteurLothar Warscheid

Es sind keine einfachen Märkte, auf denen der Keramik-Konzern Villeroy & Boch sein Geschäft macht. Gebaut wird zwar immer, und der Mensch braucht ein anständiges Bad, wenn er sich in seinem Zuhause wohlfühlen will. Das gilt auch für Küche und Wohnzimmer. Doch wie bei vielen Konsumgütern spielen persönlicher Anspruch und Preis eine gewichtige Rolle. Emotionen und den Sinn für Schönheit zu wecken – das ist die hohe Kunst. Zumal Produkte von hoher ästhetischer Qualität auch ihren Preis haben. V&B scheint hier ein gutes Händchen zu haben. Die Mettlacher präsentieren ihre Kollektionen mit Kreativität und Können, mit Lächeln und Leichtigkeit. Die harte Arbeit, die dahintersteckt, sieht kaum jemand. Und so mancher Wettbewerber ist auch schon vom Markt verschwunden.


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