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Wie werde ich Müller/Müllerin?





Jarmen (dpa/tmn)
Wie werde ich Müller/Müllerin?
Von Christina Bicking, dpa,  17. Oktober 2016, 04:30 Uhr
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Die Mühlenindustrie sucht Nachwuchs: Paul Reinholz hat sich für die Ausbildung zum Verfahrenstechnologen für Mühlen- und Futterwirtschaft entschieden. Foto: Stefan Sauer
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Paul Reinholz hat nach der Ausbildung gute Aussichten auf dem Arbeitsmarkt. Zuletzt waren nur rund ein Prozent der Verfahrenstechnologen nach Angaben der Arbeitsagentur arbeitslos. Foto: Stefan Sauer
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In Deutschland werden pro Kopf im Jahr nach Angaben des Verbands Deutscher Mühlen etwa 75 kg Mahlerzeugnisse verbraucht. Foto: Stefan Sauer
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Paul Reinholz hat in den Nordland Mühlen Jarmen in Mecklenburg-Vorpommern ein Schulpraktikum gemacht. Für ihn stand danach fest: Hier will ich eine Ausbildung machen. Foto: Stefan Sauer
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Wer die Ausbildung zum Verfahrenstechnologen für Mühlen- und Futterwirtschaft machen will, braucht ein Interesse für Technik und muss fit in den Naturwissenschaften sein. Foto: Stefan Sauer
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Paul Reinholz macht derzeit eine Ausbildung zum Verfahrenstechnologen für Mühlen- und Futterwirtschaft. Anschließend will er die Meisterschule in Braunschweig besuchen. Foto: Stefan Sauer
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Warten, schalten, einstellen: Der angehende Verfahrenstechnologe für Mühlen- und Futterwirtschaft Paul Reinholz weiß, wie die Maschinen in der Mühle funktionieren. Foto: Stefan Sauer
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Vom Korn zum feinen Mehl: Paul Reinholz lernt einen uralten Beruf. Er wird Müller. Die Ausbildung heißt heute Verfahrenstechnologe für Mühlen- und Futterwirtschaft. Foto: Stefan Sauer
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Paul Reinholz braucht als angehender Verfahrenstechnologe für Mühlen- und Futterwirtschaft handwerkliches Talent und kaufmännisches Geschick. Foto: Stefan Sauer
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Wer eine moderne Mühle betritt, taucht ein in eine computergesteuerte Hightech-Welt. Foto: Stefan Sauer
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Paul Reinholz lernt Verfahrenstechnologe für Mühlen- und Futterwirtschaft bei den Nordland Mühlen Jarmen in Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Stefan Sauer
Er schleppt keine Mehlsäcke. Die Mühle wird auch nicht mehr durch Wasser- oder Windkraft angetrieben. Trotzdem gibt es den Müller noch. Inzwischen nennt man ihn Verfahrenstechnologe für Mühlen- und Futterwirtschaft. Der Beruf ist vielseitig und hat Zukunft.

Als Paul Reinholz seinen Freunden erzählte, dass er Müller wird, konnten die sich darunter gar nichts vorstellen. «Ich musste erst mal erklären, wie technisch das Herstellen von Mehl inzwischen abläuft», erklärt er.

Der Beruf ist viele Jahrhunderte alt - und auch heute noch unentbehrlich. Die Nahrungsmittelindustrie käme zum Erliegen ohne Mehl. Nach einem Schulpraktikum in den Nordland Mühlen Jarmen in Mecklenburg-Vorpommern stand für Reinholz fest: Hier will ich eine Ausbildung machen. Die begann er nach dem Realschulabschluss. «Ich mag die Vielseitigkeit. Kein Tag gleicht dem anderen», sagt der 19-Jährige über seinen Job.

Tatsächlich ist das Aufgabenfeld der Müller, die man seit 2006 Verfahrenstechnologen nennt, groß. «Verfahrenstechnologen sind Allrounder», sagt Peter Haarbeck, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Mühlen . Sie kümmern sich nicht nur um die Einstellung der Maschinen, sondern halten auch Kontakt zu Kunden und Landwirten.

Wer eine moderne Mühle betritt, taucht ein in eine computergesteuerte Hightech-Welt - komplett automatisiert und mancherorts vollständig digitalisiert. Warten, schalten, einstellen - Verfahrenstechnologen wissen, wie die Maschinen funktionieren. «Die älteren Kollegen hören schon am Geräusch einer Maschine, wenn etwas nicht stimmt», sagt Reinholz. Er arbeitet in einer vergleichsweise kleinen Anlage, die gut 150 Tonnen Getreide am Tag mahlt. In großen Mühlen kommen täglich mehr als 1000 Tonnen Getreide unter die Walze. Um diese Mengen zu bewältigen, gibt es Schichtbetrieb. «Das ist das Einzige, was mich an meinem Job wirklich stört», schildert Reinholz.

Wer die dreijährige Ausbildung machen will, braucht ein Interesse für Technik. Angehende Azubis müssen außerdem fit in Naturwissenschaften sein. Die formalen Voraussetzungen sind niedrig: «Es reicht zum Beispiel ein Hauptschulabschluss», erklärt Haarbeck. Aber gute Leistungen in Mathe und Physik sollten sich auf dem Zeugnis widerspiegeln. Wichtig für den Beruf sei außerdem handwerkliches Talent und kaufmännisches Geschick.

Wer sich davon nicht abschrecken lässt, hat gute Aussichten: «Mühlenbetriebe haben Schwierigkeiten, Auszubildende zu finden», sagt Haarbeck. Zu unbekannt sei der Beruf. Die Mühle ist eine Männerdomäne: Der Frauenanteil unter den Auszubildenden lag 2014 nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) bei 8,2 Prozent.

Die Ausbildungsvergütung liegt im ersten Jahr je nach Region zwischen 373 und 881 Euro, wie das BIBB mitteilt. Ein Müllergeselle kommt nach Angaben des Verbands Deutscher Mühlen auf ein Einkommen zwischen 24 000 und 36 000 Euro brutto pro Jahr. Es kann aber auch einmal deutlich weniger sein. 

Bei der Mühlenindustrie handelt es sich allerdings um eine sehr kleine Branche mit vergleichsweise wenigen Stellen. «Das erschwert die Situation sowohl für Bewerber als auch für Betriebe», sagt Susanne Eikemeier, Sprecherin bei der Bundesagentur für Arbeit.

Für Paul Reinholz ist die nächste Station die Meisterschule in Braunschweig. Er hat große Pläne: «Ich will irgendwann eine Mühle leiten.» Er weiß, dass er dafür den Ort wechseln muss, aber er hat damit kein Problem. «Das ist einfach fesselnd, wenn man diesen riesen Maschinenraum betritt für den man dann verantwortlich ist.»



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