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Wo Anleger wichtige Informationen finden





Bremen (dpa/tmn)
Wo Anleger wichtige Informationen finden
Von Isabelle Modler, dpa,  19. Oktober 2016, 04:20 Uhr
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten. Wissen ist Macht

Vor einer Investition sollten sich Sparer über ihre Anlage gut informieren. Einige Kennzahlen können helfen, das richtige Produkt für die eigene Anlagestrategie auszuwählen. Foto: Monique Wüstenhagen
Geldanlage Schritt für Schritt: Zuerst müssen Anleger ein Depot eröffnen und sich eine Strategie überlegen. Dann können sie nach passenden Aktien und Fonds suchen. Welche Investments sich eignen, verraten unter anderem Produktinformationsblätter und Kennzahlen.

Geldanlage funktioniert nicht von allein. Vor der Investition sollte sich jeder Sparer zumindest ein paar grundlegende Gedanken machen. Zum Beispiel über die eigenen Sparziele und die Risikoneigung.

Diese können sich dann in der persönlichen Anlagestrategie widerspiegeln. Doch woran erkennen Anleger, welche Wertpapiere sich eignen und welche Risiken sie dabei eingehen?

Für die Auswahl und Bewertung von Wertpapieren rät Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Bremen, eine Vielzahl von Faktoren zu berücksichtigen. Anleger brauchen neben umfangreichen Informationen auch genügend Wissen. Beides fehlt mitunter: «Wir machen leider häufig die Erfahrung, dass sich Verbraucher mehr über einen Staubsauger als über eine Geldanlage informieren», sagt Thomas Hechtfischer, Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

Dabei könnten Anleger im Internet einfach wichtige Hinweise finden - etwa auf Online-Plattformen wie onvista.de oder fondsweb.de, empfiehlt Hechtfischer. Dort können sie die Wertpapierkennnummer (WKN) beziehungsweise die ISIN - also die International Securities Identification Number - eingeben. Dann finden sie unter anderem Kursverläufe sowie Firmenprofile und Branchenanalysen.

Das ist hilfreich, denn es sei wichtig, «dass sich Anleger vor einem Investment eine Marktmeinung bilden», sagt Dirk Elberskirch, Vorstandsvorsitzender der Börse Düsseldorf. Sie sollten also nicht einzelne Unternehmen isoliert betrachten, sondern besser die gesamte Branche sowie den Markt und wirtschaftliche Entwicklungen im Blick behalten. Dabei können Branchenberichte und Analysen helfen.

Bei der Suche nach Wertpapieren können Produktinformationsblätter helfen. Anbieter müssen diese ihren Kunden aushändigen. «Dort werden Risiken wie ein Totalverlust konkret benannt. Wer sie liest, weiß besser, worauf er sich einlässt», sagt Elberskirch. Auf dem sogenannten Key-Investor-Information-Document (KIID) finden Anleger etwa wichtige Kennzahlen zu Investmentfonds.

Geht es die Bewertung von Aktien und Fonds, sind insbesondere Kennzahlen wichtig, die das Risiko, die Rentabilität und die Kosten abbilden, erklärt die Verbraucherschützerin. So zeige etwa die sogenannte Total Expense Ratio oder Gesamtkostenquote laufende Kosten an. «Kosten können die Rentabilität eines Produktes erheblich mindern», sagt Oelmann.

Eine wichtige Kennzahl zur Risikobewertung ist die Volatilität - also die Schwankungsbreite von Kursen innerhalb eines bestimmten Zeitraums. «Je höher die Volatilität ist, desto risikoreicher ist die Anlage», erklärt Oelmann. Bei Fonds ist sie meist geringer als bei Aktien. Denn beispielsweise Aktienfonds investieren in verschiedene Aktien und streuen so die Risiken.

Ein Grund, warum Elberskirch Einsteigern eher passive Fonds empfiehlt. Mit diesen börsengehandelten ETFs lasse sich nicht nur das Risiko besser verteilen. «Auch die laufenden Kosten sind im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds günstiger», erklärt er. Außerdem seien Aktien seiner Einschätzung nach zeitaufwendig, wenn man das ernsthaft betreiben will. «Wer an den Vermögensaufbau denkt und noch Anfänger ist, sollte besser kein Geld in Einzel-Aktien stecken.»

Anleger sollten jedoch einen Fehler vermeiden: Falsche Schlüsse aus den Angaben ziehen. Die meisten Kennzahlen basieren auf Vergangenheitswerten. «Daraus können keine Rückschlüsse auf zukünftige Entwicklungen gezogen werden», warnt Oelmann.



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