Sie sind hier: HomeRatgeberKarriere & FinanzenFinanz-Tipps

Geldvermögen ohne Testament: Die gesetzliche Erbfolge gilt





Berlin (dpa/tmn)
Geldvermögen ohne Testament: Die gesetzliche Erbfolge gilt
19. Oktober 2016, 05:05 Uhr
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten. Zahlreiche Euro-Banknoten

Erwähnt der Erblasser im Testament keine Erben für ein Geldvermögen, gilt die gesetzliche Erbfolge. Foto: Daniel Reinhardt
Wer seinen Nachlass regeln will, tut gut daran, sein Testament so genau wie möglich aufzusetzen. Immer wieder landen Erbfälle vor Gericht. Und dann müssen die Richter entscheiden, was wohl im Sinne des Verstorbenen ist.

Ist in einem Testament nur eine Immobilie erwähnt, die die Kinder erben sollen, aber das Geldvermögen des Erblasser nicht, gilt dafür die gesetzliche Erbfolge. Das geht aus einem Beschluss des Kammergerichts Berlin hervor, berichtet die Arbeitsgemeinschaft Erbrecht des DAV.

In dem vorliegendem Fall vererbte ein verheirateter Vater eine Immobilie jeweils zur Hälfte an seine beiden Kinder. Das legte er testamentarisch fest. In dem Testament wurde jedoch weder seine Ehefrau, noch ein beträchtliches Geldvermögen erwähnt. Steht der Ehefrau also ein Teil des Erbes zu?

Die Richter entschieden, dass die gesetzliche Erbfolge gilt (Az.: 6 W 82/15). Demnach ist die Ehefrau zur Hälfte Miterbin neben den beiden Kindern. Dies ergebe sich aus der Auslegung des Testaments - aufgrund derer die Richter den wirklichen Willen des Erblassers ermitteln. Entscheidend ist, ob der Erblasser seine wirtschaftliche Stellung allein und zu gleichen Teilen von seinen beiden Kindern fortgesetzt wissen wollte.

Oder ob er, wie hier anzunehmen, seine Anordnungen im Testament auf die gesetzliche Erbfolge stützt. Ersteres wird vor allem dann angenommen, wenn die Nachlassgegenstände, über die der Erblasser in seinem Testament verfügt, beinahe sein gesamtes Vermögen darstellen. Das war nicht der Fall, denn der Erblasser erwähnte nur die Immobilie, aber nicht das Geldvermögen in seinem Testament.


Urteil über Notargebühren
Münster/Berlin

Notargebühren muss der Notar selber verdienen

Ein Notar erhebt Gebühren für einen Termin, obwohl seine Mitarbeiterin - eine Rechtsanwältin - diesen wahrnahm. Geht das? Immerhin handelte es sich in dem Fall um hohe Gebühren nach der Notar-Kostenverordnung. Ein Richter klärte den Streit vor Gericht.Mehr
Zerbrochenes Erbe
Schleswig

Kein Familienkontakt: Erbausschlagungsfrist beginnt später

Ein Erbe muss nicht immer positive Folgen haben. Daher kommt es vor, dass einige Menschen ihr Erbe ausschlagen. Hierfür gibt es jedoch nur eine kurze Frist. Allerdings kann sich diese Zeitspanne unter besonderen Umständen verlängern.Mehr
Modellfiguren vor dem Wort "Lebensversicherung"
Hamm

Bezugsrecht bei Lebensversicherungen regeln

Wer vermeiden will, dass sich seine Erben streiten, muss möglichst klare Aussagen treffen. Andernfalls entscheiden Gerichte, wem etwas zusteht - zum Beispiel das Geld aus einer Lebensversicherung.Mehr



Teilen und diskutieren

Kommentieren Sie diesen Beitrag über Facebook, Twitter oder Google+:

FACEBOOK
GOOGLE+
TWITTER



Anzeige
Neu für Vereine:
SaarZeitung

Termin melden

Text schicken


ANZEIGE
Beilagen






Anzeige