Denn in einer zentralen Szene seines Films «Liebe ist nur ein Wort» (Mittwoch, 20.15 Uhr) schwingt sich ähnlich hüllenlos der vom «Tatort»-Kommissar Miroslav Nemec gespielte Industriemagnat zum Schwimmwettkampf mit dem jüngeren Rivalen über die Reling. Womit man mal wieder in der Simmel- Welt der Schönen und Reichen angelangt wäre.
«Liebe ist nur ein Wort» ist die dritte ZDF-Verfilmung eines Romans von Johannes Mario Simmel. Die beiden ersten, «Und Jimmy ging zum Regenbogen» und «Gott schützt die Liebenden», brachten mit je 5,6 Millionen Zuschauern hinreichend hohe Quoten, um damit wacker weiterzumachen. Schon sind ein bis zwei Simmel-Verfilmungen pro Jahr fest eingeplant, und Produzent Berben meint zu wissen, warum sich Autoren wie Regisseure um diese Aufträge nahezu reißen: «Die dicken Simmel-Bücher, die mit ihren vielen hundert Seiten gar nicht eins zu eins zu verfilmen sind, bieten jedem die Gelegenheit, sich aus dem Stoff sein ganz persönliches Filetstück herauszuschneiden.»
Für Carlo Rola, nun schon ein drittes Mal der Regisseur, war es nicht die Prise Sozialkritik, «obwohl Simmels soziales Engagement heute aktueller denn je sein dürfte». Er konzentrierte sich auf die Liebesgeschichte im Dreieck, «die fast an französische Filme erinnert»: Luxusknabe Oliver (Vinzenz Kiefer), frühreif und zynisch, findet die ganz große Liebe bei einer um rund zwanzig Jahre älteren Frau (Nadeshda Brennicke). Pech nur, dass die schon verheiratet ist, dazu noch mit eben jenem, sich zunächst noch väterlich wohlwollend gebenden Magnaten. Das Drama spitzt sich zu und eskaliert zur Tragödie.
Liebe ist eben doch mehr als nur ein Wort. «Das fasziniert mich an den Simmel-Stoffen: diese ungebrochen großen Gefühle, in die man voll einsteigen muss», sagt Rola. «Die Menschen, wie hier Nemec als alternder Rivale, stehen gleichsam nackt vor einem, nicht nur äußerlich.» Sein Produzent nickt dazu: «In Simmel-Geschichten kann man sich so richtig reinfallen lassen.»
Rolas nächster Simmel kommt bestimmt, diesmal ein bisher noch nicht verfilmter Stoff: «Niemand ist eine Insel». Rolas Erinnerung geht um zwanzig Jahre zurück. Damals saßen er und Iris Berben in einem Hotel, als plötzlich der Autor vor ihnen stand: «Hier habe ich einen Stoff, und nur Sie, Frau Berben, dürfen die Hauptrolle spielen.» Iris Berben erschrak leicht. Für die Rolle der alternden Diva fühlte sie sich wenigstens zwanzig Jahre zu jung. Aus dem Projekt wurde nichts. Aber nun ist es soweit. Carlo Rola inszeniert, Iris Berben spielt die Hauptrolle, und die Zuschauer dürfen sich wieder in eine Simmel-Geschichte so richtig reinfallen lassen.




































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