Sie sind hier: HomeRatgeberAutoAuto-Nachrichten

Fehler bei Autokindersitzen vermeiden





Berlin (dpa/tmn)
Fehler bei Autokindersitzen vermeiden
Von Stefan Weißenborn, dpa,  29. November 2016, 05:15 Uhr
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten. Airbag-Anzeige

Nicht vergessen: Fährt ein Kind in der Babyschale auf dem Beifahrersitz mit, muss der Airbag dort aus Sicherheitsgründen abgeschaltet sein. Foto: Andrea Warnecke
Kindersitz ist nicht gleich Kindersitz, anschnallen ist nicht gleich anschnallen: Das Thema Autofahren und Nachwuchs kann ganz schön kompliziert sein - und damit Eltern zu Fehlern verleiten. Sieben typische Fehler und wie man es richtig macht.

Eltern wollen für ihre Kinder das Beste. Aber gerade wenn es hektisch wird, können Fehler passieren. Etwa beim Anschnallen im Auto. Sitzt der Gurt falsch, ist die Schutzfunktion mitunter stark beeinträchtigt. Dann hilft kein noch so guter Kindersitz.

Sieben Fehler, die Mami und Papa machen können:

Der Sitz ist zu alt : Ein Autokindersitz vom Flohmarkt ist womöglich keine gute Idee, wenn er einen Aufkleber mit dem Vermerk «ECE-R44/01» beziehungsweise «ECE-R44/02» trägt. Derzeit zugelassen sind Sitze der Fassung «ECE-R44/03», «ECE-R44/04» und «ECE-R 129» (i-Size), erklärt Andreas Ratzek vom ADAC Technik Zentrum. Der alte Sitz vom Flohmarkt wird im Einsatz als Ordnungswidrigkeit gewertet.

Falsch installiert : «Bei vielen Sitzen kann ich den Gurt nicht richtig führen, wenn ich die Bedienungsanleitung nicht dreimal vor- und rückwärts gelesen habe», sagt Siegfried Brockmann von der Unfallforschung der Versicherer (UDV). Die Folge: Manche Eltern geben einfach auf, ohne sich ganz sicher zu sein. Aber: «Wenn der Gurt nicht ordentlich durch die Ösen geführt ist, dann ist der Sitz zu locker», so der Experte. Bei einem Frontalunfall bestehe die Gefahr, dass das Kind samt Sitz gegen die Lehne des Vordersitzes prallt.

Falsch angeschnallt : «Oft wird der Hosenträgergurt nicht auf die Schulterhöhe eingestellt oder sitzt zu locker», sagt Ratzek. Wird der Sitz mittels Fahrzeuggurt gesichert, werde mitunter vergessen, den Gurt durch die Klemmen am Sitz zu führen. Dann verläuft er womöglich im Halsbereich. Wer den Kindern erlaubt, den zu hoch eingestellten Schultergurt unter die Achseln zu nehmen, erhöhe beim Crash das Verletzungsrisiko im Brustkorbbereich. Auch über dicke Jacken geführte Gurte können den Schutz schmälern. Ungenügenden Halt habe das Kind vor allem, wenn der Beckengurt nicht eng am Körper verlaufe. «Eine straffe Gurtführung ist das A und O», mahnt Brockmann.

Falscher Sitz : Es gibt sogenannte semi-universale Sitze, die nicht für alle Fahrzeugtypen geeignet sind. Ob ein semi-universaler Sitz zum eigenen Auto passt, zeigt eine Typenliste des Kindersitzherstellers.

Falsche Größe : Wichtig ist, dass das Kind in den Sitz passt. «Auf die Größe kommt es maßgeblich an bei der optimalen Gurtführung», fasst Brockmann vom UDV zusammen. Er begrüßt in diesem Zusammenhang die seit 2013 gültige i-Size-Norm, die statt des Gewichts nur noch die Körpergröße als Kategorisierung vorsieht. Allerdings gibt es derzeit noch keine Sitze der Gruppe 2/3 für ältere Kinder, sondern nur Babyschalen und Sitze der Gruppe 1, weiß Andreas Bergmeier vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR).

Laut Ratzek wechseln viele Eltern zu früh von der Babyschale zum Kindersitz - oft «weil die Beine des Kindes an der Rückenlehne des Fahrzeuges anstehen. Das stört das Kind aber nicht.» Die Babyschale sollte genutzt werden «bis der Kopf des Kindes an der oberen Schalenkante angekommen ist».

Airbag-Deaktivierung vergessen: Wird der Beifahrerairbag nicht deaktiviert, wenn das Baby auf dem Beifahrersitz mitfährt, kann sich laut Experten die Schutzfunktion des Airbags umkehren. Denn bläst er sich bei Unfällen in Sekundenschnelle mit Wucht auf, schleudert er die Babyschale samt dem kleinen Passagier gegen den Sitz.

Zu früh ohne Sitz: Kinder bis zwölf Jahre beziehungsweise bis zu einer Körpergröße von 1,50 Metern müssen auf einen Kindersitz. «Größere oder ältere Kinder dürfen ohne Kindersitz angeschnallt werden», sagt Ratzek.



Teilen und diskutieren

Kommentieren Sie diesen Beitrag über Facebook, Twitter oder Google+:

FACEBOOK
GOOGLE+
TWITTER




Die Rückkehr hinters Steuer
Bonn

Fahrpause: So klappt die Rückkehr hinters Steuer

Führerschein ja, Autofahren nein. Vor allem bei der älteren Generation ist diese Konstellation nicht ungewöhnlich. Die Schwierigkeiten kommen dann beim Wiedereinstieg in den Straßenverkehr.Mehr
Nachrüstung im Gebrauchten
München/Friedrichshafen

Hochwertige Audio-Anlage im Auto nachrüsten

Lauter Bass und vibrierende Heckscheiben: Hifi-Anlagen im Auto können heute viel mehr als nur Krach machen. Bei der Nachrüstung gibt es aber einiges zu beachten.Mehr
Lohner-Porsche
München/Losheim am See

Warum der Allradantrieb im Kommen ist

Allradantrieb steht für Geländegängigkeit. Oder doch nicht? In heutigen Pkw bedeutet das aufwendigere Antriebssystem vor allem ein Plus an Sicherheit. Viele Kunden entscheiden sich aber auch aus einem ganz anderen Grund für den Allrad.Mehr


Anzeige



Anzeige
Neu für Vereine:
SaarZeitung

Termin melden

Text schicken


ANZEIGE
Beilagen






Anzeige