Frankfurt
Haare färben leicht gemacht
Tipps zum Kolorieren in Eigenregie – Tönungen waschen sich mit der Zeit aus

dpa-Mitarbeiterin Andrea Abrell,  02. Dezember 2016, 02:00 Uhr
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Der Umgang mit dem Färbepinsel zu Hause vor dem Spiegel ist anfangs schwierig. Doch mit ein wenig Training wird es zunehmend einfacher. Foto: Fotolia

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Es ist günstiger, man muss nicht lange auf einen Friseurtermin warten und die Anwendung erscheint auf den ersten Blick einfach: Haarfärbemittel für zu Hause. Sogar Friseure sprechen sich nicht dagegen aus, raten aber zur eingeschränkten Verwendung.

Straßenköterbraun, Mausgrau, Aschblond– das sind Haarfarben, die niemand sonderlich schätzt und die viele Menschen ändern wollen. Sie wollen ein paar Nuancen heller oder dunkler oder schlicht ein wenig auffälliger und frischer wirken. Es geht immer ein bisschen blonder, ein bisschen brauner oder gar bunter. Dafür gibt es auch eine breite Palette an Färbeprodukten für zu Hause.

Im Grunde ist die Anwendung einfach und auf den Verpackungen beschrieben. Daher rät Birgit Huber vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel auch: „Hier ist es tatsächlich wichtig, die Farbe sorgfältig so aufzutragen, wie es in der Gebrauchsanweisung beschrieben ist – und nicht einfach im Haar zu verteilen.“

Und die Expertin ergänzt: „Auch sollte man die übrigen Hinweise stets genau durchlesen, damit die richtige Einwirkzeit eingehalten wird und es beim Auswaschen keine bösen Überraschungen gibt.“ Wichtig sei auch, dass man die richtige Menge Färbemittel verwendet. „Wer längeres Haar hat, kauft in der Regel besser zwei Packungen, damit die Farbe auf jeden Fall ausreicht“, sagt Huber.

Doch nicht nur das Färben an sich sollte mit Sorgfalt erfolgen: „Je nach gewähltem Haarfärbemittel werden die ursprünglichen Eigenschaften des Haares stark verändert. Darum sollte der Färbe- beziehungsweise Tönungsprozess immer mit einer Kur oder einem Conditioner abgeschlossen werden“, erklärt die Kosmetikexpertin. Das Haarefärben hat seine Tücken, nicht alles gelingt wirklich gut. Daher lautet Hubers Faustregel: Beim Färben zu Hause besser nur eine Veränderung des Naturtons um ein bis zwei Nuancen heller oder dunkler anstreben. Auch Roberto Laraia, Art Director des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks in Köln, empfiehlt eine beschränkte Anwendung solcher Produkte: „Es spricht nichts dagegen, damit zwischendurch mal die Ansätze zu korrigieren. Schwierig wird es immer dann, wenn eine neue Haarfarbe gewünscht wird. Denn da weicht das Ergebnis doch oft genug vom Wunsch ab.“

Der Friseurmeister Willi Decker aus Hamburg rät daher: „Wichtig beim Färben zu Hause ist, dass man möglichst dicht an der Natur- oder Salonfarbe bleibt. Größere Veränderungen wie von Braun auf Blond sollte man auf jeden Fall dem Profi überlassen.“ Und er empfiehlt, nach zweimaligem Kolorieren einen Salonbesuch einzuplanen, „um die Farbe entweder aufzufrischen oder aber zu verändern“. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, sich vom Friseur die Salonfarbe anmischen zu lassen und diese zu Hause zu benutzen. So kann man sicher sein, den Wunsch-Haarton zu behalten.

Im Wesentlichen werden zwei Arten von Färbemitteln unterschieden: Tönungen und Kolorationen. „Der Unterschied ist schnell erklärt“, sagt Laraia. „Tönungen legen sich auf das Haar und überziehen es mit Farbe. Diese Produkte waschen sich dementsprechend auch mit jeder Haarwäsche aus.“ Kolorationen dagegen verändern die Haarfarbe von innen heraus.

Eine Sonderrolle unter den Färbemitteln nehmen Blondierungen ein. „Sie fügen dem Haar keine Farbe zu, sondern bleichen es – sie entziehen ihm also die Farbe“, erläutert Huber. „Mit ihnen lässt sich eine dauerhafte Aufhellung um bis zu sechs Tonstufen erzielen.“ Diese Produkte sieht Laraia eher kritisch. Das gelte vor allem für die sogenannten Blondier-Sprays. „Man muss sich das so vorstellen: Die chemische Reaktion, die diese auf dem Haar auslösen, halten auch nach dem Aufsprühen an.“ Das Haar sei dauerhaft einem – wenn auch abgeschwächten – Aufhellungsprozess ausgesetzt. „Man kann sich vorstellen, dass das nicht zwingend gesund ist.“ Doch nicht nur das Haar kann unter einer aggressiven Farbbehandlung leiden, auch die Kopfhaut kann es treffen. „Es gibt durchaus auch Fälle, in denen es zu einer toxischen Reaktion kommt“, sagt die Dermatologin Uta Schlossberger aus Köln. „Das bezeichnen wir dann als toxische Kontaktdermatitis. Diese tritt nach äußerlichem Kontakt mit schädlichen Stoffen auf.“ Das könne bei Wasserstoffperoxid oder Ammoniak sein. „Im Unterschied zur allergischen Kontaktdermatitis handelt es sich dabei nicht um eine Abwehrreaktion der Haut auf einen an sich nicht gefährlichen Stoff, sondern um eine direkte Schädigung der Haut.“

Auch klassische Allergien sind bei Färbemitteln ein Thema. Deshalb rät Hautärztin Schlossberger dazu, den auf den Packungen empfohlenen Allergietest zu machen. Dabei wird eine Probe des Färbeprodukts auf die Haut aufgetragen. Nach einigen Stunden sieht man, ob der Körper darauf reagiert oder nicht.



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