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Wieder mal Pionierarbeit beim Automobilbau





Neckarsulm
Wieder mal Pionierarbeit beim Automobilbau
Von  Gundel Jacobi, 
22. April 2017, 02:00 Uhr
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Bei der nächsten Generation des Audi A8 kommt in der tragenden Karosseriestruktur erstmals ein Mix aus vier Materialien zum Einsatz. Foto: Audi

Foto: Audi
Beim nächsten A8 ersetzt Audi die Aluminium-Rohkarosserie durch einen Vier-Komponenten-Leichtbau.

Der Audi A8 im Jahre 1994 war mit seiner selbsttragenden Aluminiumkarosserie eine Sensation. Er war deutlich leichter als die Konkurrenten Mercedes S-Klasse und BMW 7er mit ihrer Haut aus Stahlblech, was ihn bei gleichen Motorleistungen schneller und sparsamer machte.

In dritter Generation, die noch in diesem Jahr auf den Markt kommt, wird der neue A8 eine Karosserie mit einer Mischung aus vier Materialien haben. Bei der Audi Space Frame (ASF) genannten Bauweise setzt das Unternehmen auf Aluminium, Stahl, Magnesium und durch Kohlefaser verstärkten Kunststoff (CFK).

Eine hochfeste und verwindungssteife Rückwand aus CFK bildet das flächenmäßig größte Bauteil und soll 33 Prozent zur Verwindungssteifigkeit des Gesamtfahrzeugs beitragen. Die Fahrgastzelle zum Schutz der Insassen ist aus Stahlblech gefertigt. Mit 58 Prozent den größten Anteil an der Karosserie haben die Aluminium-Komponenten. Vervollständigt wird die Materialmischung durch eine Domstrebe aus Magnesium, die 28 Prozent leichter als im Vorgängermodell ist.

Die verschiedenen Stoffe lassen sich nicht einfach so zusammennageln. Mit Hilfe von 14 verschiedenen Fügeverfahren werden die einzelnen Karosseriebauteile miteinander verbunden. Neben den bekannten Techniken wie Nieten, Schrauben, Kleben und Schweißen kommen beim neuen A8 neuartige Verfahren wie Rollfalzen, Laserstrahl-Remoteschweißen von Aluminium oder Gripstanznieten erstmals zum Einsatz. Erst die Entwicklung dieser Fügetechnologien macht den Einsatz des Werkstoffkonzepts im neuen A8 möglich.

Das Laserstrahl-Remoteschweißen von Aluminium wird bei den Aluminium-Türen verwendet und erlaubt über Spiegel gesteuert eine exakte Führung des 20 Zentimeter vom Bauteil entfernten Laserstrahls. Dieses neuartige Verfahren wird bisher ausschließlich bei Audi eingesetzt und spart laut Unternehmen 95 Prozent an Kosten gegenüber dem herkömmlichen Laserstrahlschweißen.

282 Kilogramm soll die Karosserie des neuen A8 wiegen – ein Bestwert in diesem Segment, meint Dr. Bernd Mlekusch, Leiter des Leichtbauzentrums in Neckarsulm. Allerdings ist sie damit 50 Kilogramm schwerer als die des noch aktuellen Modells. Audi erklärt das mit höheren Sicherheitsanforderungen und zukünftigen neuen Technologien: Das künftige Limousinen-Flaggschiff soll auf die Mitnahme von Batterien vorbereitet werden.

Beim Audi Q7 E-Tron, dem großen SUV mit Plug-in-Hybridantrieb, hat die dort eingebaute Batterie samt Elektronik ein Mehrgewicht von mindestens 350 Kilogramm zur Folge. Zudem ist für den neuen A8 ein Bordnetz mit 48 Volt vorgesehen. Beide Akkus brauchen eine tragfähigere und damit schwerere Karosserie.




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