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Telekom-Störung trennt 900 000 Haushalte vom Netz





Berlin (dpa)
Telekom-Störung trennt 900 000 Haushalte vom Netz
Von Renate Grimming, dpa,  28. November 2016, 16:45 Uhr
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten. Deutsche Telekom

Wegen einer Störung sind bei vielen Telekom-Kunden die Anschlüsse für Telefon, Internet und Fernsehen ausgefallen. Foto: Rolf Vennenbernd
Das Telefon ist tot, das TV-Programm weg und der Browser lädt nichts mehr. Fast eine Million Telekom-Kundenhaushalte waren seit dem Wochenende von massiven Netzausfällen betroffen. Der Konzern schließt einen Hackerangriff nicht aus, hält sich mit Details aber zurück.

Das Internet durchdringt für viele Menschen den kompletten Alltag, und in immer mehr Haushalten hält das Smart Home Einzug. Doch was ist, wenn das Internet ausfällt - und damit nichts mehr geht?

Für 900 000 Haushalte in Deutschland war das am Sonntagnachmittag plötzlich bittere Realität. Mit Hochdruck suchte die Deutsche Telekom nach der Ursache, selbst ein Hacker-Angriff wurde nicht ausgeschlossen. Mit eingespielten Software-Updates und Patches bekam das Unternehmen die Ausfälle am Montag (28. November) weitgehend in Griff. Offen blieb die Frage: Wie konnte es dazu kommen?

Eines der großen Rätsel dürfte für die Analytiker das uneinheitliche Fehlerbild sein, schätzt Jürgen Kuri, stellvertretender Chefredakteur des Fachmagazins «c't». Wie die Telekom berichtete, hatten manche Kunden seit Sonntagnachmittag zeitweise Einschränkungen bei der Internet-Nutzung oder starke Qualitätsschwankungen, bei manchen ging dagegen gar nichts mehr.

Die Router der Kunden wurden vom Konfigurierungsserver nicht mehr erkannt. Die Telekom riet betroffenen Nutzern, das Gerät für kurze Zeit vom Strom zu trennen und es dann erneut zu versuchen. Router sind die Schaltzentralen des Netzes und sorgen dafür, dass die Datenpakete ans Ziel kommen. Nach der Neuanmeldung und erneuten Registrierung war das Problem am Montag in den meisten Fällen behoben. Offenbar waren nur Router der Telekom-Marke Speedport betroffen. Laut Aussage des Herstellers AVM gab es nach aktuellem Stand keine Beeinträchtigungen bei Nutzern der Fritzbox.

Ob tatsächlich ein Hacker-Angriff die Ursache für die Ausfälle von Internet, Online-Fernsehen oder Telefon waren, blieb weiter ungewiss. Dafür müssten die Techniker nun klären, ob es in den Routern selbst Sicherheitslücken gab und ob es darüber Datenverkehr gegeben hat. Zunächst habe nichts auf einen äußeren Angriff hingedeutet, eine solche Attacke könne aber auch nicht restlos ausgeschlossen werden, sagte ein Telekom-Sprecher.

Die Telekom bot betroffenen Kunden mit Mobilfunkvertrag an, sich kostenlos einen unbeschränkten Tagespass freischalten zu lassen um das Internet über das mobile Netz zu nutzen. «Die dort angezeigten Kosten werden nicht berechnet», heißt es in dem auf Facebook bei «Telekom hilft» veröffentlichten Angebot. Wer keinen Mobilfunkvertrag bei der Telekom habe, könne Hilfe im nächsten Telekom-Shop bekommen.

Bis die Ursachen der Störung erkannt und vollständig geklärt sind, dürfte es nach Angaben der Telekom noch ein paar Tage dauern. Unterdessen wird die wachsende Anfälligkeit wichtiger Infrastrukturen durch den Ausfall mehr als deutlich. Die Bundesregierung verwies in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung der Cybersicherheit. Der nötige Schutz von Datennetzen sei eine Aufgabe, die Staat, Wirtschaft und Gesellschaft sehr ernst nehmen müssten und ernst nähmen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag. Bundesbehörden seien von den Ausfällen nicht betroffen gewesen, hieß es.



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