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Sport am Computer gewinnt immer mehr Fans – Vereine wie Schalke 04 haben schon eigene Profi-Abteilungen





Leipzig
Zocken auf Spitzenniveau
Sport am Computer gewinnt immer mehr Fans – Vereine wie Schalke 04 haben schon eigene Profi-Abteilungen

dpa-Mitarbeiterin Birgit Zimmermann,  12. Januar 2017, 02:00 Uhr
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Wettbewerbe für Computerspieler, sogenannte E-Sports-Turniere, locken immer mehr Teilnehmer an. Foto: DPA
Das Festival Dream-Hack macht Leipzig an diesem Wochenende zum Treffpunkt der Computerspiel-Szene. Aus der ganzen Republik reisen Spieler an, um sich bei sogenannten E-Sport-Turnieren zu messen. Denn Zocker-Wettbewerbe liegen im Trend.

Wenn Denis Howell aus dem Saarland sich durch das blutige Strategie-Spiel „Counter-Strike“ bewegt, schauen Hunderte oder gar Tausende am Computer zu. Der 22-Jährige ist einer der besten Computerspieler der Welt und besitzt eine regelrechte Fangemeinde. Er fliegt rund um den Globus zu Turnieren, hat Werbeverträge und gibt Autogrammstunden.

Howell gehört zu einer Szene, die in Deutschland zunehmend ins Rampenlicht rückt: E-Sport. Unter dem Begriff wird Computerspielen auf professionellem Niveau verstanden. Die nationale Elite der Zocker trifft sich an diesem Wochenende in Leipzig zum Festival Dream-Hack.

Auf der Dream-Hack wird es ein großes „Counter-Strike“-Turnier geben. Auch die Fußball-Simulation Fifa wird als Wettbewerb gespielt. Längst haben sich wie im richtigen Sport Profi-Ligen etabliert, bei Weltmeisterschaften geht es um Preisgelder in Millionenhöhe. Auf Kanälen wie Twitch oder Youtube übertragen die Spieler ihren Sport – und verdienen damit Geld über Werbung und Sponsoring.

Auch große Sportvereine sehen inzwischen ein Potenzial im E-Sport. Schalke 04 hat zum Beispiel 2016 eine eigene E-Sports-Abteilung gegründet. „Es ist für uns eine Sportart, wie es andere Sportarten auch sind. Und es ist ein extrem stark wachsender Markt“, sagt der Leiter, Tim Reichert. Es gibt bei Schalke ein „Fifa“-Team auf Amateurbasis und ein professionelles Team für das Strategiespiel „League of Legends“. Dessen fünf Spieler samt Trainer und Teammanager sind wie die Fußballprofis bei Schalke angestellt. In einem eigens dafür eingerichteten Gaming-Raum trainieren sie täglich in Vollzeit die „League of Legends“-Kniffe.

Eine Studie der Unternehmensberatung Deloitte und des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) sagt E-Sport ein rasantes Wachstum voraus. 2016 seien damit in Deutschland 50 Millionen Euro umgesetzt worden, hauptsächlich über Werbung, Sponsoring und große Turniere. 2020 werde der Umsatz schon bei 130 Millionen liegen. Gegen die knapp 2,4 Milliarden Euro der Fußball-Bundesliga ist das zwar wenig. „Jedoch ist E-Sport nicht mehr weit von den anderen etablierten Sportarten wie Handball, Basketball oder Eishockey entfernt“, schreiben die Deloitte-Berater.

Groß geworden ist E-Sport im Internet, im Fernsehen wurde es in Deutschland bisher nur vereinzelt gezeigt. Entsprechend gilt für die Hauptzielgruppe: jung, männlich, internet-affin. Die Vermittlung des E-Sport in breiteren Bevölkerungskreisen sei schwierig, sagt Schalke-Manager Reichert. „Für die junge Generation ist es das Alltäglichste der Welt. Bei der älteren Generation gibt es da viele Fragezeichen.“

Umstritten ist die Frage „Ist das Sport oder nicht?“ Bislang gilt von offizieller Seite dazu ein kategorisches Nein. BIU-Geschäftsführer Maximilian Schenk sagt hingegen: „E-Sport ist Sport und gehört daher wie andere Sportarten auch als solcher anerkannt.“ Diese Forderung ist eine von zehn, die die Games-Branche zur Bundestagswahl 2017 aufgestellt hat.

Untersuchungen von Sportwissenschaftlern zeigten, dass wettbewerbsorientierte Spiele wie „League of Legends“ oder „Counter-Strike“ von den Spielern ähnliche körperliche und psychische Leistungen erforderten, wie sie auch von Sportlern anderer Disziplinen verlangt werden, sagt Schenk. „Es geht um Körperbeherrschung, Reaktionsgeschwindigkeit und präzises Timing.“ Und ohne Werte wie Teamgeist und Fairplay gehe es auch im E-Sport nicht.




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