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Heimatverbundenheit und Internationalität – Universität der Großregion macht's möglich





Saarbrücken
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Heimatverbundenheit und Internationalität – Universität der Großregion macht's möglich

Von  Christian Leistenschneider, 
10. Januar 2017, 02:00 Uhr
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Die Luxemburgerin Laura Zaccaria absolviert ein trinationales Master-Studium an den Unis in Luxemburg, Lothringen und Saarbrücken, die Teil der Universität der Großregion sind. Foto: Zaccaria

Foto: Zaccaria
Sechs Universitäten in vier Ländern – das ist die Universität der Großregion. Sie ermöglicht ein grenzüberschreitendes Studium in Deutschland, Frankreich, Luxemburg und Belgien. Studenten sollen damit auch auf den regionalen Arbeitsmarkt vorbereitet werden.

Die Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag des Beitritts des Saarlandes zur Bundesrepublik Deutschland haben dieser Tage wieder die besondere Position des kleinen Bundeslandes ins Bewusstsein gerufen. Es liegt am Rand Deutschlands, aber aus europäischer Sicht so zentral wie kaum eine andere Region auf dem Kontinent.

Das zeigt auch die Teilnahme der Saar-Uni an der Universität der Großregion (UniGR). Dabei handelt es sich um einen Kooperationsverbund von sechs Universität aus vier Ländern. Neben der Saar-Uni gehören die französische Universität Lothringen mit Sitz in Metz und Nancy dazu, die belgische Uni Lüttich, die Uni Luxemburg sowie die TU Kaiserslautern und die Uni Trier. Studenten, die an dem Angebot teilnehmen, können sich ohne zusätzliche Gebühren bei den Partner-Unis einschreiben, deren Bibliotheken und Mensen nutzen und Lehrveranstaltungen besuchen.

„Unser Anliegen ist besonders, jungen Menschen auch ohne aufwendigen Auslandsaufenthalt die Möglichkeit zu geben, in die Hochschullandschaften anderer Länder reinzuschnuppern“, sagt Carola Hodyas, UniGR-Referentin an der Saar-Uni.

An der Hochschule gibt es etwa 20 Doppel- oder sogar Dreifachstudiengänge, deren Absolventen ein Diplom mehrerer Universitäten erhalten. Dafür gibt es je nach Fachrichtung und Abschluss unterschiedliche Modelle. Mal verbringen die Studenten ein ganzes Semester an der Partner-Uni, mal einen Tag in der Woche. Oder sie belegen Blockseminare. Eingeschrieben sind sie an allen Universitäten, haben aber eine Heimat-Uni als Basis.

Für Laura Zaccaria ist das die Uni Luxemburg. Die 23-Jährige Luxemburgerin absolviert einen trinationalen Master zur Kulturgeschichte des deutschsprachigen Raums, für den sie Kurse an den Unis in Luxemburg, in Lothringen und in Saarbrücken besucht. „Jedes Semester pendle ich ein- bis zweimal wöchentlich nach Saarbrücken und Metz, da ich an jeder Universität mindestens 30 Kreditpunkte absolvieren muss, um den dreifachen Abschluss zu erhalten“, erzählt sie.

Die Fahrtkosten für diesen Aufwand werden vom Mobilitätfonds der UniGR erstattet. Wer nachweisen kann, dass er Veranstaltungen oder Bibliotheken einer der Partner-Unis des UniGR-Verbundes besucht hat, bekommt die Reisekosten für seinen Ausflug zurückgezahlt.

Zaccaria schätzt es vor allen Dingen, unterschiedliche Unterrichts- und Forschungsmethoden kennenlernen zu können. „Die Lehrmethoden der Universitäten variieren stark. Während die Dozenten an den Universitäten Luxemburg und Saarland den Dialog mit den Studierenden suchen, greifen die Dozenten an der Universität Lothringen auch in Seminaren eher auf die traditionelle Vorlesungsmethode zurück, bei der die Studierenden weniger zu Wort kommen.“

Ein erklärtes Ziel des Hochschulverbundes ist es, die Studenten auf den Arbeitsmarkt im politischen Raum der Großregion vorzubereiten. Auch Zaccaria glaubt, dass sie das Studium über die Landesgrenzen hinweg gut auf den Arbeitsmarkt vorbereitet. „Es gibt beispielsweise Absolventen des trinationalen Masters, die jetzt in einer Kulturabteilung der luxemburgischen Botschaft in Deutschland oder als Redakteur bei einem Kulturmagazin der Saar-Lor-Lux-Großregion arbeiten.“

Bei der Nachfrage der Studenten an der Saar-Uni ist noch Luft nach oben. Genaue Zahlen gibt es nicht, aber etwa 60 Studenten lassen sich jedes Jahr die Mobilitätskosten von der UniGR erstatten. Trotzdem ist die Mobilität eines der Hauptprobleme für das Angebot. „Auch wenn wir geographisch nah dran sind, ist die Verkehrsverbindung ins Ausland schwierig. Wer kein eigenes Auto hat, überlegt es sich dreimal, ob er Zeit für eine Zugreise hat“, sagt Carola Hodyas.

uni-gr.eu/de


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