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Qualitätspakt Lehre: Bildungsministerium fördert Mentorenprogramme an der HTW mit Millionenbetrag





Saarbrücken
Betreutes Studieren
Qualitätspakt Lehre: Bildungsministerium fördert Mentorenprogramme an der HTW mit Millionenbetrag

Von  Nina Scheid, 
29. November 2016, 02:00 Uhr
Studienabbrüche sind weder bei der Politik, noch bei den Hochschulen gern gesehen. Darum arbeiten beide gemeinsam an Konzepten, ihre Zahl so gering wie möglich zu halten. Die Hochschule für Technik und Wirtschaft wird besonders gefördert.

Bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre: Dieses Ziel verfolgt das Förderprogramm „Qualitätspakt Lehre“ des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Dafür werden Universitäten und Hochschulen in ganz Deutschland finanziell gefördert, die Projekte zur Verbesserung der Lehre entwickeln.

Dazu zählt auch die Hochschule für Technik und Wirtschaft in Saarbrücken: Ihr Projekt „Optimierung des Studienerfolgs“ erhielt zunächst für den Zeitraum 2012 bis 2016 rund sechs Mio. Euro (die SZ berichtete) und nun für weitere vier Jahre bis Ende 2020 noch einmal knapp sechs Mio. Euro. Dies entspricht in vollem Umfang der beantragten Fördersumme und finanziert dem Projekt somit alle geplanten Maßnahmen sowie 28 Mitarbeiterstellen, teilte die HTW mit.

Inhaltlich stützt sich das Projekt der Hochschule auf vier Säulen: Betreuung, Individualisierung, Praxisorientierung und Qualitätsmanagement. Im Bereich „Betreuung“ spielen Mentoren-Programme eine große Rolle: Derzeit lediglich als Option für Studieneinsteiger verfügbar, soll künftig auch eine engere Betreuung für Studenten in der Hauptstudienphase sowie eine Berufsvorbereitung für Absolventen angeboten werden.

Im Moment profitieren die Erstsemester von einem Mentoring-Programm, bei dem einer kleinen Gruppe von Neulingen ein erfahrenerer Student zur Seite gestellt wird, der sie in die Welt der Hochschule einführt. Laut Markus Ehses, der für die Gesamtprojektkoordination zuständig ist, sind etwa 70 Mentoren für rund 600 bis 700 Erstsemesterstudenten verantwortlich.

Einer dieser Mentoren ist Björn Stemler, Student für Erneuerbare Energien und Energiesystemtechnik. Er steht den Neuankömmlingen in diesem Jahr bereits zum dritten Mal zur Seite, um ihnen den Studieneinstieg zu erleichtern. „Die Aufgaben sind verschieden: Ich zeige ihnen zum Beispiel den Campus oder erkläre ihnen grundlegende Dinge zum organisatorischen Ablauf als Student.“ Das diene dem Ziel, die Studenten vor Überforderung zu schützen und dadurch langfristig die Zahl der Studienabbrecher zu verringern.

Neben dem sich stetig weiterentwickelnden Mentoring-Programm bietet das Projekt „Optimierung des Studienerfolgs“ der HTW zudem zusätzliche Tutorien in Fächern mit hoher Durchfallquote an, organisiert Seminare zu Themen wie Zeitmanagement und Lerntechniken, fördert den internationalen Austausch (nicht nur für Studenten und Lehrende sondern auch für Verwaltungsangestellte) und vermittelt Unternehmenskontakte.

„Wir wollen unsere Studenten ganzheitlich und individuell ausbilden und fördern, und keine Fachidioten aus ihnen machen“, so Markus Ehses. Deshalb sollten dem Nachwuchs auch soziale Kompetenzen vermittelt werden. Das Team würde solche Fächer gerne in den Lehrplan miteinbeziehen. Dies bedeute allerdings organisatorische Probleme, da andere Studienmodule dafür Leistungspunkte abgeben müssten, erklärt Ehses. Die Tatsache, dass das Bildungsministerium alle Maßnahmen des Projektes als förderungswürdig ansieht, freue ihn und seine Kollegen jedoch sehr.

Auch wenn sich der Erfolg des gesamten Projektes schwer in Zahlen darstellen lasse, bekämen die Verantwortlichen regelmäßig positive Rückmeldung von den Studenten. Sätze wie „Ohne eure Hilfe hätte ich mein Studium geschmissen“ dienen ihnen als Bestätigung.

Eine langfristige Finanzierung des Projekts fehle bislang allerdings: Der Zuschuss des „Qualitätspakt Lehre“ endet 2020. Ohne eine Anschlussfinanzierung brechen ein Großteil der Stellen und somit auch das Gerüst des gesamten Unterfangens weg, da 97 Prozent des Geldes für Personalkosten benötigt werden.

Derzeit konzentrieren sich Markus Ehses und sein Team auf die Weiterentwicklung und Verbesserung der aktuellen Teilprojekte. Dazu soll bald auch ein Stipendium gehören, welches im Namen von Professor Enrico Lieblang Studenten unterstützen wird: Der kürzlich verstorbene Lieblang war als Prorektor und Initiator von „Optimierung des Studienerfolgs“ an der HTW tätig.


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