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"Das sind gleichmacherische Träume"





"Das sind gleichmacherische Träume"
18. Februar 2011, 10:40 Uhr
Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, rät dem Saarland von einer Einführung der Gemeinschaftsschule ab. Mit ihm sprach SZ-Redakteurin Stefanie Marsch.
Herr Kraus, die saarländische Regierung will Erweiterte Real- und Gesamtschulen zur Gemeinschaftsschule verschmelzen. Was bedeutet das für das Bildungssystem im Saarland?

Kraus: Ich kann der saarländischen Regierung nur dringend von diesem Schritt abraten. Ich befürchte, dass das Niveau der Schul-Abschlüsse deutlich sinken würde und das Saarland auch im Bundesvergleich zurückfallen würde. In den neuesten Studien wie zum Beispiel Pisa lag das Saarland auf einem guten Platz im Mittelfeld. Bei einer Einführung der Gemeinschaftsschule müsste man sich eher mit den hinteren Rängen anfreunden.

Warum sehen Sie die Gemeinschaftsschule so negativ?

Kraus: Im Grunde ist sie eine umetikettierte Gesamtschule - und die hat in Deutschland bisher miserabel abgeschnitten. Sie fällt unter das Niveau der Realschule. Der Gedanke des längeren gemeinsamen Lernens, der hinter der Gemeinschaftsschule ebenso wie der Gesamtschule steckt, hat sich nicht bewährt. Das bestätigen viele Studien. So hat das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung festgestellt, dass bei Gesamtschulen das Bildungsniveau am Ende der 10. Klasse zwei Jahre hinter dem der Realschule und sogar drei hinter dem des Gymnasiums zurückliegt.

Dennoch hat längeres gemeinsames Lernen viele Befürworter. Und es gibt schon in mehreren Bundesländern Gemeinschaftsschulen.

Kraus: Da spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Zum einen geht es um gute Bilanzen. Man senkt das allgemeine Niveau, um erfreuliche Quoten bei der Mittleren Reife und dem Abitur zu haben.

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