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Schwere Geburt einer neuen Schulform





Schwere Geburt einer neuen Schulform
Von SZ-Redakteur Patrick Griesser,  18. Februar 2011, 10:39 Uhr
Bildungsminister Klaus Kessler (Grüne) will bei der geplanten Schulreform keine gesetzlich festgelegte Klassengröße vereinbaren. Er geht davon aus, dass die Linksfraktion darauf verzichtet.
Saarbrücken. Landschaften verändern sich in der Natur gemächlich. Kontinentalplatten schieben sich auf- und untereinander. Unmerklich. Erst wenn sich aufgestaute Spannung löst, kracht es. An der Saar geht durch und Schul- und politische Landschaft seit Mittwoch ein Ruck. Zwar entsteht dabei keine neue Welt, allerdings baut sich Spannung auf, seit die Linken in Fraktion und Vorstand beschlossen haben, die Schulreform von CDU, FDP und den Grünen mitzutragen.

Bis zur Sommerpause soll die Änderung der Verfassung unter Dach und Fach sein. Möglichst im Mai will Bildungsminister Klaus Kessler - der Motor der Reform - den Landtag endgültig darüber abstimmen lassen, dass die Gemeinschaftsschule und das Gymnasium dort verankert werden. Die letzte Verhandlungsrunde zwischen den Fraktionen ist am 23. Februar. Eine Einigung nur Formsache? Womöglich nicht.

Für die Schullandschaft bedeutet es eine tiefgreifende Veränderung, wenn Gesamt- und Erweiterte Realschulen (ERS) zusammenwachsen und zur Gemeinschaftsschule werden. Nach den Vorstellungen der Regierung sichert die vor allem kleinere Standorte, die sonst angesichts zurückgehender Schülerzahlen bedroht wären. Die Gemeinschaftsschule soll eine Alternative zum achtjährigen Gymnasium sein und den Weg zur Hochschulreife in 13 Jahren durch eigene Oberstufen oder Kooperationen eröffnen, wie Bildungsminister Kessler mehrfach betont hatte.

Die "wohnortnahe Gemeinschaftsschule" nannte das die Linke in ihrer Vorlage zur entscheidenden Sitzung am Mittwoch.

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