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Der Dirigent, sein Taktstock und die Bühne





Der Dirigent, sein Taktstock und die Bühne
Von SZ-Redakteur Patrick Griesser,  17. Februar 2011, 10:42 Uhr
Wie Oskar Lafontaine die Bildungspolitik nutzt, um die Linke salonfähig zu machen.
Die Kameras laufen, die Fotografen sind in Stellung. Der saarländische Landtag in einem mit Spannung erwarteten Moment: Peter Müller und Oskar Lafontaine heben die Hand. Stimmen für eine gemeinsame Bildungspolitik. Der ehemalige und der aktuelle Ministerpräsident schmieden einen Schulkompromiss durch eine Verfassungsänderung, die aus Erweiterten Real- und Gesamtschulen die neue Gemeinschaftsschule werden lässt. CDU und die Linke machen gemeinsame politische Sache.

Das ist derzeit Zukunftsmusik. Der Termin für diese Landtagssitzung? Nicht absehbar. Noch nicht. Doch dieser gemischte Chor aus CDU, FDP, Grünen und den Linken mit dem Dirigenten Lafontaine marschiert schon hinter dem Vorhang auf. Spätestens, seit gestern der Landesvorstand und die Fraktion der Linken ihre Zustimmung zur Gemeinschaftsschule in Aussicht gestellt haben. Lafontaine sagte bereits tags zuvor: "Die Einführung der Gemeinschaftsschule an der Saar ist das erklärte Ziel der Partei." Er reagierte damit unmittelbar auf die Ankündigung von Bildungsminister Klaus Kessler (Grüne, Foto: SZ), die Lehrerfeuerwehr bis 2014 um 90 Stellen aufzustocken und bereits zum kommenden Schuljahr mit organisatorischen Maßnahmen den Unterrichtsausfall zu bekämpfen. Nur "kosmetische Maßnahmen" befürchtet die Vereinigung der Schulleiter der Gymnasien des Saarlandes. Die Landeselterninitiative für Bildung bezweifelt die Wirkung einer auf Landesebene angesiedelten stärkeren Lehrerfeuerwehr. Einwände, die angesichts der strategisch geführten Debatte nachrangig sein dürften.

Von Lafontaines nächstem Coup ist nun die Rede.

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