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SPD gibt Gemeinschaftsschule den politischen Laufpass





SPD gibt Gemeinschaftsschule den politischen Laufpass
27. Januar 2011, 09:44 Uhr
Die SPD hat gestern einstimmig in ihrem Landesvorstand beschlossen, die geplante Verfassungsänderung für die Gemeinschaftsschule nicht zu unterstützen. Bildungsminister Kessler (Grüne) zeigte sich "nicht überrascht" von der Entscheidung.
Saarbrücken. Die geplante Gemeinschaftsschule steht vor dem Aus. Die SPD hat gestern Abend das Angebot der Landesregierung und der Koalition aus CDU, FDP und Grünen abgelehnt. SPD-Landeschef Heiko Maas sagte im Anschluss an ein Treffen des Landesvorstandes mit SPD-Bildungspolitikern, dass es unter anderem "keine verlässliche Planung gegeben habe, wo in Zukunft welcher Abschluss gemacht werden könnte".

Maas bemängelte auch, dass es keine Gleichwertigkeit zwischen Gymnasium und Gemeinschaftsschule gegeben hätte. Die Gemeinschaftsschule als neuer Schultyp aus Erweiterten Real- und Gesamtschulen drohte nach dem Modell der Landesregierung zu einer Schule zweiter Klasse zu werden. Die Sozialdemokraten befürchteten auch pädagogische Nachteile: "Es gibt auch keine Binnendifferenzierzierung in der Gemeinschaftsschule, so wie wir es für notwendig halten, um weniger Selektion zu haben", sagte Maas im Anschluss an die eineinhalbstündige Diskussion, in der es keinen Zuspruch für die Schulreform gegeben habe. Maas: "Nach dem G 8 sind wir nicht noch einmal bereit, die Kinder unseres Landes zu Versuchskaninchen einer unausgegorenen Schulpolitik zu machen." Die Regierung muss ihre Hoffnung damit auf die Linke und Fraktionschef Oskar Lafontaine setzen, um das bildungspolitische Vorzeigeprojekt doch noch umsetzen zu können. Die Koalitionspartner benötigen eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Landtag, da die Schulformen in der Landesverfassung verankert sind. Die Linke hat allerdings während der monatelangen Verhandlungen über den neuen Schultyp ähnlich hohe Hürden wie die SPD für ein Ja zur Gemeinschaftsschule aufgebaut.

Bildungsminister Klaus Kessler (Grüne) erfuhr noch gestern Abend im Landtag vor einem Sitzungssaal von der Absage. Seine erste Reaktion: "Ich bin nicht überrascht." Kurzes Zögern: Enttäuscht sei er auch nicht. pg

 



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