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Schulreform: Linke will Garantien





Schulreform: Linke will Garantien
Von SZ-Redakteur Norbert Freund ,  13. Januar 2011, 11:54 Uhr
Die Linke verlangt für ihre Zustimmung zu einer Verfassungsänderung in Sachen Schulreform rechtliche Garantien von der Koalition. Sie will möglichst viel im Gesetz und nicht per Verordnung regeln.
Saarbrücken. Die Linke will einer Verfassungsänderung zur Einführung der Gemeinschaftsschule nur dann zustimmen, wenn wesentliche Aspekte der neuen Schulform nicht per Verordnung, sondern gesetzlich geregelt werden. Wie Linken-Fraktionsvize Barbara Spaniol der SZ mitteilte, gilt dies nicht nur für die künftigen Klassengrößen, sondern auch für die Binnendifferenzierung als Regelform des Unterrichts und für die Organisation der Oberstufen. Binnendifferenzierung fördert das individualisierte Lernen ebenso wie das kooperative Lernen in Partnerarbeit und in Kleingruppen, alles im Klassenverband. Bei einer Festlegung im Gesetz müsste, so Spaniol, jedes Mal der Landtag entscheiden, wenn die Regierung etwas ändern will. Verordnungen kann die Regierung auch ohne Mitwirkung des Landtags ändern.

Zudem soll es in jeder Gemeinde künftig eine Gemeinschaftsschule geben – in größeren Kommunen und Ballungszentren entsprechend mehr. Das „Sitzenbleiben“ müsse dort mindestens bis Klasse 9 ausgeschlossen sein, so Spaniol.

Ferner müsse es einen Vorrang für kleine Klassen in „sozialen Brennpunkten“ geben. Dort sei entsprechend mehr Lehrpersonal zur Verfügung zu stellen, betonte die Vizechefin der Linksfraktion. Es gehe nicht darum, „Privilegien“ für die Gemeinschaftsschule zu schaffen, wie Ministerpräsident Peter Müller (CDU) gemeint habe, sondern um den Ausgleich von Nachteilen.

Als „Richtgröße“ für die Klassenstärke der Gemeinschaftsschule müssten 20 bis höchstens 25 Schüler gesetzlich festgeschrieben werden, forderte Spaniol. Zugleich besteht die Linke darauf, dass der Klassenteiler für alle Schulformen schrittweise abgesenkt wird.

Den Vorrang für binnendifferenzierten Unterricht in der Gemeinschaftsschule statt der frühen Trennung der Kinder nach unterschiedlichen Lernniveaus will Spaniol ebenfalls im Gesetz festschreiben, wobei binnendifferenzierter Unterricht die Regel sein müsse.

Die Gemeinschaftsschule müsse „das Recht auf eine eigene Oberstufe haben, um die Augenhöhe mit dem Gymnasium zu wahren“, sagte Spaniol. Gemeinschaftsschulen könnten auch untereinander oder mit Oberstufengymnasien und Berufsbildungszentren kooperieren. Mit Gymnasien sollten Gemeinschaftsschulen aber nur ausnahmsweise kooperieren, und dann auch „nur in Bezug auf bestimmte Kurse“.

Die Linken-Politikerin hob hervor, dass die Koalition jetzt einen Schulentwicklungsplan vorlegen müsse. Spaniol möchte garantiert wissen, dass die Fusion von Erweiterter Realschule und Gesamtschule nicht zu Schulschließungen führt.

Stichwort

Gemeinschaftsschulen sollen nach dem Willen der Koalition die bisherigen Erweiterten Realschulen und Gesamtschulen ersetzen. Während ihr dabei eine Mischung aus diesen beiden Schulformen vorschwebt, pocht die Opposition darauf, dass die neue Schulform möglichst viele Gesamtschul-Elemente enthält. nof


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