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Festo will im Saarland investierenDeutsche Stahlindustrie erwartet stabiles Jahr 2012

Von SZ-Redakteur Lothar Warscheid

Hannover/St. Ingbert. Die auf Automatisierungstechnik spezialisierte Festo-Gruppe will stärker als bisher geplant in den saarländischen Standort St. Ingbert-Rohrbach investieren. Das kündigte der Festo-Vorstandsvorsitzende Eberhard Veit gestern auf der Hannover-Messe an. Konkrete Entscheidungen "werden in wenigen Wochen fallen", sagte Veit der Saarbrücker Zeitung (Veröffentlicht am 24.04.2012)

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Festo-Chef Eberhard Veit präsentiert eine künstliche Hand. Foto: Festo

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. Hannover/St. Ingbert. Die auf Automatisierungstechnik spezialisierte Festo-Gruppe will stärker als bisher geplant in den saarländischen Standort St. Ingbert-Rohrbach investieren. Das kündigte der Festo-Vorstandsvorsitzende Eberhard Veit gestern auf der Hannover-Messe an. Konkrete Entscheidungen "werden in wenigen Wochen fallen", sagte Veit der Saarbrücker Zeitung. Derzeit wird das Werk in St. Ingbert für rund 15 Millionen Euro erweitert. Neben den pneumatischen (mit Druckluft betriebenen) Antrieben "soll der wachsende Bereich der elektronischen Antriebe sowie die Sparte Prozessautomatisierung in unserem saarländischen Werk eine wachsende Rolle spielen", betonte der Festo-Chef. Die deutschen Werke an der Saar und im schwäbischen Stammsitz in Esslingen sollen "hochautomatisiert zu modernsten Technologiefabriken ausgebaut werden". An der Saar beschäftigt das schwäbische Familienunternehmen knapp 2600 Mitarbeiter.

Ein Schwerpunkt auf der Messe ist der Einsatz der Technik in Kläranlagen (Halle 26, Stand B23), in denen sich pneumatische und elektrische Antriebe von Festo bei den verschiedenen Zuflüssen und Pumpstationen kombinieren lassen. Festo arbeitet außerdem an Lösungen, die Abwasser-Aufbereitung nicht nur vollständig zu automatisieren, sondern sie auch unabhängig vom öffentlichen Stromnetz zu betreiben. "Wir kombinieren sie mit Solar- und Windenergie-Anlagen", erläutert Eckhard Roos, Leiter der Prozessautomation bei Festo. Das sei nicht nur für heimische Städte und Gemeinden interessant, "da 20 Prozent der elektrischen Energie der Kommunen in Deutschland allein von Kläranlagen verbraucht werden". Spannend sei diese Lösung vor allem für Entwicklungsländer, wo die Abwasser-Aufbereitung häufig dort benötigt werde, wo es noch kein Stromnetz gebe.

Ansonsten brennt Festo an seinem Hauptstand (Halle 15, Stand D07) wieder ein Feuerwerk technischer Neuentwicklungen ab. Für besondere Aufmerksamkeit sorgt die "Exo-Hand", die einer richtigen Hand nachgebildet ist. Sie kann aber - wenn gewünscht - kräftiger zupacken. In der Montage kann sie zum Beispiel dort eingesetzt werden, wo Menschen mit ihren Fingern schwer hinkommen oder Werkzeuge nicht präzise genug arbeiten. Sie kann auch in einer gefährlichen oder gesundheitsgefährdenden Umgebung eingesetzt werden.

Über mangelndes Geschäft kann sich Festo nicht beschweren. "Die Gruppe hat im Geschäftsjahr 2011 den besten Umsatz ihrer Firmengeschichte erzielt", bilanzierte Veit. Die Umsätze stiegen um 18 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Für 2012 erwartet Festo "nach zwei Rekordjahren" eine Umsatz-Steigerung zwischen sechs und sieben Prozent.

Die Zahl der Mitarbeiter stieg 2011 weltweit auf 15 500 (Vorjahr 14 600). Davon sind 7100 (Vorjahr 6800) in Deutschland beschäftigt. An Investitionen flossen 125 Millionen Euro. Den Gewinn gibt Festo traditionell nicht bekannt. 2010 hatte die Festo-Gruppe aber eine Umsatzrendite nach Steuern von 7,4 Prozent erwirtschaftet.Hannover. Die deutsche Stahlindustrie wird aus heutiger Sicht "ein stabiles Jahr 2012 erleben". Die Rohstahl-Produktion wird sich mit 44 Millionen Tonnen auf einem ähnlichen Niveau bewegen wie im vergangenen Jahr, als 44,3 Millionen Tonnen die Stahlwerke verließen. Diese Prognose machte gestern der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, anlässlich der Hannover-Messe. Im ersten Quartal lag die Fertigung mit 10,9 Millionen Tonnen zwar immer noch um fünf Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Doch im März habe die Stahlindustrie mit einer 90-prozentigen Auslastung der Produktionsanlagen schon wieder kräftig Boden gut gemacht.

Auch die Entwicklung der Aufträge "lässt auf eine stabile Konjunkturentwicklung hoffen", ist Kerkhoff zuversichtlich. Seit September seien die Orderbestände um 14 Prozent gestiegen. Die Nachfrage käme sowohl von den Autoherstellern als auch aus der Bauwirtschaft und dem Maschinenbau. Deutschland steht mit dieser Auftragsstabilität allerdings allein da. Im Vergleich zu Jahr 2006 hinke die Stahlnachfrage in der Europäischen Union immer noch um 20 Prozent hinterher. Weltweit rechnet die Wirtschaftsvereinigung "mit einer moderat anziehenden Stahlkonjunktur".

Kerkhoff warnt vor weiteren Belastungen durch steigende Energiepreise und eine Verteuerung der Emissionszertifikate. Er befürchtet, dass deswegen ab 2013 "Zusatzkosten in dreistelliger Millionenhöhe auf die deutsche Stahlindustrie zukommen". low

Hintergrund

Aus dem Saarland sind knapp 20 Firmen und Forschungseinrichtungen auf der Hannover-Messe vertreten. Darunter sind Stammgäste wie die Dillinger Bartz-Werke, die sich in der Leistungsschau der Deutschen Gießerei-Industrie präsentieren. Premiere hat die VSE-Tochter Famis. Der Gebäude-Dienstleister zeigt, wie Industrie, Gewerbe und Kommunen bis zu 30 Prozent Energie einsparen können.

Mehr als 110 000 Stellen seien bundesweit nicht besetzt, berichtet der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) auf der Messe. Den wirtschaftlichen Schaden durch den Fachkräftemangel beziffert der Verein in einer Studie mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) auf acht Milliarden Euro.

Plagiate kosten deutsche Maschinenbauer jährlich Milliarden. "China wird mit Abstand am häufigsten genannt", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Hannes Hesse. Doch auch in Deutschland nähmen die Fälschungen zu. Der Umsatzverlust summiere sich für das vergangene Jahr auf 7,9 Milliarden Euro. low/dpa

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