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Italienische Bahn soll ab 2014 Strecken vom Saarland aus bedienen

Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia

Saarbrücken. Bahnchef Rüdiger Grube kommt heute nach Saarbrücken. Ein seit längerem geplanter Routinetermin, denn er will sich im Rahmen regelmäßiger Besuche der Regionen mit seinen saarländischen Führungskräften und Mitarbeitern austauschen. Aus der Routine wird jetzt Krisenmanagement (Veröffentlicht am 01.02.2012)

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Eine Tochtergesellschaft der italienischen Staatsbahn wird an Stelle von DB Regio (unser Bild) ab 2014 voraussichtlich große Teile des Nahverkehrs in unserer Region übernehmen. Foto: Becker & Bredel

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. Saarbrücken. Bahnchef Rüdiger Grube kommt heute nach Saarbrücken. Ein seit längerem geplanter Routinetermin, denn er will sich im Rahmen regelmäßiger Besuche der Regionen mit seinen saarländischen Führungskräften und Mitarbeitern austauschen. Aus der Routine wird jetzt Krisenmanagement. Überraschend werden ihm der Betriebsrat von DB Regio, die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) an der Saar sowie die um Wählerstimmen kämpfenden Politmatadore Annegret Kramp-Karrenbauer, Heiko Maas und Oskar Lafontaine "einen großen Bahnhof" bereiten. Die Erwartungen sind hoch. Denn der Betriebsratschef von DB Regio, Ralf Damde, sagt: "Wir sitzen auf glühenden Kohlen. Die Politik muss uns helfen." Es drohe jetzt die Zerschlagung der letzten selbstständig agierenden Einheit der Bahn an der Saar: der DB Regio. Seit der Bahnreform im Jahr 1994 hat die Bahn die Zahl der Arbeitsplätze im Saarland von 6200 auf heute 2700 abgebaut. Bei der DB Regio arbeiten noch 300 Beschäftigte, die von hier aus auch große Teile des Nahverkehrs in Rheinland-Pfalz planen. Damde glaubt sogar, dass es jetzt noch dicker kommt. Auch das Reisezentrum und die Betriebsbereiche DB Sicherheit sowie Station und Service stünden zur Disposition.

Das Fass zum Überlaufen gebraucht habe die Ausschreibung zur künftigen Bedienung des Nahverkehrs in Rheinland-Pfalz ab dem Jahr 2014. Hier standen zahlreiche Strecken zur Wiedervergabe an: unter anderem von Saarbrücken über Mainz zum Frankfurter Flughafen, aber auch von Koblenz über Bad Kreuznach bis nach Wissembourg. Zur Überraschung, auch von DB Regio, habe die Deutsche Bahn im Bieterverfahren gegen den einzigen Konkurrenten verloren: die Regentalbahn mit Sitz im bayerischen Viechtach, eine Tochtergesellschaft der italienischen Staatsbahn. Die Hintergründe sind noch unklar. Von der Deutschen Bahn war bis gestern Abend keine offizielle Stellungnahme zu bekommen. Sie verweist auf den Zweckverband Rheinland-Pfalz-Süd (SPNV), der die Entscheidung getroffen habe. Aber auch dort hüllt man sich in Schweigen. Man müsse erst die Stellungnahme von fünf weiteren Partnern abwarten, in deren Verantwortungsbereich ebenfalls Strecken betroffen sind: also von drei weiteren Zweckverbänden, auch aus Baden-Württemberg und Hessen sowie den Ländern Saarland und Baden-Württemberg. Wie es aussieht, haben die Italiener gewonnen, weil sie in der zweiten und entscheidenden Bieterrunde ein günstigeres Angebot eingereicht haben, während die Deutsche Bahn ihr eigenes Angebot sogar noch verteuert habe, so DB-Betriebsrat Damde, der von Zockermentalität spricht. Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer betonte gestern, die Landesregierung habe dem Ergebnis der Ausschreibung noch nicht zugestimmt. Man wolle es rechtlich prüfen lassen. Es könnte sein, dass es Kramp-Karrenbauer dabei ergeht wie häufig der Bahn: Sie kommt zu spät.

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