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Atom-Gegner hoffen auf den Domino-Effekt

Von dpa-Mitarbeiterin Petra Klingbeil

Straßburg/Freiburg. In vier Jahren ist Schluss mit Fessenheim. Der französische Präsident François Hollande hat sein Wahlversprechen wahr gemacht. Die Atomanlage dicht an der deutschen Grenze wird bis Ende 2016 geschlossen, das hat der Präsident gestern angekündigt (Veröffentlicht am 15.09.2012)

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Das französische Atomkraftwerk Fessenheim am Oberrhein soll in vier Jahren keinen Strom mehr liefern. Foto: Seeger/dpaFoto:

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Das französische Atomkraftwerk Fessenheim am Oberrhein soll in vier Jahren keinen Strom mehr liefern. Foto: Seeger/dpa

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. Straßburg/Freiburg. In vier Jahren ist Schluss mit Fessenheim. Der französische Präsident François Hollande hat sein Wahlversprechen wahr gemacht. Die Atomanlage dicht an der deutschen Grenze wird bis Ende 2016 geschlossen, das hat der Präsident gestern angekündigt. Immer wieder haben Kernkraftgegner aus dem Dreiländereck vor den Gefahren des "Pannenkraftwerks" aus dem Jahr 1977 gewarnt. Sie machten geltend: Die Lage in der erdbebengefährdeten Rheinebene, einen unzureichenden Schutz vor Überschwemmungen und ganz allgemein eine veraltete Technologie.

"Ich bin nicht nur sehr erleichtert, ich bin berührt und ergriffen", sagte in einer ersten Reaktion der elsässische Atomkraftgegner von "Alsace Nature", Jean-Paul Lacote. "Wir haben doch so lange gekämpft". So sieht das auch der Regionalgeschäftsführer des Naturschutzverbandes Bund, Axel Mayer: "Wir freuen uns, ein Ende Fessenheims ist absehbar, und wir hoffen auf einen Domino-Effekt." Darauf hofft jetzt auch die saarländische Politik, die seit Jahren parteiübergreifend gegen das grenznahe Atomkraftwerk Cattenom kämpft. Die angekündigte Abschaltung zeige, dass Frankreich "die Zeichen der Zeit erkannt" habe, lobte Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) gestern. SPD-Fraktionschef Stefan Pauluhn bezeichnete die Abschaltung von Fessenheim als längst überfällig; nun müsse auch der "Pannenreaktor Cattenom" vom Netz

Einigen geht die Ankündigung des Präsidenten indes nicht weit genug: 2016 sei zu spät, meinte André Hatz von der Vereinigung "Stop Fessenheim". Er besteht auf einer schnellen Schließung bis Ende dieses Jahres. Ein Erdbeben könne schließlich jeden Tag passieren. Konservative Regionalpolitiker halten die Schließung für "irrational" und sicherheitsmäßig "nicht gerechtfertigt", sagt der konservative Bürgermeister von Mulhouse, Jean Rottner. Dies sei ein politisches Versprechen an die Grünen.

Erst ist der vergangenen Woche wurde es fast brenzlig. In der Anlage kam es bei Routinearbeiten zu einer Dampfentwicklung, die einen Brandalarm auslöste. Im April war in einem Maschinenraum des Reaktors II ein Feuer ausgebrochen. Aus dem Kraftwerk Fessenheim selbst gab es keinen Kommentar. Werden jetzt die geplanten millionenteuren Investitionen zur Sicherung der Anlage und zur Verstärkung der Betonplatte unter den Reaktoren noch gestartet? Dazu gab es keine neue Erklärung aus dem Umweltministerium. Es galt immer noch die Aussage von Umweltministerin Delphine Batho vom Vortag, nach der die Sicherungsarbeiten an der 35 Jahre alten Anlage bis zum Juni des kommenden Jahres planmäßig weitergeführt würden.

Millionen Euro in eine totgeweihte Anlage zu stecken, wäre "völlig unverständlich", meinte der grüne Senator Ronan Dantec in Paris. Die grüne Europaabgeordnete Sandrine Bélier sagte im französischen Rundfunk, das Geld solle lieber für den Abbau der Anlage investiert werden.

Skeptisch ist Atomgegner Lacote bei den längerfristigen Zielen. Der Präsident hat im Wahlkampf versprochen, bis 2025 den Anteil des Atomstroms in Frankreich von zur Zeit 75 auf 50 Prozent zu verringern. "Wir haben 58 Atomreaktoren in Frankreich, Hollande wird bis 2025 pro Jahr zwei Reaktoren abschalten müssen, wenn er sein Versprechen einhalten will", rechnet Lacote vor. "Das dürfte sehr schwierig werden".

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