Den Auftakt bot Antonín Dvoráks Symphonie Nr. 9 e-Moll, auch bekannt unter dem Titel "Aus der Neuen Welt". In ihr verarbeitete der böhmische Komponist seine Eindrücke aus einem mehrjährigen Amerikaaufenthalt, so dass sowohl Elemente der Spirituals farbiger Plantagenarbeiter darin auftauchen, als auch Elemente indianischer Melodien. Vermischt wurde das ganze dann noch mit der Volksmusik aus der Heimat Dvoráks, und es entstand eine Symphonie, die für den Zuhörer sowohl vertraut, als auch fremdartig klingt und von leisen, nachdenklichen Klängen bis hin zu schnellen, lebendigen Rhythmen reicht. All dies meisterten die Musiker des LJO bravourös, so dass schon zur Pause ein mehrminütiger, tosender Applaus über das Orchester hinwegbrandete, wie er sonst eigentlich nur zum Ende üblich ist.
Weiter ging es dann mit zwei Werken des englischen Komponisten Sir Edward William Elgar. Den Anfang machte das LJO mit dem Konzert für Violoncello und Orchester in e-Moll aus dem Jahr 1918. Hierbei fanden sie Unterstützung durch den Cellisten Gustav Rivinius, der als Solist der allerersten Konzerte anlässlich des 30-jährigen Jubiläums wieder zum LJO zurückkehrte. Gemeinsam präsentierten die Musiker das sowohl traditionelle als auch für die damalige Zeit individuelle und neuartige Werk Elgars und begeisterten erneut ihr Publikum.
Den musikalischen Abschluss bildeten dann Elgars Variationen über ein eigenes Thema, die so genannten "Enigma-Variationen". Das großformatige Orchesterwerk war der endgültige Durchbruch für Elgar und ist von beeindruckender Vielseitigkeit. Mal exzentrisch oder schwerfällig, mal betont lässig oder auch höchst energisch verlangt es seinen Interpreten einiges ab. Doch davon ließen sich die Mitglieder des LJO nicht schrecken und boten so bis zur letzten Note ein abwechslungsreiches und vor allem hörenswertes Konzert, wie man es nicht jeden Tag zu Ohren bekommt.
































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