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Landrat will Bürger zu Nationalpark befragen Die Region muss den Nationalpark wollen

Von SZ-Mitarbeiterr Kurt Knaudt

Eine Bürgerbefragung zum Nationalpark hat der Birkefenlder Landrat Matthias Schneider in einer Informationsveranstaltung auf dem Umwelt-Campus in Birkenfeld spontan angekündigt. Die Entscheidung, ob im westlichen Hunsrück ein solches Schutzgebiet eingerichtet werden soll, "kann nur ein Prozess von unten nach oben sein", betonte er vor rund 350 Besuchern im voll besetzten großen Hörsaal (Veröffentlicht am 24.12.2011)

. Eine Bürgerbefragung zum Nationalpark hat der Birkefenlder Landrat Matthias Schneider in einer Informationsveranstaltung auf dem Umwelt-Campus in Birkenfeld spontan angekündigt. Die Entscheidung, ob im westlichen Hunsrück ein solches Schutzgebiet eingerichtet werden soll, "kann nur ein Prozess von unten nach oben sein", betonte er vor rund 350 Besuchern im voll besetzten großen Hörsaal. Wann und wie das Stimmungsbild im Kreis Birkenfeld erfasst werden soll, muss noch geklärt werden.

Die rheinland-pfälzische Landesregierung will in ihrem Bundesland einen Nationalpark ausweisen. Der Standort ist noch offen. Ein möglicher ist die Hochwald- und Hunsrückregion direkt an der Landesgrenze zum Saarland.

"Es wird nichts von oben übergestülpt. Ein Nationalpark funktioniert nur, wenn die Region ihn zu ihrer Sache macht", bekräftigte auch Thomas Griese, Staatssekretär im Mainzer Umweltministerium (siehe weiteren Text). Er warnte aber vor der Vorstellung, dass das Land das Füllhorn über der ausgewählten Region ausschüttet. Es wird nach seinen Worten in gezielte Infrastrukturmaßnahmen investiert. Aus dem Nationalpark-Millionen-Etat soll aber vor allem das Personal bezahlt werden, das aus den Mitarbeitern des Forstamtes rekrutiert werde. Zunächst geht es aber nur darum, dass die Region in einem ersten Schritt ihr Interesse bekundet. Das ist die Voraussetzung, um in einen auf anderthalb bis zwei Jahre angelegten Abwägungs- und Verhandlungsprozess einzutreten, bei dem alle noch offenen Fragen geklärt werden sollen, erläuterte Griese.

Das Image steigt

Eins steht aber schon fest: "So lange diese Phase läuft, werden wir in den infrage kommenden Staatswald-Gebieten keine Windräder genehmigen", betonte der Staatssekretär. Im Nationalpark sind Rotoren ohnehin tabu, nicht aber direkt daneben: "Es sind keine Abstandsflächen einzuhalten."

Aus naturschutzfachlicher Sicht wäre der Hochwald, in dem es schon etliche Schutzgebiete gibt, als Nationalpark geeignet, fasste Fritz-Werner Kniepert die Position des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums zusammen. Warum aber überhaupt ein Nationalpark, wenn doch auch jetzt schon viel geschützt ist? "Damit steigt die Region in die Champions League des Naturschutzes auf", meinte Griese. Sie werde damit zugleich in der Wahrnehmung von außen aus der Masse herausgehoben.

Von einem Premium-Image sprach in diesem Zusammenhang Armin Kullmann vom Institut für Ländliche Strukturforschung in Frankfurt/Main (siehe weiteren Text). Neben ihm beleuchteten bei dem vierstündigen Infoabend Walter Kemkes vom Biosphärenreservat Bliesgau, Jan Lembach vom Naturpark Nordeifel, Hubert Breuer, Bürgermeister a. D. aus der Gemeinde Simmerath am Nationalpark Nordeifel, und Karl-Robert Kuntz, Geschäftsführer der elka-Holzwerke in Morbach, das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln. Die laut Griese schwierigste Frage des Abends zum Thema stellte Bernhard Alscher, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Birkenfeld: "Wir haben 15 Millionen Euro Schulden. Was erwarten Sie da von mir als Kommune?" Antwort des Staatssekretärs: "Sie sollten zunächst einmal einfach nur gemeinsam überlegen, ob der Nationalpark ein Weg sein könnte, die Region ökonomisch nach vorn zu bringen."

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