+8°
Anmelden   |   Sie befinden sich hier: Startseite - Zeitung - St. Ingbert

Lokalausgabe St. Ingbert

St. Ingbert

Affäre landet beim Staatsanwalt

Von SZ-Redakteur Michael Beer

Die Sonderzahlungen an den St. Ingberter Pressesprecher für die Arbeit am städtischen Mitteilungsblatt "Die Rundschau" beschäftigen jetzt auch die Staatsanwaltschaft. Zugleich geht Oberbürgermeister Georg Jung laut SR auf Distanz zu seinem Pressemann. (Veröffentlicht am 24.04.2012)

ib-trapp_5725_2

In der Hexennacht 2010 war es noch ein Spaß: OB Jung (links) und sein Pressemann Trapp als coole Agenten wie die "Men in Black" im Erfolgsfilm mit Will Smith. So eng beisammen stehen die beiden unter dem Eindruck der Rundschau-Affäre nicht mehr. Foto: Ramelli

Foto:

Foto 1 / 1
St. Ingbert. St. Ingbert. Die Affäre um Sonderzahlungen für den St. Ingberter Pressesprecher Wilfried Trapp (die SZ berichtete mehrfach) hat jetzt auch eine juristische Dimension erreicht. Die Staatsanwaltschaft hat gestern Vorermittlungen aufgenommen, wie ein Sprecher am Nachmittag bestätigte: "Der zuständige Dezernent prüft, was genau geschehen ist und wie dies rechtlich zu würdigen ist." Im Fokus der Prüfung stehe unter dem Gesichtspunkt der Untreue zunächst einmal Oberbürgermeister Georg Jung.

Die Saarbrücker Zeitung hatte in der Vorwoche über Zusatzzahlungen an den Stadtpressesprecher in Höhe von monatlich 900 Euro berichtet. Die erhielt er für seine Mitarbeit an dem städtischen Mitteilungsblatt "Die Rundschau" zunächst als freier Mitarbeiter. Als er Ende 2007 eine Festanstellung im Rathaus erhielt, flossen die jährlich 10 800 Euro allerdings weiter, obwohl das Erstellen der Rundschau Teil seines Dienstvertrages war.

Oberbürgermeister Georg Jung selbst hatte gestern Vormittag noch erklärt, er müsse sich mit dem Thema vor einer Stellungnahme erst intensiv auseinandersetzen. Am heutigen Dienstag werde er dann Auskunft geben. Am Mittag allerdings erklärte Jung gegenüber dem SR, er sei davon ausgegangen, dass Trapp die Nebentätigkeit bei seiner Festanstellung 2007 beendet habe.

Verblüffend ist in diesem Zusammenhang, dass das Rathaus vergangenen Donnerstag in Abwesenheit des Verwaltungschefs auf SZ-Nachfrage noch folgende Stellungnahme abgab: "Herr Trapp stellt als Mitarbeiter der Pressestelle dem Verlag den Aufwand in Rechnung, der ihm entsteht für Tätigkeiten, die außerhalb der Dienstzeit, an Wochenenden und zusätzlich zur normalen Dienstausübung verrichtet werden." Demnach war die Sonderzahlung dort also bekannt. Der Pressesprecher selbst hat derzeit einen Krankenschein und war auch gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die Vorgänge um die Sonderzahlungen sorgen auch in der St. Ingberter Kommunalpolitik für weitere Reaktionen. Nachdem sich Grüne und Freie Wähler auf die Enthüllungen in der SZ zu Wort gemeldet und Konsequenzen gefordert haben, meldet sich jetzt auch der SPD-Stadtverband zu Wort. Er fordert eine externe Prüfung der städtischen Jahresrechnungen 2008 bis 2011. Bei stichprobenartigen Kontrollen durch ein Mitglied der SPD-Stadtratsfraktion hätten sich offene Fragen bezüglich der Rechnungslegung für das Jahr 2008 ergeben, schreibt der Vorstand des Stadtverbandes. Nach der SZ-Berichterstattung zu Sondervergütungen des Pressesprechers werde eine externe Prüfung der städtischen Jahresabrechnungen als unumgänglich angesehen.

Vorstandsmitglied Mathilde Thiel: "Es liegt im Interesse aller Beteiligten, dass ein ordnungsgemäß geprüfter Jahresabschluss von der Verwaltung vorgelegt wird." Eine neutrale Prüfung gewährleistete dies.

"Der zuständige Dezernent prüft, was genau geschehen ist und wie dies rechtlich zu würdigen ist."

Staatsanwaltschaft Saarbrücken

 

 

 

 

 

finerio.de - das Restaurant-Portal für Saar-Lor-Lux
Anzeige

Neueste Kommentare:


Suchen im SZ-Angebot  



Saarbrücker Zeitung Die Saarbrücker Zeitung ist die führende Tageszeitung im Saarland mit elf Lokalausgaben. Die SZ ist heute ein modernes Multimediahaus mit Tageszeitung, iPad-Ausgabe und erfolgreichen Web-Auftritten.
Pfälzische Merkur Der Pfälzische Merkur, gegründet 1713, erscheint in der Westpfalz und im Saar- pfalz-Kreis. Er ist eine der ältesten Tageszeitungen Deutschlands. Herausgeber: Zweibrücker Druckerei und Verlagsgesellschaft mbH.
Trierischer Volksfreund Die Tageszeitung Trierischer Volks- freund erscheint in Trier, Eifel, Hunsrück und an der Mosel. Ergänzt wird das Printangebot durch Apps, das Online-Angebot, Dienstleistungen in Logistik, Kommunikation und Werbung.
Lausitzer Rundschau Die Lausitzer Rundschau ist das führende Medienhaus der Lausitz, dessen Medien der Marktplatz sind für Meinungen und Informationen in der Region. Herausgeber: LR Medienverlag und Druckerei GmbH.
bigFM Saarland bigFM Saarland ist der innovative Sender in der Region für eine junge Hörerschaft. Verrückte Aktionen, regionales Programm und Interaktivität mit den Hörern lassen bigFM im Saarland von Jahr zu Jahr erfolgreicher werden.
euroscript International S.A. euroscript, führender Lösungsanbieter im Bereich Content-Lifecycle-Management, bietet Kunden weltweit umfassende Lösungen zur Konzeption, Entwicklung und Unterstützung von Content-Management-Prozessen.
TeleMedia - Telefonbuchverlag / RTV GmbH TeleMedia, der Telefonbuchverlag der Saarbrücker Zeitung, gibt seit mitt- lerweile 15 Jahren in den Verbreitungs- gebieten Saarland, Westpfalz, Mosel-Eifel-Hunsrück und Brandenburg über 50 Telefonbücher heraus.
Saarriva Als größter regionaler Briefdienstleister beliefert saarriva mehr als 700.000 Haushalte in der Region Saar-Mosel. Die Kooperation mit Partnern ermöglicht den nationalen und internationalen Brief- und Paketversand.
RPV Logistik Neben der Logistik der SZ erstreckt sich die Tätigkeit der RPV Logistik auf die Dienstleistungen eines modernen Druckzentrums, Versand- und Objekt- steuerung für SZ-eigene und fremde Verlagsobjekte.
CircIT GmbH Die circ IT ist ein auf IT-Dienstleistungen für Medien spezialisiertes Unternehmen mit Hauptsitz in Düsseldorf und bedient die Bereiche Media, Online, ERP, Infrastruktur, Desktop Services sowie Professional Services.
Die Berliner Medien Service GmbH (BMS) ist eine Tochterfirma der Saarbrücker Zeitung und besteht aus dem Berliner Büro und dem News-Pool. Das Berliner Büro versorgt zahlreiche Regionalzeitungen in Deutschland und Luxemburg mit hochwertiger Parlamentsberichterstattung aus Berlin. Der News-Pool bietet den angeschlossenen Zeitungen Texte, Fotos und Info-Grafiken zu den Themen Auto, Reisen, Computer, Hochschule, Jugend, Haus und Garten, Medizin oder Fitness.
Die Saarländische Wochenblatt Verlagsgesellschaft mbH, kurz SWV genannt, ist mit 15 Wochenspiegel-Titeln im Saarland vertreten.Der SVW gehört mehrheitlich zur SZ-Gruppe. Woche für Woche erhalten alle saarländischen Haushalte fei Haus wichtige Informationen aus ihrem regionalen Wochenspiegel.