Warum unser Land Grund zum Feiern hat
Von SZ-Redakteur Bernard Bernarding
Die wichtigste Erkenntnis scheint trivialer Natur: Die Deutschen haben wieder eine Identität, die sie selbstbewusst formulieren können. Sie sind innerlich wieder frei, die nationalsozialistische Erblast ist nicht vergessen, aber sie drückt nicht mehr aufs Gemüt. Die junge Generation lebt im Hier und Jetzt, in einer der modernsten und reichsten Nationen der Erde. Und das ist vielleicht das größte Wunder: Deutschland 60 Jahre nach der Apokalypse ist, trotz aller Probleme, ein blühendes Land geworden. Ein Land, das sich international Anerkennung und Respekt erworben hat. Ein Land, das zwar nicht mehr ganz das "Land der Dichter und Denker" ist, aber nach wie vor ein Volk der Ideen, des Fleißes, der Disziplin, der Ordnung - der typisch deutschen Sekundärtugenden eben. Darauf kann man, darauf darf man durchaus auch stolz sein.
Nun sind wir indes nicht nur ein Volk der Malocher, der Ingenieure, Beamten und Künstler; wir sind auch ein Volk der Halbzufriedenen, ein bisschen nörglerisch veranlagt. Wir schielen gern nach Amerika, finden Paris und Rom faszinierend, fahren nach Spanien und Griechenland in Urlaub.
Beitrag vom: 23.05.2009, 00:15
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