Der Arbeitsmarkt erscheint schöner, als er ist
Von SZ-Korrespondent Werner Kolhoff
Die Links-Fraktion im Bundestag hatte wissen wollen, in welchem Umfang "atypische Beschäftigungsverhältnisse" in der jüngsten Krise zugenommen haben. Die bisher noch unveröffentlichte Antwort hat es in sich. Demnach sank von 2008 auf 2009 die Zahl aller Erwerbstätigen zwar nur um rund 72 000 auf 38,66 Millionen. Dahinter aber verbarg sich eine Umschichtung in Richtung unsicherer Arbeitsverhältnisse. Die Zahl der in Teilzeit beschäftigten Menschen nahm um 76 000 zu, die der Vollzeitjobs um 148 000 ab. Auch im Aufschwungjahr 2010 setzte sich dieser Trend fort: Zwar gab es im August im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 109 000 Vollzeitstellen - bei den Teilzeitstellen aber war der Zuwachs mit 174 000 noch weit stärker. Die gute Nachricht: Die Wirtschaft stellt wieder Leute ein. Die schlechte: bevorzugt stundenweise.
Mit einem Teilzeitanteil von 25,4 Prozent liegt Deutschland weit über dem EU-Durchschnitt von 18,1 Prozent.
Beitrag vom: 02.09.2010, 00:04
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