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Rettungswagen nahm Frau wegen Verdacht auf Noro-Virus nicht mit

Von SZ-Mitarbeiter Marko Völke

Ottweiler. Als sich nach einem Arztbesuch der Zustand seiner inzwischen an Krebs verstorbenen Frau weiterhin verschlechtert hat, rief Peter Zorn aus Ottweiler bei der Rettungsleitstelle unter der Telefonnummer 19 222 für sie einen Krankenwagen (Veröffentlicht am 10.08.2012)

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Der Rettungswagen sollte keimfrei bleiben. Foto: dpa

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. Ottweiler. Als sich nach einem Arztbesuch der Zustand seiner inzwischen an Krebs verstorbenen Frau weiterhin verschlechtert hat, rief Peter Zorn aus Ottweiler bei der Rettungsleitstelle unter der Telefonnummer 19 222 für sie einen Krankenwagen. Bei seinem Anruf informierte er die Helfer darüber, dass seine Frau an Brechdurchfall leide und in eine Klinik gebracht werden müsse, berichtet der SZ-Leser. Doch die eintreffenden Helfer vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) hätten ihm erklärt, es gebe einen Unterschied zwischen Rettungs- und Krankenwagen. Während der Erstere ausrücke, um Leben zu retten, diene der Zweite eher zum Transport der Kranken.

Wenn seine Frau nun einen Noro-Virus habe, müsse der Wagen vor dem nächsten Einsatz erst desinfiziert werden und falle deshalb für einige Stunden aus, erklärten ihm die Helfer. Doch ihr Fahrzeug sei weit und breit der einzige Rettungswagen. Da das Fahrzeug durch seine Frau eventuell verschmutzt werden könnte, sei Zorn klar geworden, dass sie die Kranke nicht mitnehmen würden. Deshalb habe er die Helfer gebeten, doch einen Krankenwagen zu bestellen.

Als das nach "endlosen Telefonaten" aber nicht gelungen sei, habe er schließlich vorgeschlagen, den Transport ins Krankenhaus mit seinem eigenen Auto zu übernehmen. Weil seine Frau jedoch ohne medizinische Begleitung Angst hatte, die Fahrt anzutreten, habe sich ein Helfer angeboten, neben ihr mitzufahren, berichtet Zorn. Der Rettungswagen sei derweil hinter ihnen hergefahren. In der Klinik sei bei der Patientin schließlich ein Darmverschluss diagnostiziert worden, der sofort behandelt werde musste. "Für die sogenannte Leistung der beiden Helfer und meine eigene Fahrt mit meinen PKW wurde ich dann aufgefordert, 354 Euro zu bezahlen", klagt Zorn. Das Verhalten der "Retter" sei dem SZ-Leser bis heute unverständlich.

Der Vorfall habe sich leider genauso ereignet, wie ihn Zorn beschrieben habe, bedauert Christian Groß, Referent für den Rettungsdienst beim DRK Saarland: "Da gibt es nichts schönzureden", sagt er. Die Organisation könne sich nur in aller Form entschuldigen. Ein entsprechender Brief sei bereits rausgegangen. Das DRK habe den Fall intern geklärt und entsprechende Maßnahmen getroffen, versichert Groß: "Das war ganz klar unser Verschulden." Dass Peter Zorn eine Rechnung für den Transport zum Krankenhaus erhalten, sei eine Verkettung unglücklicher Umstände. Jeder Einsatz gehe automatisch in die Berechnung. Inzwischen sei die Forderung aber aufgehoben worden.

Den Tipp für diesen Artikel bekamen wir von SZ-Leser-Reporter Peter Zorn aus Ottweiler. Wenn Sie auch Interessantes zu erzählen haben, wenden Sie sich entweder per SMS/Fax an Tel. (06 81) 5 95 98 00 oder Mail an: leser-reporter@sol.de.

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