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Kirche lässt Lafontaine laut nachdenken
Linken-Chef sprach in St. Wendel zur evangelischen Jahreslosung
Oskar Lafontaine hat am gestrigen Neujahrstag eine politische Kanzelrede in der St.Wendeler evangelischen Stadtkirche gehalten. In ihr prangerte er die "Werteorientierung" in den vergangenen Jahrzehnten an.
Lafontaine, der katholisch ist, beklagte eine "Werteorientierung in den letzten Jahrzehnten", die nur am Gewinn orientiert sei. Dabei sei "jedes Maß" verloren gegangen, was ein Grund für die aktuelle Finanzkrise sei: "Jetzt hat man festgestellt, dass man falsche Erwartungen geweckt hat." Wirtschaft müsse sich an der Menschenwürde orientieren. Die oft beschworene "Flexibilität des Arbeitsmarktes" mit Leiharbeit, befristeten Arbeitsplätzen, Minijobs zerstöre die Grundlagen des Zusammenlebens. Diese "Fehlentwicklung" verhindere es, dass Familien ihre Zukunft planen können. Es gehe im Sinne der Jahreslosung darum, "etwas wieder möglich zu machen".
Die Absicht Lafontaines, in der St. Wendeler Kirche zu sprechen, war insbesondere von der CDU abgelehnt worden. So hatten sich die CDU-Bundestagsabgeordneten Anette Hübinger aus Saarbrücken und Hermann-Josef Scharf aus Oberthal gegen die geplante "Predigt" des Linken-Chefs ausgesprochen. Unter der Vorgängerpartei der Linken, der SED, seien die Kirchen in der DDR gegeißelt worden, so die CDU-Abgeordneten. ru
Beitrag vom: 02.01.2009, 00:04
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