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Kulturausschuss setzt auf Musik

Von SZ-Redakteur Martin Rolshausen

Saarbrücken. Werden in Saarbrücken städtische Zuschüsse für Kulturprojekte nach den persönlichen Vorlieben von Kulturamtsmitarbeitern vergeben? Die Schauspielerin Barbara Scheck hat diesen Verdacht vor einigen Tagen geäußert (die SZ berichtete) (Veröffentlicht am 28.04.2012)

. Saarbrücken. Werden in Saarbrücken städtische Zuschüsse für Kulturprojekte nach den persönlichen Vorlieben von Kulturamtsmitarbeitern vergeben? Die Schauspielerin Barbara Scheck hat diesen Verdacht vor einigen Tagen geäußert (die SZ berichtete). Dass das von ihr geplante Stück "Zwei kleine Damen auf dem Weg nach Norden" nicht von der Stadt bezuschusst werde, liege wohl daran, dass Schauspiel eben nicht das Steckenpferd des zuständigen Referenten im Kulturamt sei. Auch die Schauspielrin Birgit Giokas, die mit ihrem Parnaß-Theater "Die englische Geliebte" aufführen will, beklagte, dass sie bei der Zuschussvergabe leer ausgeht.

Die städtische Kulturförderung müsse Schwerpunkte setzen, erklärte Thomas Altpeter vom städtischen Kulturamt am Donnerstag im Kulturausschuss des Stadtrats. Und die Priorität haben in Saarbrücken Musikproduktionen. In diesem Bereich sei die Saarbrücker Szene besonders innovativ. "Es gehen Kompositionsaufträge von unserer Szene aus", sagte er. Die Saarbrücker Produktionen seien bundesweit gefragt, weil sie etwas ganz Besonderes seien. Altpeter: "Das hätten wir nie geschafft, wenn wir nicht gezielt gefördert hätten."

Dass es sich dabei eben nicht um die persönliche Meinung Altpeters handelt, machten die Sprecher der Stadtratsfraktionen deutlich. Dass die Projekte von Giokas und Scheck von der Zuschussliste gestrichen werden, habe man in einer Vorbesprechung einstimmig festgelegt. Ja, das Förderprogramm sei "etwas musiklastig", sagte Elisabeth Potyka (SPD), "aber meine Fraktion hat nichts gegen diese Akzentuierung".

Dass der Eindruck entstehe, das Sprechtheater habe keine Chance, sei "problematisch". Darüber müsse man "für die Zukunft" noch mal reden, sagte Potyka - und war sich da mit Michael Jung (CDU), Thomas Brück (Grüne) und Friedhelm Fiedler (FDP) einig.

Die Politik und die Stadtverwaltung haben es sich "nicht leicht gemacht", sagte Fiedler. "Wir sind jeden Antrag durchgegangen und hatten sehr gute Gründe, so zu entscheiden", versicherte er. Brück warnte davor, die Entscheidung über die Verteilung der 113 050 Euro städtischer Zuschüsse der Kulturszene selbst zu überlassen. "Wir werden dadurch nur Streit säen", befürchtet er.

Der Kultur-Sachverständige der Linkspartei, Albrecht Stuby, gab zu Protokoll, dass er "ein schlechtes Gefühl" bei dieser Art der Zuschussvergabe habe.

Am Ende segnete der Ausschuss die Zuschussliste aber einstimmig ab.

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