Dann war es endlich soweit, der erste Einsatz der Karte nahte. Seine Schwiegermutter machte sich an einem frühen Nachmittag auf, um von der Dudweiler Gartenstraße bis zum Dudoplatz zu fahren - insgesamt drei Stationen. "Sie zeigte dem Busfahrer die Karte und er verlangte 2,10 Euro. 30 Cent mehr, als sie sonst bezahlen müsste", sagt unser Leser-Reporter. Seine Schwiegermutter, nicht zum ersten Mal auf dieser Strecke unterwegs, löste schließlich das Kurzstreckenticket der Saarbahn und kam so auch mit 1,80 Euro ans Ziel. Neu war schließlich der Leidtragende. "Warum hast Du mir die Karte geschenkt, die nutzt mir nichts", habe seine Schwiegermutter nach dem Erlebnis geschimpft. Und auch unser Leser-Reporter versteht nicht, was eine Rabatt-Karte soll, wenn es auch billigere reguläre Tarife gibt. Peter Gentes, Pressesprecher des SaarVV, erklärt auf SZ-Anfrage die Misere: "Die SaarVV-Card gilt leider nur für die Tarife des Saarländischen Verkehrsverbundes. Das schließlich genutzte Kurzstreckenticket ist jedoch ein Haustarif der Saarbahn GmbH, der in Völklingen und Saarbrücken angeboten wird." Ziel des Verkehrsverbundes, der schon seit etwa sechs Jahren existiere, sei es zwar, ein gemeinsames Preissystem ohne Haustarife zu schaffen, doch bisher gebe es noch hier und da einige Ausreißer. Auch Sarah Schmitt, Pressesprecherin der Saarbahn GmbH, kennt die Bestrebungen für einen gemeinsamen Tarif. Auf die Frage, warum es jedoch immer noch zwei verschiedene Tarifsysteme für denselben Bus und dieselbe Strecke gibt, antwortet sie: "Die beiden Leistungen lassen sich nicht vergleichen. Unser Haustarif ist zwar billiger, jedoch können Sie mit einem SaarVV-Ticket weiter fahren." Und wenn man dem Busfahrer das Ziel der Fahrt nennen würde, könne dieser dann auch den günstigsten Tarif für den Kunden wählen.
Den Tipp für diesen Artikel bekamen wir von Leser-Reporter Reinhold Neu. Wenn Sie auch Interessantes zu erzählen haben, wenden Sie sich per SMS/Fax an Telefon (06 81)
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