Ich liebe Saarbrücker! Früher hießen die Brötchen, die es in dunkler und heller Variante gibt, Mailänder. Seit einigen Monaten aber heißen die köstlichen Semmeln, die es beim Bäcker "Erster Wiener" im Kaufhof gibt, wie ihre Käufer. Ungewöhnlich ist das schon, denn normalerweise nehmen Stadtbewohner von ihren gleichnamigen kulinarischen Genüssen Abstand
(Veröffentlicht am 07.10.2010)
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Ich liebe Saarbrücker! Früher hießen die Brötchen, die es in dunkler und heller Variante gibt, Mailänder. Seit einigen Monaten aber heißen die köstlichen Semmeln, die es beim Bäcker "Erster Wiener" im Kaufhof gibt, wie ihre Käufer. Ungewöhnlich ist das schon, denn normalerweise nehmen Stadtbewohner von ihren gleichnamigen kulinarischen Genüssen Abstand. So heißen Wiener in Österreich Saitenwürstchen, in Berlin nennt man die süßen Berliner lieber Pfannkuchen und die saarländische Wurstspezialität "Lyoner" hört in Lyon auf den Namen Cervelas. Die Saarbrücker jedoch, erfahre ich an der Backtheke, hätten die Umbenennung begrüßt. Man habe in einer Teamsitzung über einen neuen Namen für die Brötchen nachgedacht und "Saarbrücker" gefiel nicht nur der Chefin, sondern auch den Verkäuferinnen und den Käufern.
Anders als in anderen Filialen von Großbäckereien würden die Saarbrücker auch hier gebacken und zwar ganz handwerklich, erfahre ich weiter. Frühmorgens bekomme man den Teig aus einer hessischen Großbäckerei. Vielleicht erklärt das den stolzen Preis, denn ein einfacher Saarbrücker kostet 85 Cent. Aber mal ehrlich, billig wollen wir Saarbrücker doch auch nicht sein, oder? Und so langsam verstehe ich auch das Unbehagen der Wiener, denn wer will schon wie ein armes, mageres Kalbswürstchen heißen?
Sie wissen, welcher Saarbrücker auch schmeckt? Dann schreiben Sie mir eine Mail an marija.herceg@gmx.de