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Hoffnung im Kampf gegen ImmunschwächeWelt-Aids-Konferenz: Themen und Ergebnisse

Von dpa-Mitarbeiterin Christina Horsten

Washington. Der Weg ist geebnet, aber bis zum Ziel ist es noch weit: Mit ermunternden Statistiken und Forschungsergebnissen im Rücken haben Experten bei der 19. Welt-Aids-Konferenz in Washington den Anfang vom Ende der HIV-Epidemie angekündigt (Veröffentlicht am 28.07.2012)

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Die Übertragung des Virus von Müttern auf ihre Babys ist eine der tückischsten und grausamsten Seiten der HIV-Epidemie. Foto: dpaFoto:

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. Washington. Der Weg ist geebnet, aber bis zum Ziel ist es noch weit: Mit ermunternden Statistiken und Forschungsergebnissen im Rücken haben Experten bei der 19. Welt-Aids-Konferenz in Washington den Anfang vom Ende der HIV-Epidemie angekündigt. "Wir glauben, dass ein Ende der Aids-Epidemie möglich ist", sagt Elly Katabira, Präsident der Internationalen-Aids-Gesellschaft (IAS), die das Treffen organisiert hat. Aber nach einem sechstägigen Mammutprogramm mit rund 25 000 Teilnehmern und hunderten Veranstaltungen ist auch klar: Bis dieses Ende wirklich erreicht ist, werden noch Jahre, wahrscheinlich eher Jahrzehnte vergehen. Und: Die Wirtschaftskrise könnte sich negativ auswirken. "Wir wissen heute besser als je zuvor, wie wir HIV/Aids besiegen können. Wir wissen, welche Medikamente gebraucht werden, mit welchen Modellen die Therapie auch in das entlegenste Dorf gebracht werden kann und wie wir mit frühzeitiger Behandlung Neuinfektionen verhindern können", sagt Oliver Moldenhauer von der Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen. "Jetzt muss gehandelt werden - vor allem die Regierungen sind gefordert."

Neu entwickelte Medikamente seien immer noch deutlich zu teuer. Und viele Länder - insbesondere Deutschland - müssten dringend mehr Geld in den Kampf gegen Aids investieren. Doch solche Forderungen stoßen angesichts einer kriselnden Wirtschaft in vielen Ländern auf betretenes Schweigen. Zahlreiche hochrangige Regierungsmitglieder aus aller Welt und prominente Aids-Aktivisten ließen sich auf der Konferenz blicken, aber einzig US-Außenministerin Hillary Clinton versprach frisches Geld aus den USA. Dabei geht die Finanzierungslücke laut dem HIV/Aids-Programm der Vereinten Nationen (UNAIDS) schon jetzt jedes Jahr in die Milliarden - und Experten befürchten, dass das noch schlimmer werden könnte.

Wohin das Geld fließen müsste, ist dagegen für die Experten klar: Mehr HIV-Infizierte müssen früher immer bessere Medikamente bekommen, vor allem Schwangere. Vorbeugende Maßnahmen wie präventive Medikamente und die freiwillige Beschneidung bei Männern besonders in Afrika müssen weiter verbreitet, Kondome zusätzlich benutzt werden. Und Homosexuelle, Männer und Frauen, die sich prostituieren, sowie Drogensüchtige dürfen nicht mehr länger diskriminiert werden, sondern müssen aktiv in den Kampf gegen HIV eingebunden werden. Mit all diesen - und noch einigen weiteren Maßnahmen - sei HIV in den Griff zu bekommen, bis es endlich den langersehnten Impfstoff oder eine Heilungsmöglichkeit gebe. Aber da herrschen keine Illusionen: Das wird dauern. Frühestens in 20 Jahren werde es so weit sein, schätzt beispielsweise Microsoft-Gründer Bill Gates, der sich gemeinsam mit seiner Frau dem Kampf gegen Aids verschrieben hat.

Bislang ungelöste Probleme wie die zunehmende Resistenz gegen HIV-Medikamente oder steigende Neuinfektionsraten beispielsweise in Zentralasien und Osteuropa machen es nicht leichter, die Kontrolle über die Epidemie zu gewinnen. Fließt weniger Geld, könnten auch bereits erreichte Erfolge wieder verloren gehen, denn HIV-Infizierte brauchen nach bisherigem Forschungsstand ein Leben lang Medikamente.

Der nächste Termin im Kampf gegen die Epidemie steht fest: Im Juli 2014 werden rund 14 000 Teilnehmer zur 20. Welt-Aids-Konferenz im australischen Melbourne erwartet.Ausbreitung: Mehr als 34 Millionen Menschen weltweit leben mit HIV, davon rund 23,5 Millionen in Afrika südlich der Sahara. 2011 infizierten sich 2,5 Millionen Menschen neu - ein Fünftel weniger als noch 2001.

Kinder: Weltweit leben rund 3,4 Millionen Kinder mit dem Virus, davon rund 3,1 Millionen in Afrika südlich der Sahara.

Therapie: Mehr als acht Millionen Menschen bekamen 2011 HIV-Medikamente. Forscher haben in einer Studie herausgefunden, dass die Behandlung umso effektiver ist, je früher nach der Infektion sie beginnt.

Vorbeugung: In den USA ist kurz vor der Konferenz erstmals ein Medikament zur vorbeugenden Einnahme zum Schutz vor HIV zugelassen worden. Vor allem für Afrika empfehlen Hilfsorganisationen zudem die freiwillige Beschneidung bei Männern zur Verringerung des Ansteckungsrisikos. Heilung/Impfung: Es gibt weiter keine Heilung und keinen Impfstoff für HIV - und das wird auch noch eine Weile so bleiben. Das haben Forscher deutlich klargestellt.

Finanzierung: 2011 wurden weltweit 16,8 Milliarden Dollar (etwa 13,9 Milliarden Euro) für den Kampf gegen HIV ausgegeben.

Probleme: Nicht überall sinken die Neuinfektionszahlen - in Zentralasien, Osteuropa, dem Mittleren Osten und Nordafrika steigen sie sogar. Auch unter Schwulen verschlimmert sich die Epidemie. Außerdem nehmen die Resistenzen gegen HIV-Medikamente zu. dpa

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