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Im Labyrinth der Liebe

Von SZ-Redakteurin Esther Brenner

London. Ihre Donlon Dance Company am Staatstheater ist ein eingespieltes harmonisches Team. Umso mehr ist es für Marguerite Donlon eine Herausforderung, mit anderen Tanz-Kompanien zu arbeiten. In den vergangenen Jahren choreografierte sie zum Beispiel in Chicago, Wien, Lissabon und Seoul. Und nun in London (Veröffentlicht am 20.10.2012)

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Tanz, Gesang und Videokunst: Täuschend echt wirkt die Schlange, die hinter den Tänzern der Rambert Dance Company über die lodernde Leinwand kriecht. Links: Sopranistin Kirsty Hopkins. Foto: Stöss

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Tanz, Gesang und Videokunst: Täuschend echt wirkt die Schlange, die hinter den Tänzern der Rambert Dance Company über die lodernde Leinwand kriecht. Links: Sopranistin Kirsty Hopkins. Foto: Stöss

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. London. Ihre Donlon Dance Company am Staatstheater ist ein eingespieltes harmonisches Team. Umso mehr ist es für Marguerite Donlon eine Herausforderung, mit anderen Tanz-Kompanien zu arbeiten. In den vergangenen Jahren choreografierte sie zum Beispiel in Chicago, Wien, Lissabon und Seoul. Und nun in London. Für die traditionsreiche Rambert Dance Company hat sie "Labyrinth of love" kreiert.

Basierend auf der Musik für Orchester und eine Sopranstimme des zeitgenössischen US-amerikanischen Komponisten Michael Daugherty ist eine dichte, dynamische, äußerst bilderreiche Choreografie entstanden. Im engen Wechselspiel mit der in Teilen experimentellen Musik sowie starken Videoinstallationen von Mat Collishaw verschmilzt sie zu einem alle Sinne herausfordernden Gesamtkunstwerk.

Das Thema: Wege, Irrwege, Höhen und Tiefen der Liebe. Daugherty hat sich in seinem bereits im Sommer konzertant uraufgeführten Werk von acht Liebesgedichten aus 2000 Jahren inspirieren lassen. Alle wurden sie von Frauen geschrieben, darunter berühmte Dichterinnen wie Emily Dickinson, Sappho, aber auch Schauspielerin Liz Taylor. Die Sopranistin singt die Gedichte auf der Bühne. Als Erzählerin bleibt sie nicht nur eine Stimme, sondern wird Teil der Choreografie, bewegt sich mit den Tänzern. Und auch die Tänzer arbeiten mit ihrer Stimme.

"Mein Zugang zu den Gedichten war ein völlig anderer als der des Komponisten", erzählt Donlon. Erst drei Wochen vor Beginn der Hauptproben habe sie die komplette Musik mit Gesang hören können, zuvor nur eine Piano-Version. Komponist, Video-Künstler und Choreografin stimmten sich regelmäßig online ab. Umso erstaunlicher, dass "Labyrinth" wie aus einem Guss wirkt.

Es geht um die ganz großen Gefühle, um Leiden und Leidenschaften, Verletzungen und Verletzlichkeiten. Wer liebt, verliert immer wieder die Bodenhaftung. Und so lässt Donlon die Tänzer in Pas de Deux schweben. Sie werden gehoben, getragen, zur riesenhaften Göttin überhöht. Um dann wieder brutal auf der Erde aufzuschlagen. Die exzellenten Rambert-Tänzer und -Tänzerinnen verkörpern, durchleben die Gedichte. Sie tragen Kostüme aus weißen Stoffstücken, die wie Papier wirken - und schreiben die Texte mit ihren Körpern, ihren Bewegungen neu.

Beeindruckend die auf einen großen und mehrere kleine Monitore projizierten spektakulären Videobilder - sie greifen Motive aus den Gedichten auf: Lodernde Feuer, sich biegende Grashalme, das All. Eine Schlange kommt züngelnd aus der Leinwand dem Publikum entgegen oder kriecht im Hintergrund durchs Feuer.

Donlons charakteristische Handschrift ist klar zu erkennen. Und auch ihr Humor blitzt immer wieder auf. Am Ende gab es viel Applaus und eine zufriedene Choreografin, die nach der Aufführung mit Tänzern und einigen aus dem Saarland angereisten "Freunden des Balletts" feierte.

Die Rambert Dance Company tourt mit "Labyrinth of love" als Hauptstück eines mehrteiligen Tanzabends bis im Frühjahr durch Großbritannien. Termine: www.rambert.org.uk

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