Die lange Nacht der Wissenschaften hatte sich da schon von den Wintermonaten verabschiedet. Es sei einfach immer stockdunkel und eiskalt gewesen, hatte Dekan Michael Menger von den Erfahrungen berichtet. Das waren keine besonders günstigen Bedingungen, um übers Klinik-Gelände zu laufen und hinter eine der viele für Besucher an diesem Abend geöffnete Türen zu blicken vom Operationssaal über Labore, Institute bis zu den Kliniken. Sie lockte nun im Sommer die Neugierigen - und das mit Erfolg. Das hatte allerdings auch zur Folge, dass die eigentliche Kernveranstaltung auseinander gerissen war. "Es war immer ein Paket: die Hochschulwoche und die lange Nacht der Wissenschaften. Durch die Verlegung gab es eigentlich keine richtige Hochschulwoche mehr, es war mehr einen Hochschultag", betonte Willi-Günther Haßdenteufel, der Vorsitzender VHS. Deswegen hätten sich die Veranstalter zusammengesetzt und sich überlegt: Was müssen wir ändern? Dabei sei die Idee geboren worden, das gesamte Angebot in den Sommer zu verschieben, erläuterte er. "Wir probieren es mal", fügte Haßdenteufel hinzu. "Jetzt sehen wir mal, wie es angenommen wird", sagte auch VHS-Geschäftsführerin Christa Marx. Dann soll entschieden werden, wie weiter vorgegangen wird. "Im November dieses Jahres wird es aber definitiv keine Hochschulwoche geben", so Marx weiter.
Für die Medizinische Fakultät war die Verlegung der langen Nacht der Wissenschaften und deren großer Erfolg in den Sommermonaten ausschlaggebend dafür, dass nun auch die gesamte Hochschulwoche einen neuen Termin gefunden hat. So werde beides wieder zusammengeführt. Auch das Datum steht bereits fest: die zweite Juniwoche. Auftakt der Hochschulwoche ist am Montag, 11. Juni, mit dem feierlichen Eröffnungsabend. Am Dienstag, 12. Juni, ist ein Vortrag der Paul-Fritsche-Stiftung geplant, am Mittwoch, 13. Juni wird der Forschungspreis der Freundes des Universitätsklinikums verliehen. Der Donnerstagabend, 14. Juni, bildet den musikalischen Höhepunkt mit dem Meisterkonzert und am Freitag, 15. Juni, soll die lange Nacht der Wissenschaften spannende Einblicke bieten.
Damit wird diese nicht mehr zeitgleich mit dem Homburger Maifest gefeiert - das war im vergangenen Jahr ausprobiert worden, eine Bimmelbahn verband die Festareale in der Innenstadt und auf dem Campus. Das sei diesmal aus organisatorischen Gründen nicht möglich gewesen, hieß es von der Pressestelle des Klinikums. Bei der Wissenschaftsnacht selbst gibt es wieder viel Medizin zum Mitmachen: die Teddybärenklinik, bei der Kuscheltiere untersucht werden, aber auch ein Blick ins Gehirn werden angeboten. Überdimensionale Organe können die Besucher inspizieren: diesmal Ohr und Auge. Und da die Wege zwischen den Veranstaltungsorten recht lang sind, werden zwei Bähnchen unterwegs sein, mit denen man Kliniken, Institute und Co. ansteuern kann. Auf dem Gelände verteilt werden zudem Essen und Getränke offeriert, und auf der Festwiese kann mit Musik bis 23 Uhr in die Nacht gefeiert werden. Wem das nicht reicht, für den gibt's eine Party ab 22 Uhr in der Gärtnerei.
Meinung
Neuer Termin ist eine gute Wahl
Von SZ-RedakteurinUlrike Stumm
Mit Traditionen ist es ein bisschen wie mit alten Häusern: Sie können ihren Charme haben, doch die Substanz muss schon in Ordnung sein. Und manchmal steht eben auch eine Sanierung an, sonst verliert sich das Flair in angestaubten Ecken und hanebüchenen Tapetenmustern. Das ist bei einer Veranstaltung nicht anders. Und spätestens beim 50. Geburtstag der Homburger Hochschulwoche im vergangenen November konnte man sehen: So kann es nicht weitergehen - entweder braucht's einen neuen Rahmen oder einen neuen Termin. Genau den haben die drei Verantwortlichen, Stadt, Volkshochschule und Medizinische Fakultät, nun gefunden. Die Woche ist sozusagen der langen Nacht der Wissenschaften, dem Publikumsmagneten, gefolgt, nachdem dieser in den Sommer abgewandert war. Zwar ist hier traditionell die Open-Air-Veranstaltungs-Dichte höher, die Konkurrenz also größer, dennoch war es die richtige Entscheidung. Schließlich sollen möglichst viele Menschen so das Klinikum besser kennenlernen - auch ohne eine Krankheit als Hintergrund. Und das geht nur mit einem runden Angebot.
































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