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Lokalausgabe Homburg

Das Schicksal der Emigration

Von SZ-Mitarbeiter Gerd Imbsweiler

Homburg. Ein Glück, dass Alfons, der Vichysoldat, nach Hause kam. Als er erfuhr, dass Mutter abgeholt worden war, begab er sich in Uniform nach Lyon. Dort hatte der Weitertransport schon stattgefunden, aber einige waren wegen Platzmangels zurückgeblieben, auch die Mutter (Veröffentlicht am 18.11.2010)

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Es handelt sich hierbei um historische Aufnahmen des Anwesens Ludwig Hirsch, früher Kaiserstraße 30, heute Saarbrückerstraße 30. Es wurde von der Stadt Homburg erworben, für das Hitlerjugendheim abgerissen, welches dann am 14.5.1945 durch Bombenangriffe zerstört wurde. Foto: Stadtarchiv, Imbsweiler

Foto:

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Tante Clara (Ludwigs jüngste Schwester) 1894-1933, mit der kleinen Charlotte Hirsch; das Bild wurde Anfang der 30er Jahre aufgenommen.

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In der Allee der Gerechten in Yad Vashem wurde der Familie aus Toulouse, die Charlotte gerettet hat, ein Baum gesetzt. Foto: SZ

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Homburg. Ein Glück, dass Alfons, der Vichysoldat, nach Hause kam. Als er erfuhr, dass Mutter abgeholt worden war, begab er sich in Uniform nach Lyon. Dort hatte der Weitertransport schon stattgefunden, aber einige waren wegen Platzmangels zurückgeblieben, auch die Mutter.

Alfons wurde beim zuständigen deutschen Oberst vorstellig, der erklärte die Festnahme der Mutter als Missverständnis; Alfons nahm die Mutter mit nach Hause. Dort besorgte er zusammen mit Erich der Familie falsche Papiere, brachte die Eltern mit Hilfe eines Kameraden bei einem Bauern in den Französischen Alpen unter.

Ständige Todesangst

Auch Charlotte Hirsch, nun Charlotte Hiller, brachte Alfons zunächst in ein Jugendlager, dann versteckte sie Erich mit noch weiteren fünf Jüdinnen in einem Benediktinerkloster bei Perpignan. Die Schwester Oberin warnte die Mädchen vor einer Polin. Tatsächlich wurden sie an die Nazis, die inzwischen auch im tiefsten Süden Vichyfrankreichs herumschnüffelten, verraten. Bevor die Gestapo auftauchte, wurden die Mädchen jedoch schnell an Familien in der Umgebung verteilt.

Charlotte hatte großes Glück: Sie kam zu einer dreiköpfigen Familie nach Toulouse, die dort eine Drogerie betrieb. Sie hatte die Aufgabe, die Mutter, die im Rollstuhl saß, zu betreuen und in der Drogerie der Familie auszuhelfen. Die Geschwister warnten Charlotte vor den deutschen Soldaten, weil sie schwarzhaarig war und eine etwas dunkle Hautfarbe hatte.

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