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Termin des Pokal-Finales sorgt für Ärger





Saarbrücken
Termin des Pokal-Finales sorgt für Ärger
Von  Patric Cordier, 
20. April 2017, 02:00 Uhr
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Im Homburger Waldstadion soll am 25. Mai um den Fußball-Saarlandpokal gespielt werden. Die beiden beteiligten Vereine würden aber lieber am 3. Mai spielen. Auch für die Polizei bedeutet der Termin Mehrarbeit. Foto: hagen
Nur drei Tage vor dem Hinspiel der Drittliga-Relegation sollen der 1. FC Saarbrücken und die SV Elversberg in Homburg um den Saarlandpokal spielen. Der Termin an Christi Himmelfahrt schlägt bei beiden Vereinen hohe Wellen.

Der Fußball lebt von den Emotionen – und die kochen beim Thema Saarlandpokal-Finale gerade wieder mächtig hoch. Am Dienstagabend hat der Vorstand des Saarländischen Fußball-Verbandes (SFV) entschieden, das Endspiel zwischen den Regionalligisten SV Elversberg und 1. FC Saarbrücken am Donnerstag, 25. Mai (Christi Himmelfahrt), im Homburger Waldstadion stattfinden zu lassen. „Weil wir ein so gut besetztes Finale haben, wird es zur besten Sendezeit ab 17 Uhr beginnen“, erklärt SFV-Präsident Franz-Josef Schumann.

Die bundesweite Fernsehübertragung der Pokal-Endspiele aller 21 Landesverbände in der ARD ist dann auch der Hauptgrund für die Ansetzung, die bei den betroffenen Vereinen auf wenig Gegenliebe trifft. Denn die Clubs befürchten Wettbewerbsnachteile für die möglichen Aufstiegsspiele zur 3. Liga, die am 28. und 31. Mai ausgetragen werden. „Es ist Schwachsinn, dass der Verband auf stur schaltet und an diesem Termin festhält“, findet SVE-Sportvorstand Roland Seitz deutliche Worte, „der Sport tritt einmal mehr in den Hintergrund. Es ist für den FCS und die SVE die falsche Entscheidung“.

Auch sein Saarbrücker Kollege Marcus Mann ist von der Entscheidung des Verbandes wenig begeistert. „Die Regionalliga hat beim DFB offensichtlich nicht den höchsten Stellenwert“, sagt Mann auch im Hinblick auf die Aufstiegsregelung: „Die englische Woche an sich ist dabei gar nicht so das Problem. Aber wenn nach einer so bedeutenden Partie wie einem Pokalfinale noch die zwei wichtigsten Spiele der Saison folgen, ist das eine ganz andere Belastung.“ Man stelle sich vor, es gäbe Verlängerung und dann eine Entscheidung im Elfmeterschießen. Mit einem Negativerlebnis in die Relegation gehen? Außerordentlich ungünstig, ganz egal, wen es treffen würde.

„Das Erreichen des DFB-Pokals bringt viel Geld“, sagt Seitz, „andererseits brauchst du deine besten Spieler im Kampf um den Aufstieg“. Auch darum hatten sich schon vor den Halbfinals die Teilnehmer SVE, FCS, FC Homburg und FV Diefflen in einem gemeinsamen Brief an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) für eine Endspiel-Austragung am 3. Mai ausgesprochen. Just dieser 3. Mai steht eigens im Rahmenterminkalender des SFV als Ausweichtermin für das Pokalfinale.

„Dann hätte der FCS eine englische Woche mit Spielen gegen den 1. FC Kaiserslautern II und Homburg. Stellen Sie sich vor, die verspielen dabei die Relegationsteilnahme“, malt Schumann aber ein anderes Szenario. „Wir als Verband haben den Schwarzen Peter – egal, wie wir entscheiden.“

Es habe keinen direkten Druck vom DFB auf den SFV gegeben. Weder über die Vergabe künftiger Junioren-Länderspiele, noch über die Streichung von Fernsehgeldern, die laut Schumann ohnehin nur etwa 10 000 Euro betragen. „Natürlich haben wir die Interessen unserer Vereine vertreten, aber keine weiteren Unterstützer gefunden“, betont der SFV-Chef: „Dann muss man eben im DFB solidarisch sein und demokratische Spielregeln befolgen.“

Für die Einhaltung der Regeln rund ums Spiel sorgt die Homburger Polizei. „Für uns ist die Ansetzung am Vatertag mit erheblichem zeitlichen und personellen Mehraufwand verbunden“, erklärt Thomas Raber, stellvertretender Leiter der Polizei-Inspektion Homburg – auch vor dem Hintergrund der Rivalität zwischen den Anhängern des FCS und denen des FC Homburg. Ein Aufeinandertreffen beim zeitgleich stattfindenden Homburger Maifest ist nicht auszuschließen.

„Wir haben dennoch keine übermäßigen Sicherheitsbedenken und werden die Lage im Griff haben“, sagt Raber weiter und erinnert sich: „Es gab schon mehrfach zeitgleich Risikospiele im Waldstadion und Veranstaltungen in der Stadt. Die Ansetzung macht die Aufgabe aber natürlich nicht leichter.“ Das gelte auch für die Anstoßzeit.

FCS und SVE wollen sich jetzt auf ihre Aufgaben in der Liga konzentrieren. Unter Fußball-Freunden werden die Diskussionen um das Pokalspiel weitergehen.




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