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Nach aktuellem Fall im Saarland: Früherer LSVS-Präsident Meyer bezieht Stellung





Saarbrücken
„Gegen jegliches Doping gekämpft“
Nach aktuellem Fall im Saarland: Früherer LSVS-Präsident Meyer bezieht Stellung

29. November 2016, 02:00 Uhr
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Im Oktober 2014 wurde Gerd Meyer (rechts) als Präsident des Landessportverbandes für das Saarland (LSVS) verabschiedet. Sein Nachfolger ist Klaus Meiser (links). Foto: Schlichter

Foto: Schlichter
Die beiden Dopingfälle in der saarländischen Leichtathletik im Jahr 2016 haben den früheren Präsidenten des Landessportverbandes für das Saarland auf den Plan gerufen. Gerd Meyer bezieht klar Stellung.

Der jüngste Dopingfall in der saarländischen Leichtathletik schlägt weiter hohe Wellen – und sorgt dafür, dass der ehemalige Präsident des Landessportverbandes für das Saarland (LSVS), Gerd Meyer, eine persönliche Erklärung abgegeben hat. „Der LSVS, seine Vereine und Verbände haben zu allen Zeiten konsequent für sauberen und fairen Sport und gegen jegliches Doping gekämpft. Das jetzige LSVS-Präsidium mit Präsident Klaus Meiser führt diesen strikten Anti-Doping-Kurs entschieden weiter“, teilte Meyer, der inzwischen LSVS-Ehrenpräsident ist, mit: „Ich bin stolz und froh, dass in den mehr als zwölf Jahren meiner LSVS-Präsidentschaft und als Vorsitzender des Landesausschusses für Leistungssport kein einziger Sportler aus dem Saarland oder vom Olympiastützpunkt in Saarbrücken des Dopings bezichtigt oder wegen Dopings verurteilt wurde.“

Laufende Verfahren

Meyer hatte den Staffelstab beim LSVS im Oktober 2014 an Meiser weitergegeben. Der Dopingfall Rouven Christ (Ex-Sprinter des LAZ Saarbrücken) erschütterte den Saarsport im März 2016, die Nachricht von der Vierjahressperre für den früheren Saar-05-Athleten Timothy Abeyie wurde vor einer Woche öffentlich.

Der Fall Abeyie ist abgeschlossen. Der 34-Jährige hat die Sperre akzeptiert und seine Karriere beendet, auch wenn er von seiner Unschuld überzeugt ist (die SZ berichtete). Aus finanziellen Gründen habe er keine Chance gesehen, dagegen anzukämpfen. Die Mittel für die Öffnung der B-Probe und diverse Gutachten habe er nicht gehabt, sagte Abeyie.

Die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) teilte der SZ auf Anfrage mit, dass sie den Fall Abeyie an die Staatsanwaltschaft Saarbrücken weitergegeben hatte, das Verfahren allerdings im September 2015 eingestellt worden sei. Das Verfahren der Nada gegen Christ läuft noch. „Mit dem Abschluss ist im Jahr 2017 zu rechnen“, teilte die Nada mit. Auch das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Saarbrücken wegen des Verstoßes gegen das seit 1. Januar geltende Anti-Doping-Gesetz laufe noch, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Christoph Rebmann, der SZ gestern mit.

Christ und Abeyie waren in der saarländischen Leichtathletik auch als Schüler- und Jugendtrainer tätig. Lothar Altmeyer, der Präsident des Saarländischen Leichtathletik-Bundes, kritisierte in diesem Zusammenhang, dass der Landesverband von der Nada nicht über positive Tests oder laufende Ermittlungen informiert werde. Vom Fall Abeyie erfuhr Altmeyer eigener Aussage zufolge bei der Veröffentlichung der Sperre, obwohl die positive Probe vom 4. Juli 2015 stammt – also mehr als ein Jahr her ist.

Nada verteidigt Reihenfolge

Dass der Fall Christ öffentlich wurde, lag auch daran, dass Altmeyer selbst an der Saarbrücker Hermann-Neubeger-Sportschule einen Polizisten traf, der sich nach Christ erkundigte. Am selben Tag hatte die Hausdurchsuchung bei Christ in Saarbrücken stattgefunden. Nada und Staatsanwaltschaft bestätigten damals auf Nachfrage, was sich als Gerücht rasant verbreitete – den positiven Dopingtest.

Die Nada verteidigt auf Anfrage der SZ den im Nada-Code festgelegten Kommunikationsfluss: „Der betroffene Athlet wird von der Nada über den Verstoß informiert. Während des Verfahrens gelten Verschwiegenheitsregeln. Am Verfahren nicht unmittelbare beteiligte Organisationen innerhalb einer Verbandsstruktur, wie etwa Landesverbände oder Vereine, werden nach Abschluss des Verfahrens vom Spitzenverband in Kenntnis gesetzt. Das heißt, der Spitzenverband stellt die Information über das Ergebnis des Verfahrens zur Verfügung.“ Etwas anderes gelte nur, wenn ein Athlet vom Spitzenverband oder der Nada bereits nach einem positiven A-Proben-Ergebnis vorläufig suspendiert werde.

Geschieht dies nicht, kann ein positiv getesteter Athlet mitunter bis zur Veröffentlichung eines Urteils weiter als Trainer tätig sein – ohne dass Verein oder Landesverband vom Verfahren wissen.




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