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Drei Saarbrücker Ruderer kämpfen um einen Platz im Leichtgewichts-Vierer





Saarbrücken
Modernes Sportler-Casting
Drei Saarbrücker Ruderer kämpfen um einen Platz im Leichtgewichts-Vierer

27. Januar 2016, 02:00 Uhr
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Matthias Schömann-Finck, Jost Schömann-Finck und Tobias Franzmann (von links) machen sich Hoffnungen auf einen Platz im Leichtgewichts-Vierer. Dafür schuften sie derzeit in Hamburg am Stützpunkt für ihre Form. Foto: noveski.com/Willeke Foto: noveski.com/Willeke
Der deutsche Leichtgewichts-Vierer muss sich noch für die Olympischen Spiele in Rio qualifizieren. Noch steht die Besetzung nicht fest – aber drei Ruderer aus Saarbrücken rechnen sich Chancen aus.
Natürlich haben sie alle Rio im Kopf, die Teilnahme an den Olympischen Spielen. Aber zum Start in das Olympia-Jahr 2016 ist das große Saisonziel irgendwie noch ganz weit weg. Vielmehr hetzen die Brüder Jost und Matthias Schömann-Finck sowie Tobias Franzmann vom Ruderverein Saarbrücken von Maßnahme zu Maßnahme. Alles, um die Bundestrainer von sich zu überzeugen. Alles, um einen der vier Startplätze im Leichtgewichts-Vierer zu ergattern. In einem Boot, das noch gar nicht für Rio qualifiziert ist.

Aktuell sind die drei Ruderer in Hamburg, wo Franzmann auch studiert, und trainieren mit sechs anderen Kollegen. Dass sich alle zentralisiert an einem Ort zusammenfinden, ist neu – und eine Reaktion des Deutschen Ruderverbandes (DRV) auf die Negativ-Entwicklung des Bootes in den vergangenen Jahren. Praktisch seit dem WM-Titel des reinen Saarbrücker Leichtgewichts-Vierers mit den Brüder-Paaren Schömann-Finck sowie Martin und Jochen Kühner im Jahr 2009 ging es bergab.

In der Vergangenheit war es so, dass in der nationalen Ausscheidung feste Kombinationen gegeneinander angetreten waren oder dass alle Kandidaten auf Zweier ohne Steuermann verteilt wurden – und die beiden besten Zweier am Ende dann den deutschen Leichtgewichts-Vierer bildeten. „Diese Zweier-Spielchen gibt es nicht mehr“, sagt Matthias Schömann-Finck: „Jetzt kämpft jeder für sich. Die Trainer testen verschiedene Varianten, bei denen man überzeugen muss, egal mit wem man im Boot sitzt.“ Deswegen sind alle gemeinsam in Hamburg. „Wir sollen als Gruppe zusammenwachsen“, sagt Schömann-Finck. Ein modernes Sportler-Casting. Nur ohne Fernsehkameras.

Am kommenden Freitag endet der Trainingsblock in Hamburg, am 4. Februar bricht die Gruppe der neun Kandidaten dann ins Trainingslager nach Portugal auf. Dort schlägt für die Brüder Schömann-Finck und für Franzmann die Stunde der Wahrheit, denn im Anschluss wird der deutsche Vierer benannt. „Wer da nicht dabei ist, hat kaum mehr eine Chance“, sagt Matthias Schömann-Finck: „Die ersten werden dann wohl auch schon komplett raus sein.“

Die Wunsch-Besetzung der Bundestrainer wird, wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, von 15. bis 17. April beim Weltcup in Varese/Italien und von 6. bis 8. Mai bei den Heim-Europameisterschaften in Brandenburg an der Havel an den Start gehen. „Und wenn es funktioniert, dürfen diese Vier dann auch nach Luzern“, sagt Schömann-Finck. Dort fällt dann die Entscheidung: Samba in Rio oder Couchen vor dem heimischen Fernseher?

Bei der Olympischen Qualifikations-Regatta von 27. bis 29. Mai treten alle Boote gegeneinander an, die noch keinen Platz haben im Olympischen Wettkampf. Nur die ersten Zwei kommen durch. Die drei Ruderer des RV Saarbrücken wollen in Luzern dabei sein. Am liebsten gemeinsam. Und im besten Fall mit Lars Wichert aus Hamburg. Dass diese vier funktionieren, haben sie im November 2015 bei ihrem Sieg bei der Kaderlangstrecke in Dortmund bewiesen. Doch in jedem Training, bei jeder Maßnahme werden die Karten neu gemischt. Das war nach dem letzten Trainingslager Anfang Dezember in Sevilla so, als die ersten drei Ruderer aus der ursprünglichen Zwölfer-Gruppe gestrichen wurden. Das wird auch nach dem Trainingslager im Februar in Portugal so sein.

Zum Thema:

HintergrundVom RV Saarbrücken kämpft neben den Leichtgewichts-Ruderern Jost und Matthias Schömann-Finck sowie Tobias Franzmann auch Anja Noske um eine Olympia-Teilnahme. Sie hat den Vorteil, dass ihr Boot, der Doppelzweier, schon einen Startplatz für Rio hat. Nur die Besetzung des Bootes ist noch offen. Weil der Doppelzweier sicher in Rio dabei ist, muss er nicht an der Olympischen Qualifikations-Regatta in Luzern (27. bis 29. Mai) teilnehmen. Daher wird sich die endgültige Festlegung auf die Bootsbesetzung noch bis April/Mai hinauszögern. Noske zählt zu den vier bis fünf Athletinnen, die sich um die Plätze im Boot streiten. kai


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