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Claudia Nicoleitzik steckt in den Vorbereitungen auf die Paralympics – Samstag DM in Saarbrücken





Saarbrücken
Alles ist auf Rio ausgerichtet
Claudia Nicoleitzik steckt in den Vorbereitungen auf die Paralympics – Samstag DM in Saarbrücken

Von  Jonas Grethel, 
10. Februar 2016, 02:00 Uhr
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Claudia Nicoleitzik vom TV Püttlingen ist von Haus aus Sprinterin, ist aber wegen ihrer Schnelligkeit auch in der Disziplin Weitsprung erfolgreich – national und auch international. Fotos: Thomas Wieck
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Die 26-jährige Claudia Nicoleitzik bereitet sich derzeit gewissenhaft auf die kommenden Aufgaben vor.
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EdmundMinas
Die deutschen Leichtathletik-Hallen-Meisterschaften für Menschen mit Behinderungen an diesem Samstag in Saarbrücken sind für Claudia Nicoleitzik Durchgangsstation für große internationale Wettkämpfe.


 
Aller guten Dinge sind drei. Wenn man an diesen Satz glaubt, steht einer Goldmedaille für Claudia Nicoleitzik bei den Paralympischen Spielen in diesem Jahr nichts mehr im Wege. 2012 in London schaffte es die saarländische Vorzeige-Athletin im Behinderten-Sport über 100 und 200 Meter zu zwei Bronze-Medaillen. Vier Jahre zuvor hatte es in Peking in beiden Disziplinen sogar Silber gegeben. Wenn die Rechnung aufgeht, sind die beiden Goldmedaillen im brasilianischen Rio de Janeiro also schon jetzt sicher.

Dass es nicht so leicht ist, das weiß Claudia Nicoleitzik selbst. Die 26-jährige Sprinterin vom TV Püttlingen tut aber alles dafür, im September so erfolgreich wie möglich zu sein. „Es ist dieses Jahr alles auf das eine Ziel ausgerichtet“, sagt sie und erklärt mit Bezug auf ihre Gold-Chancen in Rio: „Ich weiß, dass die Konkurrenz sehr stark ist und dass ich die anderen Sportlerinnen nicht unterschätzen darf. Aber es wäre natürlich super, wenn das klappen würde, und ich denke, dass ich vorne dabei sein kann.“

Bis zu den Paralympics ist es allerdings noch ein weiter Weg. Nach der Leichtathletik-Weltmeisterschaft im vergangenen November, bei der Nicoleitzik ihre sechste und siebte WM-Medaille einheimste, standen erst einmal vier Wochen Pause auf dem Programm. Erst im Dezember stieg die zweifache Saarsportlerin des Jahres, die unter Ataxie, also Störungen in der Bewegungs-Koordination, leidet, wieder langsam ins Training ein und steckt seitdem in den Vorbereitungen auf das Paralympics-Jahr 2016.

Nicoleitziks Trainerin Evi Raubuch erklärt: „Zuerst müssen wir die Norm schaffen. Dazu fahren wir Anfang März nach Dubai, wo eine Wettkampf-Serie stattfindet. Es hat sich bisher immer sehr gut gemacht, wenn man dort schon mal die Norm geschafft hat und dadurch einen freieren Kopf hat für alles, das danach ansteht.“ Im Juni findet die EM im italienischen Grosetto statt – das letzte Großereignis für Nicoleitzik vor den Paralympischen Spielen in Rio.

Zwischen all den Vorbereitungen geht die deutsche Leichtathletik-Hallen-Meisterschaft für Menschen mit Behinderungen, die an diesem Samstag, 13. Februar, ab 10 Uhr in der Leichtathletikhalle der Hermann-Neuberger-Sportschule stattfindet, schon fast unter. „Eigentlich hatten wir vorgesehen, dass wir die Hallensaison ein bisschen vernachlässigen, weil ich ja erst im Dezember wieder locker mit dem Training angefangen habe“, erklärt Nicoleitzik: „Aber da die deutschen Meisterschaften dieses Jahr im Saarland sind, will ich als saarländische Athletin doch schon daran teilnehmen.“

Nicoleitzik tritt in den Disziplinen 60-Meter-Lauf (um 12.45 Uhr) und Weitsprung (16 Uhr) an, ist wegen des Trainingsstands aber nicht auf Gold aus. „Ich versuche, wie immer mein Bestes zu geben. Aber wenn es noch nicht so gut funktioniert, ist es auch nicht schlimm“, sagt die Sportlerin, deren Trainerin ergänzt: „Bei den deutschen Meisterschaften gibt es immer offene Klassen. Das heißt, sie muss mit anderen zusammen starten, die weniger schwer behindert sind. Das weiß sie genau und schaut auch nur auf sich selbst. Es ist für Claudia dann nicht wichtig, ob sie Erste wird oder nicht, sondern einfach nur, dass sie ihre Leistung bringt.“

Claudia Nicoleitzik fährt in diesem Jahr zum ersten Mal nach Brasilien. Um dort auch erfolgreich zu sein, trainiert die sechsfache EM-Medaillen-Gewinnerin zurzeit sechs Mal pro Woche. Evi Raubuch prognostiziert: „Es muss dieses Jahr alles mitspielen. Wir müssen das Training gut durchziehen, sie muss gesund bleiben und darf sich nicht verletzen. Dann ist vieles möglich.“ Vielleicht sogar, zweimal ganz oben auf dem Podest zu stehen.

 


Viele Chancen auf Edelmetall

Saarländische Leichtathleten bei der Heim-DM mit favorisiert

An diesem Samstag findet ab 10 Uhr in der Leichtathletikhalle der Hermann-Neuberger-Sportschule die deutsche Leichtathletik-Hallen-Meisterschaft für Menschen mit Behinderung statt. Edmund Minas vom Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Saarland kündigt an: „Es ist für alle Athleten wichtig, an der Meisterschaft teilzunehmen und ihre besten Leistungen zu zeigen. Von daher wird es mit Sicherheit ein spannender Wettkampf, auch weil die Paralympischen Spiele in Rio de Janeiro vor der Tür stehen.“

Insgesamt acht Saarländer nehmen an der Meisterschaft teil, darunter die saarländische Paralympics-Hoffnung Claudia Nicoleitzik vom TV Püttlingen. Neben ihr räumt Minas vor allem ihrer Schwester Nicole (ebenfalls Sprinterin beim TV Püttlingen) und Rollstuhlwerferin Anna-Katharina Nickels, mehrfache Juniorenmeisterin, Chancen auf Medaillen ein. Auch sie startet für den TV Püttlingen.

Da sich die bekannteren Stars wie Heinrich Popov oder Markus Rehm bereits im Ausland auf Rio vorbereiten, wird die deutsche Meisterschaft wohl keine Qualifikationsrelevanz für die Spiele haben. Dafür werden in Saarbrücken einige aussichtsreiche Nachwuchsathleten an den Start gehen.


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