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1. FC Saarbrücken: 19 Kandidaten für Aufsichtsrat – Abel hinterfragt „persönliche Eignung einiger Personen“





Saarbrücken
Überraschungen und Altgediente
1. FC Saarbrücken: 19 Kandidaten für Aufsichtsrat – Abel hinterfragt „persönliche Eignung einiger Personen“

Patric Cordier,Marcus Kalmes (SZ),  29. November 2016, 02:00 Uhr
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So sah die Vereinsführung des 1. FC Saarbrücken bei der letzten Mitgliederversammlung aus – seither hat sich einiges getan. Foto: Schlichter Foto: Schlichter
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Ex-Nationalspieler Wolfgang Seel steht zur Wahl. Foto: rup Foto: rup
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Will unbedingt in den Aufsichtsrat: Salvo Pitino. Foto: Schlichter Foto: Schlichter
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Adidas-Mann Aron Zimmer will zum Nike-Club. Foto: schlichter

Foto: schlichter
Die Mitglieder des 1. FC Saarbrücken wählen am 12. Dezember einen neuen Aufsichtsrat. Es gibt 19 Bewerber für das derzeit sieben Personen umfassende Gremium, aus dem Horst Hinschberger, Leo Petry und Franz Abel ausscheiden.

Er war in den vergangenen Wochen vielleicht der wichtigste Mann beim 1. FC Saarbrücken: Werner Cartarius, der Vorsitzende des Ehrenrates. Das FCS-Gremium mit Herbert Binkert, Werner Otto und dem 82-Jährigen musste entscheiden, wer bei der Mitgliederversammlung am 12. Dezember in der Congresshalle für den Aufsichtsrat kandidieren darf. „Ich hatte bei der Prüfung schlaflose Nächte“, sagt Cartarius. Gestern übergab er dem FCS die 19 Kandidaten umfassende Liste. Vom Ehrenrat abgelehnt wurde die Bewerbung des Luxemburgers Staatsbediensteten Claudio Mariotto. Er hatte sie zu spät eingereicht.

Vom sieben Mitglieder umfassenden derzeitigen Aufsichtsrat stellen sich Claude Burgard, Joachim Klein, Meiko Palm und der stellvertretende Vorsitzende Egon Schmitt zur Wiederwahl. Horst Hinschberger, Leo Petry und der Aufsichtsratsvorsitzende Franz Abel treten nicht mehr an.

Als erste Frau will Susann Breßlein in den FCS-Aufsichtsrat einziehen. Die Verwaltungsdirektorin der Saarbrücker Winterbergklinik steht einem Unternehmen mit mehr als 130 Millionen Euro Jahresumsatz vor. „Ich gehe seit 1976 mehr oder weniger regelmäßig zum FCS“, erklärt sie: „Ich wurde gefragt, weil ich jemand bin, der einen Blick für Zahlen hat. “ Die hat auch Aron Zimmer. Er ist Repräsentant des deutschen Sportartikelherstellers Adidas. Zimmer war gestern an seinem 57. Geburtstag für eine Stellungnahme zu den Beweggründen für seine Kandidatur nicht zu erreichen. Seine Bewerbung für den Aufsichtsrat hat Brisanz: Der US-Konzern Nike ist Ausrüster des 1. FC Saarbrücken.

Adidas war 2015 von der damaligen Oppositionsgruppe „Unser FC“ als möglicher Sponsor genannt worden. Der Gruppe gehörte Salvo Pitino an. Bei der Mitgliederversammlung vor einem Jahr hatte FCS-Schatzmeister Dieter Weller in dessen Richtung gesagt: „Zu unseren Ideen gehört nicht eine Gelddruckmaschine.“ Pitino ist, wie Rechtsanwalt Dieter Quack der Versammlung erklärt hatte, wegen Inverkehrbringens von Falschgeld verurteilt worden.

„Ich habe große Lust – als FC'ler durch und durch – in ein Amt gewählt zu werden, in dem ich für Verein und Mitglieder arbeiten darf“, sagt Pitino, der gegen eine mögliche Nichtzulassung zur Wahl durch den Ehrenrat aufgrund seiner Vergangenheit angedroht haben soll, vor Gericht eine einstweilige Verfügung erwirken zu wollen. Dazu sagt er: „Das kommentiere ich nicht. Wichtig ist nur, dass ich auf der Wahlliste stehe.“

Pitino ist Betreiber einer Soccer-Halle. Er war wie Michael Haubrich, Leiter einer Radiostation, treibende Kraft bei „Unser FC“. Beide haben sich FCS-Präsident Hartmut Ostermann angenähert und versuchen es nun wieder. Wie Steuerberater Volker Morsch, der auch „Unser FC“ angehörte.

In den neuen Aufsichtsrat wollen auch zwei Ex-Spieler. Eugen Hach war von 1987 bis 1992 Spieler und später Trainer des FCS. 2007 erlitt er einen Hirnschlag, von dem er sich erholt hat. Er arbeitete danach als sportlicher Leiter bei der SV Elversberg und Saar 05 Saarbrücken. Der sechsmalige Nationalspieler Wolfgang Seel trug von 1966 bis 1971 und von 1981 bis 1986 das FCS-Trikot. „Ich habe immer gesagt, dass ich einer für auf dem Platz bin und nicht für den Aufsichtsrat“, erzählt Seel: „Jetzt haben mich Egon Schmitt und Dieter Ferner (FCS-Vizepräsident, Anmerkung der Redaktion) überzeugt, dass meine Meinung auch dort gehört wird.“

Ebenfalls beworben haben sich Dirk Franz, Diplom-Ingenieur aus Saarbrücken, Rolf Gergen, Lehrer an der Gesamtschule Güdingen, Frank Hälsig, Professor für Marketing an der HTW Saarbrücken, Daniel Jung, Rechtsanwalt aus Friedrichsthal, Jürgen Keller, Unternehmer aus Sulzbach, Dirk Klein, Unternehmer und Präsident des Fußball-Oberligisten FC Wiesbach, Peter Seitz, Rentner aus Wallerfangen, und Patrick Thiel aus Saarbrücken, Diplom-Verwaltungsbeamter im Innenministerium.

„Die persönliche Eignung einiger Personen auf der Liste kann man durchaus hinterfragen“, sagt der scheidende Aufsichtsrats-Vorsitzende Abel: „Ich halte die Mitgliederversammlung aber für mündig genug, die richtigen Kandidaten auszuwählen. Ich werde meine Redezeit darauf verwenden, den Mitgliedern diese Verantwortung vor Augen zu führen.“

Präsident Ostermann freut sich über die vielen Bewerber. „Dass sich so viele gestandene Menschen aus allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens für eine Mitarbeit beim FCS zur Verfügung stellen wollen, ist ein Hinweis dafür, dass der Verein nicht nur sportlich auf dem richtigen Weg ist.“ Die Mitglieder entscheiden bei der Versammlung auch darüber, wieviele Sitze der neue Aufsichtsrat in Zukunft haben soll.



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