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Polizei findet keine verbotenen Substanzen – Saarbrücker Sprinter offenbar in den USA





Saarbrücken
Christ droht lange Hängepartie
Polizei findet keine verbotenen Substanzen – Saarbrücker Sprinter offenbar in den USA

Kai Klankertund Mark Weishaupt (SZ),  17. März 2016, 02:00 Uhr
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Der saarländische Sprinter Rouven Christ steht nach einer positiven A-Probe unter Dopingverdacht. Foto: Ruppenthal Foto: Ruppenthal
Der unter Dopingverdacht stehende Sprinter Rouven Christ ist offenbar in die USA gereist, um dem Trubel um seine Person zu entkommen. Das Verfahren gegen den 27-Jährigen wird sich wohl noch eine Weile hinziehen.


 
Alle Bundes- und Landeskader-Athleten im Saarland erhalten in diesen Tagen Post – und eine Einladung des Landessportverbandes für das Saarland (LSVS) zu einer Doping-Präventions-Veranstaltung. Am 3. Mai ist die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) zu Gast an der Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken (17 Uhr, Haus der Athleten). Die Nada leistet Aufklärungsarbeit, informiert über Neuerungen im Jahr 2016. Vor allem über das seit 1. Januar geltende Anti-Doping-Gesetz, das eine strafrechtliche Verfolgung dopender Leistungssportler möglich macht und je nach Schwere des Falls sogar eine Haftstrafe vorsieht.

Die Überschneidung mit dem Fall Rouven Christ sei Zufall, sagt Lothar Altmeyer: „Der Termin mit der Nada ist schon seit vier Wochen abgestimmt.“ Der kommissarische Chef des Saarländischen Leichtathletik-Bundes ist Leiter des Sportzweiges des Gymnasiums am Rotenbühl in Saarbrücken. Ein großer Teil der besagten Kaderathleten besucht die Eliteschule des Sports. Altmeyer rechnet aufgrund des aktuellen Dopingverdachtfalls in der saarländischen Leichtathletik mit einem „großen Zulauf“, zumal auch Trainer und Eltern eingeladen seien.

Seit Bekanntwerden der Tatsache, dass die Nationale Anti-Doping-Agentur und die Staatsanwaltschaft Saarbrücken gegen den Sprinter und Trainer Christ ermitteln, sind viele Reaktionen beim Verband und bei Altmeyer gelandet, überwiegend „Entsetzen und Unverständnis“. Der SLB und Christs Verein LAZ Saarbrücken haben den 27-Jährigen mindestens bis zum Abschluss des Verfahrens beurlaubt. Laut Altmeyer hat der LSVS auch ein Verbot für das Gelände der Sportschule ausgesprochen.

„Uns hat die Nachricht getroffen wie ein Hammerschlag“, sagt Achim Hachenthal, Vorsitzender des LAZ, bei dem Christ mit einer halben Stelle angestellt ist: „Rouven hat als Trainer eine super Arbeit abgeliefert, war als Athlet unglaublich beliebt. Aber seine Tätigkeit müssen wir jetzt bis auf weiteres ruhen lassen.“ Am vergangenen Freitag hatten sie sich noch gesehen, Christ hat seinen Schlüssel vorerst abgegeben. „Die gesamte Situation ist für uns neu und schwierig. Wir müssen nun die Ergebnisse des Verfahrens abwarten“, sagt Hachenthal. „Wir hoffen alle, dass die B-Probe negativ ist.“

Bestätigt ist, dass es bei Christ eine positive A-Probe gegeben hat. Als Landeskader- beziehungsweise Sonderkader-Athlet hatte sich Christ offenbar freiwillig in das Kontrollsystem integrieren lassen, weil er sich Hoffnungen gemacht hatte auf nationale und internationale Einsätze. Selbst ein Platz in der deutschen 4x100-Meter-Staffel bei den Olympia in Rio soll Thema gewesen sein.

Welche Substanz bei der Kontrolle gefunden wurde, ist nach wie vor öffentlich nicht bekannt. „Für die Bewertung des Falls ist das natürlich ganz entscheidend“, sagt SLB-Chef Altmeyer. Bei den Durchsuchungen der Polizei wurden Handy und Laptop sichergestellt, die ausgewertet werden. „Es wurden aber keine verbotenen Substanzen gefunden“, bestätigt Oberstaatsanwalt Christoph Rebmann, Sprecher der Ermittlungsbehörde. Eine Prognose, wie lange das Verfahren dauern wird, will Rebmann nicht abgeben. Die Nada teilt mit, dass es bis zu einem halben Jahr dauern kann, ehe das Verfahren inklusive der Entscheidung des Sportschiedsgerichts abgeschlossen ist.

Christ selbst äußert sich nicht. Nach SZ-Informationen soll er gestern in die USA geflogen sein. Für die Staatsanwaltschaft Saarbrücken, die mit dem neuen Antidopinggesetz noch keine Erfahrung gemacht hat, ist dies kein Problem. „Es liegt kein Haftbefehl vor, von daher gibt es auch keine Auflagen“, sagt Sprecher Rebmann.

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