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Stadt prüft, ob Ränge aus Mainz für den Ludwigspark aufgekauft werden sollen



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Saarbrücken
Neues Stadion mit alten Tribünen?
Stadt prüft, ob Ränge aus Mainz für den Ludwigspark aufgekauft werden sollen

10. Mai 2014, 00:00 Uhr
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Dieses Bild hat die Projektgesellschaft gestern vorgestellt: Die beiden Hintertor-Tribünen will die Gesellschaft dem FSV Mainz 05 abkaufen. Die Haupttribüne soll neu gebaut werden. Foto: SZ/PSL Foto: SZ/PSL
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Marcel Ziemer
Am Freitag hat die „Projektgesellschaft Sanierung Ludwigsparkstadion“ neue Vorschläge für das Ludwigsparkstadion präsentiert. Alte Tribünen des Bundesligisten Mainz 05 könnten eine günstige Alternative zum Neubau der Ränge sein.


 
Die seit November 2013 bestehende „Projektgesellschaft Sanierung Ludwigsparkstadion“ (PSL) hat am Freitag ihre neuen Ideen für das marode Stadion in Saarbrücken vorgestellt. Einen ersten Entwurf hatte sie im Februar der Sportvermarktungsfirma „Lagardère Sports“ zur Prüfung vorgelegt. „Sie sollte diesen auf Wirtschaftlichkeit prüfen und uns beratend zu Seite stehen“, erklärt Jürgen Schäfer, Geschäftsführer der PSL. Sie wollte einfach „gewissenhaft an den Stadionbau rangehen“. Stadt und Land (10,7 Millionen Euro) stellen insgesamt 16 Millionen zur Verfügung. „Und da haben wir nur einen Schuss“, sagt auch Peter Bauer aus dem Aufsichtsrat der PSL: „Das Stadion darf auch nicht teurer als diese 16 Millionen Euro werden.“

Die Ergebnisse von Lagardère liegen nun vor. So erklärt Schäfer, dass vor allem die Haupttribüne aus Sicht von Lagardère besser neu gebaut werden solle, als sie – wie zuvor angedacht – im Bestand zu sanieren. Aus Gründen der Atmosphäre solle sie auch näher ans Spielfeld ranrücken. „Durch den Neubau lassen sich auch die Betriebskosten für die Stadt als Stadioneigentümerin senken“, sagt Schäfer. Auch die Einnahmenseite sei auf einer neuen Haupttribüne besser.

Das wussten die Planer bereits vorher. Aber eine neue Tribüne kostet in etwa acht bis zehn Millionen Euro. Das war den Planern bisher zu teuer, schließlich gibt es noch drei weitere Tribünenteile zu sanieren. Doch dann kam der Zufall ins Spiel. Bereits Ende des vergangenen Jahres kam der Kontakt zu einem Stadionbauer zustande, der zwei Hintertor-Tribünen im alten Mainzer Bruchwegstadion gebaut hatte. Diese zwei Tribünen sind bundesligatauglich und nahezu neuwertig (Neuwert: zwölf Millionen Euro). Sie werden in Mainz nicht mehr gebraucht, da der FSV inzwischen in einer neuen Arena spielt. Am Bruchweg sollen sie weg, da der Erstligist anstelle der Tribünen Funktionsgebäude bauen will. „Wir könnten die Tribünen sehr günstig übernehmen“, sagt Schäfer und erklärt, dass der alte Plan damit nicht kassiert sei, sondern „wir nun einfach die Möglichkeit haben, ihn weiterzuentwickeln“.

Was die Tribünen kosten, kann Schäfer noch nicht sagen, da er noch nicht in Verhandlungen gehen durfte. Dazu ist ein Stadtratsbeschluss nötig, erklärt auch PSL-Aufsichtsrat Peter Bauer. Der solle am Dienstag erfolgen. „Danach können wir in konkrete Verhandlungen mit Mainz gehen“, sagt Schäfer. In zwei Wochen könnten sie – vorbehaltlich des Stadtratsbeschlusses – eventuell erste Ergebnisse präsentieren. Bevor die Kosten nicht feststehen, könne auch nicht gesagt werden, ob der Entwurf in die Planungsphase geht. Neben der Kostenfrage spielen auch baurechtliche Fragen eine Rolle. Die Vertreter zeigten sich allerdings optimistisch, diese Fragen zeitnah klären zu können.

Bekommen sie alles durch, wollen sie in diesem Jahr noch mit dem Bau beginnen. „Das bleibt unser Ziel“, sagt Schäfer. Auch Bauer bestätigt den Terminplan. Sollte der Entwurf so umgesetzt werden können, würde die Fantribüne des FCS auf die Seite des Marathontores umziehen. Dort stünden die Saarbrücker Fans dann auf 5400 Stehplätzen.Das Ende ist nah – zumindest das der Fußball-Saison 2013/2014. Beim 1. FC Saarbrücken wird dieser Spielzeit niemand eine Träne nachweinen, denn der FCS steht bekanntlich als sportlicher Absteiger aus der 3. Liga fest. Im letzten Heimspiel gegen RW Erfurt an diesem Samstag um 13.30 Uhr im Ludwigsparkstadion geht es nur noch darum, mit einem finalen Erfolgserlebnis die rote Laterne an Wacker Burghausen abzugeben. Eine offizielle Verabschiedung von Spielern wird es nicht geben. Auch kein Freibier für die Zuschauer, wie das in der Vergangenheit üblich war.

Gespräche über die Zukunft hat FCS-Trainer Fuat Kilic schon begonnen – unabhängig davon, in welcher Liga der FCS nach den Lizenz-Entscheidungen des DFB antreten wird. „Wichtig ist, dass die Spieler ihren Willen bekundet haben, den Weg mitzugehen“, erklärt Kilic, „definitiv abgesagt hat von unseren Spielern keiner. Bei den ausgeliehenen muss man mit den anderen Vereinen sprechen.“ Florian Ballas etwa wird zunächst wohl nach Hannover zurückkehren und schauen, ob er beim Bundesligisten seine Chance bekommen wird.

Keine Absage gab es bislang von Topstürmer Marcel Ziemer. „Ich will hier den Karren mit aus dem Dreck ziehen. Das heißt auch Regionalliga“, sagt Ziemer, der mit Aufsteiger 1. FC Heidenheim in Verbindung gebracht wird: „Es gibt auch andere gute Angebote. Saarbrücken ist mein erster Ansprechpartner, aber klar ist, dass ich nicht ewig warten kann.“ Klare Äußerungen der Spieler sind derzeit schwierig zu bekommen, auch wegen der unklaren Liga-Zugehörigkeit. So haben Kevin Pezzoni, Timo Ochs oder auch Mounir Chaftar Verträge, die in der 3. Liga weiter gelten.

Einer, der bleiben möchte, ist Kevin Maek. Freundin Svenja erwartet in den kommenden Tagen die erste gemeinsame Tochter. „In den Vertragsgesprächen geht es auch immer um die Ausrichtung des Vereins“, sagt der 25-Jährige, „man möchte ja immer in einer guten Truppe spielen.“ Maek dürfte gegen Erfurt sein Comeback nach dem Kreuzbandriss Mitte September 2013 feiern – zumal mit Tim Knipping (Muskelfaserriss im Oberschenkel) ein Innenverteidiger definitiv ausfällt. Auch Talent Max Rupp wird zum Kader gehören.


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