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Schwarz-gelber Ausmarsch





Monaco
Schwarz-gelber Ausmarsch
Von  Oliver Mucha, 
21. April 2017, 02:00 Uhr
Am Aus von Borussia Dortmund in der Champions League hatten auch Entscheidungen von Trainer Thomas Tuchel ihren Anteil.

Noch ein lockeres Training im strahlenden Sonnenschein an der Côte d'Azur – dann endete für Borussia Dortmund die vorerst letzte Champions-League-Reise. Als die Spieler nach der wohl schwierigsten Woche ihrer Karriere gestern in Nizza das Flugzeug in die Heimat bestiegen, kündigte Thomas Tuchel die schnelle Rückkehr auf Europas größte Fußball-Bühne an. „Wir müssen bei all unserem Talent in der Persönlichkeit wachsen. Unser Weg ist noch nicht zu Ende“, sagte er nach der 1:3 (0:2)-Niederlage am Mittwochabend im Viertelfinal-Rückspiel bei AS Monaco.

Dass der Weg acht Tage nach dem Bombenanschlag auf den Mannschaftsbus im Stade Louis II endete, daran trug Tuchel eine Mitschuld. Der 43-Jährige brachte überraschend den länger verletzten Erik Durm in der Startelf und ließ wie schon bei den Niederlagen im Hinspiel (2:3) und im Bundesliga-Topspiel bei Bayern München (1:4) mit einer Dreierkette beginnen. Nach den frühen Gegentoren durch Kylian Mbappé (3.) und Radamel Falcao (17.) korrigierte Tuchel Personal und System schnell. „Dass Erik Durm der Leidtragende war, nehme ich auf mich. Ich habe ihm das zugetraut. Er hat nach der Verletzung gut trainiert und einen guten Eindruck gemacht“, sagte Tuchel.

Da irrte der BVB-Trainer. Durm, der zuletzt am 17. März auf dem Platz gestanden hatte und danach aufgrund muskulärer Probleme pausierte, bot eine schwache Vorstellung. Beide Gegentore wurden über seine Seite eingeleitet. Eine Frage des Systems, das Tuchel nach 27 Minuten mit der Einwechslung von Ousmane Dembélé von einem 3-4-2-1 in ein 4-2-3-1 änderte, sei es aber nicht gewesen, wie er versicherte. „Wir haben mit diesem System sehr gute Spiele auswärts und in der Champions League gemacht“, sagte Tuchel. Das stimmt wohl, allerdings präsentierten sich die Schwarz-Gelben in der jüngeren Vergangenheit mit der Viererkette deutlich stabiler.

Angesichts aller Widrigkeiten nach dem Attentat darf man die Erkenntnisse aus den beiden Spielen gegen Monaco nicht überbewerten, auch wenn sich die Spieler selbstkritisch zeigten. „Mit dem Spiel können wir nicht zufrieden sein. Es haben ein bisschen der Wille und die Kraft gefehlt“, sagte Torschütze Marco Reus (48.). Torhüter Roman Bürki sah „individuelle Fehler bei den Gegentoren“. Man sei von der ersten Sekunde an nicht bereit gewesen, sagte der Schweizer, auf dessen Kappe das erste Tor ging.

Angesichts der außergewöhnlichen Umstände wollte Tuchel keine Königsklassen-Bilanz ziehen. „Bis vor acht Tagen haben wir uns bereit gefühlt, das Viertelfinale zu gewinnen. Die Vorzeichen haben sich nach dem Anschlag dramatisch verändert. Daher will ich kein Fazit ziehen“, sagte Tuchel, dessen Team im zweiten Durchgang wieder einmal eine große Moral bewies und bis zum dritten Gegentor durch Valère Germain (81.) alles versuchte. Viel Zeit, um das Aus zu verarbeiten, bleibt den Westfalen nicht. Schon am Samstag (18.30 Uhr) steht das Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach an – das Fernduell um Platz drei gegen 1899 Hoffenheim geht in die nächste Runde.




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