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Eliteklasse im Ringen soll kommende Saison völlig neu aufgestellt werden – Gehaltsobergrenze wird eingeführt





Köllerbach
Bundesliga-Reform, die nächste
Eliteklasse im Ringen soll kommende Saison völlig neu aufgestellt werden – Gehaltsobergrenze wird eingeführt

Von  Patric Cordier, 
20. Oktober 2016, 02:00 Uhr
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Köllerbachs Jan Fischer (oben), hier in einem Kampf gegen seinen ehemaligen Vereinskollegen Konstantin Schneider, wird in der kommenden Saison mit seinem Verein vermutlich in einem komplett neuen Bundesliga-System ringen. Foto: Schlichter

Foto: Schlichter
Die aktuelle Bundesliga-Form im Ringen mit nur acht Vereinen im Oberhaus ist für alle Beteiligten unbefriedigend. Änderungen sollen her – und die Pläne liegen jetzt auf dem Tisch. Nun sind die Clubs am Zug.

Das Ringen um die Zukunft des Ringersports in Deutschland geht in die nächste Runde. Schon diese Bundesliga-Saison, die nur mit acht Vereinen ausgetragen wird, basiert auf einem Kompromiss zwischen den Clubs der Deutschen Ringerliga (DRL) und dem Deutschen Ringerverband (DRB). Am vergangenen Wochenende legte nun der DRB in Bad Mergentheim sein neues Konzept vor. „Es mussten endlich Änderungen her“, sagt Hilmar Rehlinger, Vorsitzender des bislang einzigen saarländischen Bundesligisten KSV Köllerbach und Mitglied des Bundesligaausschusses im DRB, „ich hoffe sehr, dass dieser Versuch nun glückt“.

Künftig vier Staffeln

In der kommenden Saison soll nach dem Willen des DRB die Bundesliga mit vier Staffeln starten, die aus jeweils acht bis zehn Vereinen bestehen. Jeweils zwei aktuelle Erstligisten sollen nach regionalen Gesichtspunkten die Gruppenköpfe bilden, die Staffeln dann mit Zweitligisten aufgestockt werden. Die 2. Liga fällt dadurch weg. Die ersten vier Clubs jeder Staffel qualifizieren sich für das Achtelfinale. Ab dort geht es im K.o.-System in Hin- und Rückkampf bis zum Titel.

Damit möglichst hohe Chancengleichheit besteht, gibt es eine finanzielle Etat-Obergrenze. Das bedeutet: Die Vereine dürfen höchstens 150 000 Euro an ihre Sportler zahlen. Mit Lizenzgebühren, Reisekosten und anderen Ausgaben dürfte eine Saison dann mit etwa 250 000 Euro bezahlbar sein. „Damit dies eingehalten wird, sollen Kontrollinstanzen eingerichtet werden“, erklärt Rehlinger, der einräumt, dass die Gefahr von schwarzen Kassen oder Zahlungen von Dritten direkt an die Sportler so kaum auszuschließen ist. Aber er versichert: „In Köllerbach wird es solche Geschichten nicht geben.“

In Insiderkreisen heißt es, dass einige der derzeitigen Spitzenclubs einen drei bis vier Mal so hohen Etat haben wie in Zukunft vorgeschrieben. Die künftigen Einsparungen sollen auch durch die Begrenzung der ausländischen Starter erreicht werden. Mindestens sechs deutsche Ringer müssen ab der neuen Saison in der Aufstellung für einen Bundesliga-Kampf stehen. Von den vier Ausländerplätzen darf nur einer von Nicht-EU-Ausländern eingenommen werden. Außerdem werden die Vereine zur Nachwuchsarbeit verpflichtet. „Der Vorschlag ist, dass jeder mindestens sieben Starter bei Landesmeisterschaften stellen muss“, sagt Rehlinger, „der KSV hat derzeit über 50. Da sind wir bundesweit vorbildlich“.

Einige Vereine der DRL hatten schon mit der Idee der Abspaltung vom DRB geliebäugelt. Doch offene Fragen wie die Vergabe von internationalen Lizenzen oder Schiedsrichterwesen konnten nicht beantwortet werden. Jetzt gibt der Verband, dem selbst immer wieder finanzielle Probleme nachgesagt werden, die Linie vor. „Die Vereine haben nun bis zum 20. Dezember Zeit, sich zu erklären. Köllerbach und der ASV Mainz haben dem Vorschlag schon zugestimmt“, sagt Rehlinger, „Vereine, die sich nicht anschließen wollen, werden in die Landesorganisation zurückgestuft.“ Doch ist eine Liga ohne Ispringen, Nendingen, Weingarten oder Aalen überhaupt attraktiv? Und wie reagieren die jetzigen Zweitligisten? Bis Dezember müssen im deutschen Ringen also noch einige Kämpfe ausgetragen werden – besonders neben den Matten.

Zum Thema:

Am Rande Fünf saarländische Ringer sind in den kommenden Wochen international im Einsatz. Mit Timo Badusch, Jan Fischer und Gennadij Cudinovic sind drei Bundesliga-Ringer des KSV Köllerbach für die Polizei-EM am kommenden Wochenende in Bratislava nominiert. Der Wettkampf für die im griechisch-römischen Stil kämpfenden Badusch (75-Kilogramm) und Fischer (bis 85 Kilogramm) wird am kommenden Samstag ausgetragen, Cudinovic soll am Sonntag in der 125-Kilogramm Klasse im freien Stil an den Start gehen, sein Einsatz ist aber aufgrund einer Handverletzung gefährdet. Vom 25. bis 30. Oktober findet außerdem die Studenten-WM im türkischen Corum statt. Dort werden Valentin Seimetz vom KSV Köllerbach sowie Marius Braun vom KV Riegelsberg um die Medaillen kämpfen. Seimetz ringt am Dienstag, 25. Oktober, in der 57-Kilo-Klasse im freien Stil, Braun (bis 80 Kilogramm griechisch-römisch) muss am Samstag, 29. Oktober, auf die Matte. kin



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