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Fußball-Regionalliga: SV Elversberg besiegt 1. FC Saarbrücken mit 2:1 – Österreicher mit dem Siegtor





Elversberg
Perstaller sorgt für den Befreiungsschlag
Fußball-Regionalliga: SV Elversberg besiegt 1. FC Saarbrücken mit 2:1 – Österreicher mit dem Siegtor

Von  Heiko Lehmann, 
17. Oktober 2016, 02:00 Uhr
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Julius Perstaller (mit dem Gesicht nach vorne) lässt sich von seiner Mannschaft für sein Siegtor im Saarderby bejubeln. Der 27-Jährige traf fünf Minuten vor Schluss zum 2:1 für die SV Elversberg. Foto: Schlichter Foto: Schlichter
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SVE-Trainer Michael Wiesinger war mit der Leistung zufrieden, wie sein Lächeln unterstreicht. Foto: Schlichter Foto: Schlichter
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Regionalliga-Toptorjäger Patrick Schmidt bejubelt sein Tor zur frühen Führung für den 1. FC Saarbrücken. Foto: Schlichter Foto: Schlichter
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Die Spieler des 1. FC Saarbrücken wurden von ihren zahlreich mitgereisten Anhängern nach dem Spiel gefeiert, als hätten sie das Saarderby gewonnen. Foto: Wieck

Foto: Wieck
Das elfte Saisontor von Patrick Schmidt war zu wenig – der FCS musste das Stadion an der Kaiserlinde am Samstag mit leeren Händen verlassen. Vor allem im zweiten Durchgang machte der FCS zu wenig nach vorne.

Nach mehr als einem Jahr hat die SV Elversberg wieder ein Derby gegen den 1. FC Saarbrücken gewonnen. Am vergangenen Samstag bezwang die SVE die Saarbrücker mit 2:1 und setzte sich mit dem Sieg wieder an die Tabellenspitze der Regionalliga Südwest.

Vor 7721 Zuschauern im Stadion an der Kaiserlinde kam es in der 85. Minute zur Schlüsselszene des Spiels. Etwa fünf Meter vor der Mittellinie pfiff Schiedsrichter Marcel Gasteier ein Foul von Saarbrückens Alexandre Mendy an Elversbergs Jan Washausen und zeigte Mendy sogar die Gelbe Karte. Wie die Fernsehbilder zeigten, lag der Schiedsrichter in dieser Situation daneben, da Mendy Washausen nicht mal berührte.

Saarbrücken formierte sich in der eigenen Spielhälfte, und Daniel Batz, der Elversberger Torhüter, eilte 40 Meter aus seinem Tor, um den Freistoß kurz auszuführen und den Ball dem ein Meter entfernten Innenverteidiger Leandro Grech zu passen. Von den FCS-Fans gab es dafür Gelächter und Applaus. „Ich habe gesehen, dass Leandro keine Anspielmöglichkeit hat und habe ihm den Ball zugespielt, damit das Spiel eröffnet ist“, erklärte Batz, der nicht wieder zurück in sein Tor lief, sondern sich aktiv, quasi als Libero, in dieser Szene am Spielaufbau beteiligte. Zudem zog sich Merveille Biankadi aus dem Zentrum auf die rechte Abwehrseite.

Die beiden Stürmer des FCS, Patrick Schmidt und Kevin Behrens, wirkten etwas irritiert und konnten keinen ballführenden Innenverteidiger anlaufen. Und dann ging es ganz schnell. Marco Kehl-Gomez spielte auf Lukas Kohler, der den Ball zurück zu Biankadi auf die rechte Seite prallen ließ. Biankadi spielte weiter auf Milan Ivana, der auf der rechten Außenbahn sofort wieder den mitgelaufenen Kohler in Szene setzte. Kohler passte direkt mit dem Außenrist zu Julius Perstaller, und der 27-jährige Österreicher traf aus 16 Metern mit dem linken Fuß zum 2:1-Siegtor ins lange Eck.

Zwölf Mal passt sich die SVE den Ball in dieser Situation zu, ohne dass der FCS die Chance hatte, an den Ball zu kommen. „Das war alles genauso gewollt von uns. Julius hat genauso ein Tor am Freitag zweimal im Training erzielt“, sagte Kohler und widerlegte damit die Aussage von FCS-Trainer Dirk Lottner, es sei ein glücklicher Siegtreffer der SVE gewesen. Sicherheits-Fan und SVE-Trainer Michael Wiesinger, nicht unbedingt der Freund von Torhüterausflügen bis fast zur Mittellinie, sagte nach dem Spiel mit einem Augenzwinkern: „In dieser Szene war es erlaubt.“

Über die gesamten 90 Minuten gesehen, spielte die SVE nicht viel anders als bei den schwächelnden Offensivauftritten in den vergangenen Wochen. Die SVE hatte zumeist die Spielkontrolle und wurde mit zunehmender Spieldauer immer dominanter. Was fehlte, waren genaue Flanken im letzten Drittel. „Wir waren heute aggressiver als sonst und hatten eine bessere Einstellung. Ich denke, das war der Schlüssel“, sagte Maximilian Oesterhelweg, der in der 15. Minute mit einem direkt verwandelten Freistoß aus 25 Metern ausglich. Zuvor hatte Top-Torjäger Patrick Schmidt den FCS mit 1:0 in Führung geschossen, als er nach einem Ausrutscher von SVE-Kapitän Thomas Birk alleine auf das Tor zulief (9.). Es war der einzige Ausrutscher der SVE, bei der vor allem Matchwinner Julius Perstaller und Stürmer Moritz Göttel, der von Beginn an für Edmond Kapllani ran durfte, glänzten. „Ich hatte gar keine andere Wahl, als den Ball ins lange Eck zu schießen. Dort war alles frei“, sagte Perstaller mit einem Lächeln. Als Schiedsrichter Marcel Gasteier nach genau 94 Spielminuten abpfiff, war zumindest auf den Rängen nicht auszumachen, wer denn nun das Spitzenspiel der Fußball-Regionalliga Südwest für sich entschieden hatte. Die gut 5500 Anhänger des 1. FC Saarbrücken unter den insgesamt 7721 Besuchern feierten ihre Mannschaft wie einen Sieger, obwohl sie gerade nicht nur mit 1:2 (1:1) gegen die SV Elversberg verloren hatte, sondern damit den Lokalrivalen auch in der Tabelle wieder an sich vorbeiziehen lassen musste.

„Es ist auf jeden Fall enttäuschend“, sagte FCS-Torwart David Salfeld, „aber trotzdem so gefeiert zu werden, ist einfach gigantisch.“ Nach acht Minuten stimmten die Fans der Blau-Schwarzen das Lied von der Nummer eins im Land an. Elversbergs Kapitän Thomas Birk war bei einem Abwehrversuch weggerutscht, FCS-Torjäger Patrick Schmidt hatte die Situation blitzschnell erfasst. Der Blieskasteler lief noch zehn Schritte mit dem Ball und ließ SVE-Schlussmann Daniel Batz keine wirkliche Abwehrchance.

Zu diesem Zeitpunkt war der FCS dem Titelfavoriten von der Kaiserlinde virtuell um fünf Punkte enteilt. Doch diese Momentaufnahme dauerte nur ganze sieben Minuten. Dann passierte das, was man gegen die SVE mit ihrem exzellenten Freistoßschützen Maximilian Oesterhelweg tunlichst vermeiden sollte: unnötige Fouls in Strafraumnähe. Alexander Hahn konnte sich gegen Moritz Göttel nur mit übermäßigem Einsatz der Arme helfen. „Im Zweikampf überlegst du nicht, ob die einen haben, der Freistöße schießen kann“, sagte Hahn anschließend, „Göttel hat sich auch gut in mich reingelegt, und ich bin darauf eingegangen. Mein Fehler.“ Dem vielleicht ein kleiner von Torwart Salfeld folgte – der stand beim1:1-Ausgleich von Oesterhelweg sehr weit in der Torwartecke, hatte so gegen den starken Freistoß keine Abwehrchance. „Wir hatten das analysiert, ist scheiße gelaufen“, sagte Salfeld.

Heiß lief das Derby dann in der zweiten Halbzeit: Zunächst räumte Birk Schmidt von hinten ab, der sprang auf und stieß den Elversberger um (50.). Zehn Minuten später rutschte der Ex-Saarbrücker Lukas Kohler mit hoher Geschwindigkeit von vorne in die Beine von Alexandre Mendy. Rudelbildung an den Trainerbänken, Emotionen im Freilauf, Schiedsrichter Gasteier mit Schwerstarbeit und insgesamt acht gelben Karten. „Wenn einer mit so viel Anlauf mit der Blutgrätsche ankommt, ist das brandgefährlich, auch wenn du den Gegenspieler nicht triffst“, sagte FCS-Trainer Dirk Lottner, „Emotionen gehören in so ein Derby. Diese Situationen waren nicht daran schuld, dass wir nicht gewonnen haben.“

Der Plan des FCS, mit Pässen durch die Schnittstellen in den Rücken der Abwehr zu kommen, ging zu selten auf. Ein Schuss von Kevin Behrens über das Tor nach Zusammenspiel von Sascha Wenninger und Marwin Studtrucker war die einzige echte Tormöglichkeit im zweiten Durchgang (70.). Danach merkte man dem FCS an, welch hohen Aufwand die Mannschaft in den letzten Spielen betreiben musste. Die SVE übernahm die Kontrolle und kam durch Julius Perstaller (84.) zum nicht unverdienten 2:1. „Elversberg hat eine enorme Qualität“, räumte Torjäger Schmidt ein, „aber uns wirft diese Niederlage jetzt nicht um. Die Saison ist noch lang.“



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