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FCS-Neuzugang Pezzoni appelliert an die Mannschaft – „Wir müssen jetzt Ergebnisse einfahren“





Saarbrücken
Ein anderes Maß an Aggressivität
FCS-Neuzugang Pezzoni appelliert an die Mannschaft – „Wir müssen jetzt Ergebnisse einfahren“

Von SZ-MitarbeiterPatric Cordier,  01. Februar 2014, 00:00 Uhr
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Milan Sasic (Mitte) wirkte unter der Woche angespannt. Beim Heimspiel des 1. FC Saarbrücken an diesem Samstag gegen den VfB Stuttgart II steht der Trainer besonders im Fokus. Foto: Schlichter Foto: Schlichter
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Kevin Pezzoni
Mit einer deutlichen Ansage an seine Teamkollegen will Neuzugang Kevin Pezzoni vor dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II aufrütteln. Die Angst der Fans vor dem Abstieg kann der 24-Jährige nachvollziehen.


 
Am letzten Tag des so genannten Transferfensters II hat der Fußball-Drittligist 1. FC Saarbrücken noch einmal zugeschlagen. Der 28-jährige Linksverteidiger Mounir Chaftar kommt vom Zweitligisten VfL Bochum zum FCS. „Er ist ein erfahrener Mann im besten Alter“, sagte FCS-Trainer Milan Sasic über den Neuzugang Nummer 13 unter seiner Verantwortung. Chaftar absolvierte am Freitag den Medizin-Check, wird im Spiel gegen den VfB Stuttgart II an diesem Samstag (14 Uhr, Ludwigspark) aber noch nicht im Kader sein.

Die Verpflichtung Chaftars macht deutlich, dass FCS-Präsident Hartmut Ostermann dem in die Kritik geratenen Übungsleiter Sasic weiter vertraut. Und das, obwohl sich nach der schwachen Vorstellung bei der 1:3-Niederlage im Saarderby bei der SV Elversberg der Ärger im Umfeld des Vereins auf den Kroaten konzentrierte. Nicht nur Aufsichtsrats-Chef Michael Arnold sah „das Experiment Sasic“ kurz vor dem Scheitern, auch in der Mannschaft mehren sich seither kritische Stimmen.

„Borussia Dortmund ist zwei Mal deutscher Meister geworden mit langen Bällen“, zeigte sich Sasic von der Diskussion um die Spielweise genervt, „bei uns im Training ist angesagt, dass über die Mittellinie nicht mehr hoch gespielt wird. Wir wollen die Kugel nicht wegschlagen, wir wollen Fußball spielen.“ Die Trainingskibitze am Dienstag sahen jedoch wenig Veränderung. Am Donnerstag sah es dann immerhin schon mehr nach Fußball aus.

Der Einsatz der Spieler war in dieser Woche zumindest schon mal größer. Den Zusammenstoß von Francois Marque und Raffael Korte kann man als Trainingsunfall einordnen – beide mussten genäht werden, beide stehen gegen den VfB im Kader. Andere Aktionen gingen über das übliche Maß an gesunder Aggressivität hinaus: Nach einem heftigen Foul von Julien Humbert im Trainingsspiel schimpfte Lukas Kohler wie ein Rohrspatz. Zuvor waren Thomas Rathgeber und Kevin Pezzoni heftig aneinander geraten. „Wir sind doch nicht im Kindergarten“, sagte Pezzoni zu den Nicklichkeiten in den Zweikämpfen: „Aalglatt und Friede, Freude, Eierkuchen bringen uns nicht weiter. Wir haben uns danach alle die Hand gegeben und fertig.“ Auch Manuel Zeitz relativierte: „Wir sind uns nicht am Zerfleischen in der Mannschaft. Sicher hilft ein Erfolgserlebnis, die Stimmung zu verbessern.“

Dass am Samstag mit der U23 des VfB laut Sasic eine „der spielerisch stärksten Mannschaften der Liga“ Gegner sein wird, komme dem FCS sogar entgegen. „Es ist für uns einfacher gegen Mannschaften, die versuchen, selbst Fußball zu spielen“, sagte Sasic: „Wir müssen über den Kampf in unser Spiel kommen.“

Martin Forkel steht nach abgesessener Sperre wieder zur Verfügung, Thomas Rathgeber und Francois Marque rücken in den Kader. Für sie müssen Maurice Deville, Nils Fischer und Vito Plut auf die Tribüne. Dorthin wird Markus Hayer nicht mehr schaffen. Sein Vertrag wurde aufgelöst. Wegen zweier Kreuzbandrisse spielte Hayer insgesamt nur 13 Mal in der 3. Liga für den FCS.Keine zwei Wochen ist Kevin Pezzoni jetzt Saarländer – aber schon mittendrin in der tiefsten Krise des 1. FC Saarbrücken in den vergangenen sechs Jahren. „Es wäre fatal, sich auf negative Einflüsse von außen einzulassen. Jeder wusste doch, dass es kein Zuckerschlecken wird“, sagt Pezzoni und versucht sich an einer Erklärung für die kollektive Nicht-Leistung bei der Niederlage in Elversberg (1:3): „Natürlich war das fußballerisch nicht gut. Vielleicht sind wir auf dem Platz doch verunsichert. Natürlich spüren wir den Druck, sind nicht so befreit und haben eine gewisse Angst, Fehler zu machen.“

Turbulenzen scheinen irgendwie zu dem 24-jährigen Fußballprofi zu passen. Die Geschichte beim 1. FC Köln, als er von den eigenen Fans gemobbt und sogar tätlich angegangen wurde, wird ihn über seine Karriere hinaus begleiten. „Darum habe ich den Namen auf dem Trikot geschwärzt“, scherzte der gebürtige Frankfurter bei seinem FCS-Debüt im Testspiel bei Mainz 05 (0:3). Weil es da noch kein Trikot für den Neuen gab, spielte er mit einem schwarzen Balken, wo sonst der Name steht. „Es bringt niemanden nach vorne, in der Vergangenheit zu graben“, sagt Pezzoni, „man muss die Situation annehmen und schauen, dass es nach oben geht.“

Bei seiner vorigen Station in Aue ging für ihn nichts mehr. Trainer Falko Götz plante ohne ihn. „Es passte menschlich nicht zwischen uns beiden. Milan Sasic hat mich dann überzeugt, nach Saarbrücken zu kommen“, erzählt der 1,93 Meter große Modellathlet, „ich will nach oben – persönlich und mit dem Verein.“

Bei Darmstadt 98 hat der Hesse seine Karriere begonnen, wechselte später über Eintracht Frankfurt zur Jugend der Blackburn Rovers. Von dort hat er seine „Liebe“ zum Krafttraining mitgebracht. Neben den normalen Einheiten arbeitet der Abwehrspieler oft im Kraftraum. „Diese Grundathletik ist mir wichtig. Gerade als Innenverteidiger braucht man eine gewisse Stabilität.“

Die soll mit Pezzoni auch die FCS-Defensive bekommen. „Der Trainer wünscht sich, dass ich die Abwehr führe“, sagt der Neuzugang, der aber weiß, dass die Elf auf dem Rasen alleine den Bock nicht umstoßen kann: „Die Unterstützung der Fans in Elversberg war toll. Ich dachte, es ist ein Heimspiel. Die Menschen lieben diesen Verein. Ich verstehe ihre Angst.“ Darum nimmt er sich und seine Kollegen in die Pflicht: „Auch unser Arsch hängt da drin. Ich will in meiner Vita nicht stehen haben: Abgestiegen in die Regionalliga. Wir müssen jetzt Ergebnisse einfahren.“


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