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Dauser will für Aha-Erlebnis sorgen





Cluj-Napoca
Dauser will für Aha-Erlebnis sorgen
Von  Frank Thomas, 
21. April 2017, 02:00 Uhr
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Stabil: Lukas Dauser gehört zu den großen deutschen Medaillenhoffnungen bei der Turn-EM in Rumänien – vor allem an seinem Spezialgerät, dem Barren. Foto: Bernd Thissen/dpa

Foto: Bernd Thissen/dpa
Geht es nach Cheftrainer Hirsch, könnte Lukas Dauser schon bald die bisherige Führungsrolle von Fabian Hambüchen im deutschen Turn-Team übernehmen.

Wenn Lukas Dauser am Sonntag im Barren-Finale von Cluj-Napoca um seine erste Medaille bei einer Turn-Europameisterschaft kämpft, drückt Fabian Hambüchen daheim die Daumen. „Wir sind Freunde, kennen uns ja aus der aktiven Zeit“, verriet Hambüchen unlängst. Das habe ihn bewogen, für die Firma „Vitesse“ von Manager Klaus Kärcher künftig auch als Berater von Dauser zu arbeiten. „Ein paar Tipps konnte ich ihm schon geben“, meinte Hambüchen.

Im Vorjahr, wenige Wochen vor Olympia, hatte Dauser für ein erstes Aha-Erlebnis unter Turn-Freunden gesorgt. Mit einer bestechenden Barren-Übung bei den deutschen Meisterschaften in Hamburg hatte der Unterhachinger dem Olympia-Zweiten Marcel Nguyen den siebten Titel in Serie entrissen und Hoffnungen für Olympia entfacht. In Rio hatte der 23-jährige Sportsoldat Anteil am Finaleinzug der deutschen Riege, doch der Medaillenkampf am Barren blieb ihm versagt.

Acht Monate später ist die Situation eine andere. Dauser gehört nach dem Rücktritt von Hambüchen zu den großen Hoffnungen von Cheftrainer Andreas Hirsch für die Olympischen Spiele 2020. Und er profitiert davon, dass der Trainer gezwungen ist, ganz auf die Mehrkämpfer zu setzen, da in Tokio eine Riege nur noch aus vier Olympia-Turnern besteht.

„Neue Gesichter in verschiedenen Funktionen“, nennt Hirsch seine Strategie. Dauser wurde bei der Mehrkampf-Serie im Weltcup ins Geschehen gestürzt, musste seine Linie erst finden. „Diese Weltcups haben mächtig geschlaucht“, stöhnte er in Cluj. „Aber es ist Schritt für Schritt vorangegangen.“ Tatsächlich: In Newark lief es gar nicht (Platz neun), Stuttgart brachte die Steigerung (Sechster) und London sogar den Sprung auf das Podest mit Rang drei. Lukas Dauser ist angekommen, und hat nebenbei auch im Gesamt-Weltcup den zweiten Platz hinter Europameister und TG-Saar-Turner Oleg Wernjajew aus der Ukraine verbucht.

Eine wichtige Stütze auf diesem Weg ist Robert Hirsch, der Sohn des Cheftrainers, der nach Olympia die Betreuung der Trainingsgruppe in Berlin übernahm. Das Gespann harmoniert perfekt, Dauser kann von den Kenntnissen des früheren Diagnosetrainers profitieren. Die Grundlagen des Turnens vermittelte ihm beim TSV Unterhaching aber Altmeister Kurt Szilier, der auch Nguyen einst betreute. In fast fünf Jahren in der Hauptstadt ist Dauser auf dieser Basis zu einer Persönlichkeit gereift, die dem deutschen Turnen Hoffnung macht.

Zum Auftakt der EM erfüllte er sich seine Minimal-Ziele mit dem Erreichen der Finals am Barren und im Mehrkampf. Nun will er heute den Sechskampf auch nutzen, um sich optimal für den Kampf gegen Marcel Nguyen und weitere mindestens drei Medaillen-Kandidaten zu rüsten. Dauser weiß, dass er als Dritter des Vorkampfes am Barren ein leichtes Defizit gegenüber seinem Vereinsgefährten in Sachen Schwierigkeitsgrad hat, oft aber ein wenig sauberer turnt. Die Chancen stehen nicht schlecht – und vielleicht ruft er vor dem Wochenende auch seinen Berater Hambüchen an.




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