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Pauline und Helene Schäfer turnen in Ludwigsburg um die deutsche Meisterschaft





Chemnitz
Angriff im Doppelpack
Pauline und Helene Schäfer turnen in Ludwigsburg um die deutsche Meisterschaft

Von  Roland Schmidt, 
02. Dezember 2016, 02:00 Uhr
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Ein Herz und eine Seele: Pauline (links) und Helene Schäfer aus Bierbach leben und trainieren am Turn-Leistungszentrum in Chemnitz. Foto: Ruppenthal

Foto: Ruppenthal
Vor dem Titelkampf der TG Saar gegen die KTV Straubenhardt turnen am Samstag auch zwei Saarländerinnen um die deutsche Meisterschaft. Die Bierbacher Schwestern Pauline und Helene Schäfer treten im Ludwigsburger Frauen-Finale an.

Ist Talent vererbbar? Darüber streiten sich die Experten. Einen überzeugenden Beweis für die umstrittene These treten die erfolgreichen Turnerinnen Pauline und Helene Schäfer an, und an diesem Samstag tun sie es sogar im Doppelpack. Vier Stunden vor dem Titel-Finale der TG Saar gegen die KTV Straubenhardt kämpfen die saarländischen Schwestern in der Ludwigsburger MHP-Arena um die deutsche Meisterschaft der Frauen.

Leben hat sich normalisiert

Im Endturnier der Deutschen Turnliga (DTL) gehen die Schäfers für den TuS Chemnitz-Altendorf an die Geräte. Ab 14 Uhr wollen sie vor rund 4000 Zuschauern alles geben, um in den Duellen gegen die TG Karlsruhe-Söllingen, das TZ DSHS Köln und den MTV Stuttgart gut abzuschneiden. „Um den Titel geht es aber nicht“, betont Pauline Schäfer und verweist auf ihr unerfahrenes Team. „Bei dieser Konkurrenz wird es schwer, was zu reißen“, sieht die 19 Jahre alte WM-Bronzemedaillen-Gewinnerin am Schwebebalken ihre Riege in der Außenseiterrolle.

Ihr Hauptaugenmerk im Olympiajahr legte die Nationalturnerin auf internationale Wettkämpfe. In der Bundesliga hatte sie erst einen Einsatz. Helene Schäfer trat bei allen DTL-Duellen an und zählte zu den stärksten Athletinnen. In ihrem bislang erfolgreichsten Jahr wurde sie auch deutsche Juniorenmeisterin im Mehrkampf und am Schwebebalken. Am Paradegerät der großen Schwester landete sie bei der Junioren-Europameisterschaft auf Rang sechs. Am Stufenbarren wurde sie in Bern Siebte. „Es war eine harte Saison. Kraft fürs Finale habe ich aber noch. Ich werde vier Geräte turnen“, verrät die 15-Jährige.

Die ältere Schwester will es langsamer angehen lassen. „Nach dem ganzen Olympia-Trubel hat sich das Leben wieder normalisiert. Ich trainiere sechs bis acht Stunden täglich und werde allmählich fit. Ich entscheide spontan, wie oft ich am Samstag starte“, sagt die Sportsoldatin, die nach Rio zur Bundeswehr ging. Statt in den Hallen Salti zu schlagen, marschierte Schäfer durchs Gelände oder hatte Waffen- oder Sanitätsausbildung. „Der Ton war militärisch streng, aber es war spannend und hat Spaß gemacht“, berichtet sie.

Olympia-Starterinnen dabei

Freundin Sophie Scheder muss wegen ihrer Grundausbildung in Ludwigsburg passen. Ohne die Bronzemedaillen-Gewinnerin von Rio hat es der TuS im Final Four schwer. Favorit ist der MTV Stuttgart mit den Olympia-Starterinnen Kim Bui, Elisabeth Seitz und Tabea Alt. Der Meister will den Titel verteidigen, doch Seitz und Alt sind angeschlagen. Das deutsche Top-Talent Kim Janas hat seine Karriere mit 16 Jahren nach dem bereits dritten Kreuzbandriss gerade beendet.

„Ich freue mich aufs Wiedersehen mit den Nationalturnerinnen“, sagt Pauline Schäfer, die mit Schwester Helene im Leistungszentrum Chemnitz lebt und vor dem großen Meisterschaft-Finale am Samstag fleißig trainiert. Spitzenleistungen beruhen eben nicht nur auf den Genen, sondern auch auf Fleiß, Motivation und einem leistungsförderndem Umfeld. Auch dafür sind die Schäfer-Schwestern Pauline und Helene ein Beweis.

deutsche-turnliga.de



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