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Kritik an Spitzensportreform: „Nicht nur nach Medaillen streben“





Berlin
Kritik an Spitzensportreform: „Nicht nur nach Medaillen streben“
sid,  20. Oktober 2016, 02:00 Uhr
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Die Organisation des deutschen Spitzensports steht vor einschneidenden Veränderungen. Am 3. Dezember soll auf der Mitgliederversammlung des DOSB alles verabschiedet werden.

Die Reform des deutschen Spitzensports sorgt weiter für Diskussionen. Bei der öffentlichen Experten-Anhörung im Sportausschuss des deutschen Bundestags gestern in Berlin gab es für die geplante Neustrukturierung Kritik. Vor allem die starke Fixierung auf Medaillen sowie das neue „PotAS“-Berechnungsmodell sorgten für Widerspruch.

„Die Reform ist einäugig auf Medaillen ausgerichtet. Diese Art von Sport hat in der Bevölkerung wenig Rückhalt. Das sieht man auch an den abgelehnten Olympiabewerbungen“, sagte der Sportphilosoph Gunter Gebauer von der Freien Universität Berlin: „Deutschland sollte nicht nur nach Medaillen streben.“ Ähnlich äußerte sich auch Frank Hensel, Generaldirektor des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). „Es ist unbestritten, dass Erfolge im Spitzensport gewollt sind. Die Frage ist aber: Was definieren wir als Erfolg?“, sagte Hensel: „Alleine mehr Medaillen sind aus unserer Sicht nicht ausreichend.“

Viel Kritik gab es an dem neu geplanten „PotAS“-Modell, das aufgrund bestimmter Attribute durch mathematische Berechnungen Potenziale von Disziplinen und Sportlern vorhersagen soll. „Ich tue mich mit PotAS schwer. Ich kann mir nicht vorstellen, wie dort die Zukunft und das Potenzial von Athleten berechnet werden soll“, sagte Franziska Weber, Kanu-Olympiasiegerin 2012.

Am Dienstag hatte es ein Treffen zwischen DOSB, den Spitzensportverbänden und den Landessportbünden gegeben. Allerdings gibt es Dutzende Änderungswünsche. Offen ist etwa die Frage der Olympiastützpunkten, die von 19 auf 13 reduziert werden sollen. Welche betroffen sind, ist nicht bekannt. Am 26. Oktober soll es eine Beratungsrunde mit Innenminister Thomas de Maizière geben. Die Reform soll am 3. Dezember auf der Mitgliederversammlung des DOSB verabschiedet werden. Das Bundesministerium des Innern zahlt bisher 160 Millionen Euro im Jahr an Sportförderung.



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