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Juve sorgt für das „Ende einer goldenen Ära“





Barcelona
Juve sorgt für das „Ende einer goldenen Ära“
Von  Emilio Rappold, 
21. April 2017, 02:00 Uhr

Bei Neymar flossen die Tränen in Strömen. An die Schulter von Gegenspieler und Landsmann Dani Alves gelehnt, heulte sich der Brasilianer in Diensten des FC Barcelona nach dem verpassten Champions-League-Halbfinale aus. Beim 0:0 im Viertelfinal-Rückspiel gegen Juventus Turin hatte Barça mit Nationaltorwart Marc-André ter Stegen das 0:3 vom Hinspiel in Italien nicht wettmachen können. Auch der fünfmalige Weltfußballer Lionel Messi und die anderen Teamkollegen Neymars gingen am Mittwochabend gesenkten Hauptes vom Platz. „Das ist ein sehr harter Schlag“, räumte Abwehrroutinier Gerard Piqué ein.

Das deutliche Scheitern gegen Weltmeister Sami Khedira und den italienischen Serienmeister stimmte die Katalanen nicht nur tieftraurig, es bereitet Barça auch Zukunftsangst. Die Madrider Sportzeitung „Marca“, die zu Real Madrid hält, bezeichnete die Barcelona-Pleite groß auf Seite eins als „Begräbnis“ und schrieb vom „Ende einer goldenen Ära“. Aber auch die in Barcelona erscheinenden Blätter fanden sehr klare Worte: „Mundo Deportivo“ sprach von einem „Alptraum“, und „Sport“ forderte eine „dringende Erneuerung“ des Aufgebots.

Obwohl die Katalanen unter den 96 290 Zuschauern das Heimteam im ausverkauften Camp Nou unentwegt anfeuerten, hatten Messi & Co. nie den Hauch einer Chance. Nur einer von 19 Schüssen ging aufs Tor. Messi ging auch im dritten Spiel gegen Torwart Gianluigi Buffon leer aus – so wie auch beim 3:1-Finalerfolg 2015 in Berlin. „Das Duell haben wir schon in unserer schwachen ersten Halbzeit in Turin verloren. Die werde ich auch in Jahrhunderten nicht vergessen“, meinte der zu Saisonende scheidende Trainer Luis Enrique.

Schon am Sonntag steht der Clásico bei Real Madrid an. „Es ist ganz klar – das Aus wird Nachwirkungen haben. Aber wir können in Madrid gewinnen“, beteuerte Piqué. Barça steht zwar im spanischen Pokalfinale, aber nach dem Ausscheiden in der Königsklasse hat die Primera División oberste Priorität. Dort hat der Titelverteidiger bei einem Spiel mehr drei Punkte Rückstand auf Tabellenführer Real. Zeit zum Klagen und Hadern hat Barcelona nach dem drittem Viertelfinal-Aus der vergangenen vier Jahre in der Königsklasse (2014 und 2016 war Atlético Madrid Endstation) nicht.

Ein Kontrastprogramm lieferten unterdessen die Zeitungen in Italien. Und neben viel Jubel beschwor auch der „Corriere dello Sport“ „das Ende von Barcelona, das Ende seiner Ära“. Juve-Trainer Massimiliano Allegri lobte: „Es grenzt an eine Unmöglichkeit, dass Barça kein Tor macht, also waren wir wirklich gut.“ Die Mannschaft hätte einen ganzen Tag durchspielen können, ohne einen Ball durchzulassen, sagt er. „Dieses Spiel war aber kein Ziel, sondern die Durchfahrt nach Cardiff.“ Zum Finale.

Khedira muss indes im Halbfinal-Hinspiel zuschauen. Nach einem Foul an Luis Suárez (64.) sah der Mittelfeldspieler seine dritte Gelbe Karte. Dass Juventus eine Chance auf den Sieg in der Königsklasse hat, dürfte vor allem Torhüter Buffon freuen. Der 39 Jahre alte Kapitän hofft auf seinen ersten Königsklassen-Titel. „Ein klarer und eindeutiger Sieg gegen die Mannschaft, die immer noch glaubt, die stärkste der Welt zu sein“, meinte Buffon.




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