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Lokalausgabe FCS aktuell

Saarbrücken

Spieler Forkel verläßt FCS nach der Saison

Von SZ-Mitarbeiter Patric Cordier

Beim 1. FC Saarbrücken laufen die Vertragsgespräche. Nach dem 2:1 am Dienstagabend gegen Spitzenreiter SV Sandhausen dürfte der Klassenverbleib in der 3. Liga sicher sein. Erste Entscheidungen sind nun gefallen. Abwehrspieler Martin Forkel, 32, muss gehen, weil der Kader verjüngt werden soll. (Veröffentlicht am 12.04.2012)

Fußball-Drittligist 1. FC Saarbrücken plant ab der kommenden Saison ohne den 32-jährigen Abwehrspieler Martin Forkel.Foto: dpa

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Saarbrücken. Saarbrücken. Er ist „mit ganzem Herzen Fußball-Profi“, ein „unermüdlicher Kämpfer“, ein „Freund, auf den man sich immer verlassen kann“, ein „echtes Vorbild“. Das sind Meinungen von Mannschaftskameraden über Martin Forkel, den in dieser Saison vielleicht beständigsten Abwehrspieler beim Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken. Der Vertrag des 1,70 Meter großen Rechtsverteidigers läuft aus – und wird nicht verlängert. „Es ist richtig, dass es von Vereinsseite kein neues Angebot für Martin Forkel geben wird“, bestätigt FCS-Sportdirektor Dieter Ferner.

Angebot nur für Liga zwei

„Ende Februar haben mir Dieter Ferner und Jürgen Luginger mitgeteilt, dass man mit mir nur für die 2. Liga plane“, erzählt Forkel. Die Enttäuschung in seiner Stimme ist unüberhörbar. Die Wut auch. Im Dezember habe sich das noch anders angehört. „Damals gab es ein Vorgespräch mit dem Sportdirektor. Dabei sagte er mir, man wolle auf jeden Fall verlängern. Egal, in welcher Liga wir spielen“, sagt Forkel. Vize-Präsident Harald Ebertz bestätigt: „Dieter Ferner hat mit Martin gesprochen, ein konkretes Angebot über beide Ligen lag allerdings nicht vor. Dann haben wir uns weitere Gedanken gemacht. In Anbetracht der Leistungen in den ersten Spielen des Jahres sowie des Alters sind wir zu dem Entschluss gekommen, für diese Position einen jüngeren Spieler zu verpflichten.“ Forkel sei „was Motivation und Einsatz angeht, ein Spieler, wie man sich ihn wünscht“, sagt Ebertz, „darum ist es ein echter Härtefall. Wie das jetzt abgelaufen ist, ist sicher kein optimaler Verlauf. Aber es ist besser, als dem Spieler irgendein Alibi-Angebot zu machen, das er dann ablehnen muss. Wir haben offen mit ihm gesprochen“.

Der 32 Jahre alte Forkel kam 2010 von der TuS Koblenz zum 1. FC Saarbrücken. Er bestritt in der laufenden Saison 31 Partien, erzielte dabei ein Tor. „Seit ich am 1. Juli 2008 hier angefangen habe, ist kein Spieler verpflichtet oder abgegeben worden, ohne die Zustimmung des Trainers. Das wollen wir auch so beibehalten“, sagt Ferner, der seinen eigenen auslaufenden Vertrag nicht verlängert. Trainer Jürgen Luginger begründet die Entscheidung gegen Forkel so: „Wir haben die Vorgabe, dass wir sechs U23-Spieler im Kader haben müssen. Also müssen wir die Mannschaft verjüngen. Das geht von den Spielpositionen außen besser als im Zentrum. Es ist mir enorm schwergefallen, Martin das zu sagen.“

Zukunft ist offen

Forkel, der sogar am Tag nach dem Tod seines Vaters für den FCS spielte, ärgert sich vor allem darüber, dass offenbar gemachte Versprechungen nicht eingehalten werden. „Ferner hatte ein schlechtes Gewissen, als er mir die Entscheidung mitteilte“, behauptet Forkel, der zu den Vorgängen geschwiegen hatte: „Ich wollte kein Theater machen. Schließlich standen für die Mannschaft wichtige Spiele an.“ Der 32-Jährige will bis zur letzten Minute alles für den Verein und die Mannschaft geben. Seine sportliche Zukunft ist offen. „Ich hätte mir gut vorstellen können, hier in Saarbrücken meine Karriere zu beenden. Die ganze Familie fühlt sich sehr wohl hier. Jetzt habe ich mit meinem Berater gesprochen, er sucht einen neuen Verein für mich“, sagt der Familienvater: „Mit 32 bin ich noch zu jung, um ans Aufhören zu denken.“

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